Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren müssen Sie sich Anmelden oder Registrieren.

Mitteilung

Icon
Error

2 Seiten12>
Optionen
Gehe zum aktuellsten Beitrag Gehe zum letzten Ungelesenen
Offline Jan  
#1 Geschrieben : Freitag, 11. April 2014 13:22:23(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Hallo zusammen,

nach der hilfreichen Beratung habe ich wie im entsprechenden Beitrag schon geschrieben das neue Gitterrohrdobson 12" von ES erworben. Gestern ist dann alles eingetroffen und ich habe ausgepackt, aufgebaut und durchgeschaut.

In diesem Beitrag will ich sukzessive meine Erfahrungen und Feststellungen zu diesem Modell schreiben, da die Zeit aktuell knapp ist nur mal ein kurzer Einstieg, etwas längeres mit Bildern wird aber sicher noch folgen.

Erstmal zum Gesamteindruck der Verpackung. Das Paket scheint direkt aus Übersee zu kommen und sieht entsprechend ramponiert aus. Innen ist aber alles gut verpackt und auf Abstand zu den Außenwänden, so dass ich hier keine Probleme feststellen konnte.

Der Qualitätseindruck des Materials ist jetzt nicht High-End, aber funktional. Ein bisschen muss man mit manchen Schrauben herumwackeln bis sie packen. Teilweise sind einzelne Dinge nicht "liebevoll" verschraubt, so dass man ein bisschen hier und da nachschrauben und -biegen muss. Aber nichts was man nicht hinbekommt oder wirklich qualitätskritisch wäre.

Aufbau ist wirklich gut und schnell zu machen ohne Probleme. Die Aufteilung in zwei Boxen funktioniert, und das Gewicht ist so, dass man die (zusammengebauten) Teile noch transportieren kann.
Justieren mit Laser ging sehr schnell, die Möglichkeit von oben mit dem Werkzeug am HS zu drehen ist sehr bequem.

Erster Eindruck Beobachtung:
Ich konnte natürlich gestern nicht abwarten durchzuschauen, auch wenn der Himmel wolkig und der Mond fast voll war.
Ich habe dann auch nur auf meiner Terrasse herumgespechtelt, die Lampe vom Nachbarn war an, Dunkeladaption nicht vorhanden, usw. usf.
Trotzdem hat es mir wirklich gut gefallen. Mond ging natürlich zu beobachten, Jupiter war auch zu sehen. Mangels Vergleich kann ich jetzt den Seheindruck nicht bewerten, ich habe aber nichts entdeckt wo ich offensichtliche Probleme sehen würde. Der Mond war sehr gut scharf in 24 und 14 mm, am Jupiter konnte ich die Monde und Bänder sehen und hatte insgesamt einen gut kontrastierten und angenehmen Eindruck, kein "Matschbild".
Alles andere war nicht drin Mangels Vorbereitung, Lichtverhältnisse etc.

Sterntest am Polaris mit 14 mm habe ich noch "durchgeführt". Intra- Extrafokal ergibt sich jedesmal ein dunkler Fleck in der Mitte und ein heller Ring außenrum. Detailierte Beugungsringe habe ich nicht gesehen, große Unterschiede zwischen den beiden Bildern gibt es aber auch nicht, eigentlich sahen sie sogar sehr gleich aus. Stark defokussiert wird dann irgendwann der FS sichtbar.

Aufgefallen ist mir allerdings, dass der defokussierte ganz leicht ein Ei in Richtung 7-Uhr hat, und beim Fokussieren daraus ein winziges "Schweifchen" wird. Der fokussierte Stern ist allerdings auch recht "waberig". Laut Beschreibung entsteht dieser Schweif wenn das Teleskop nicht richtig justiert ist.
Deswegen habe ich mich heute im hellen nochmal detailliert damit beschäftigt. Folgende Dinge sind mir aufgefallen:

Zunächstmal wird der HS von zwei Halterollen auf halb elf und halb zwei sowie einer Schaumstoffauflage auf sechs Uhr gehalten. Eine der Rollen hat wohl beim Transport einen Schlag bekommen, die nur genietete Blechbefestigung sitzt nicht mehr fest. Dadurch hat die Rolle einen (nicht vorgesehenen) Abstand von ca. 5-10 mm zum HS, dieser kann sich entsprechend bewegen. Das ganze lässt sich zwar zurückbiegen und hält dann auch grundsätzlich, wird sich aber irgendwann wieder wegbewegen, weil die Blindnieten entsprechend ausgeschlagen sind. Gleich vorweg, das wird keine Schelte für ES. An sich ein klassischer Transportschaden, andererseits lädt die Konstruktion und der Versandweg um die halbe Welt aber zu solchen Schäden ein. Bevor ich jetzt eine Hin- und Rücksende Odyssee anfange, werde ich erstmal ein paar Tage schauen ob sich das Problem überhaupt bemerkbar macht. Theoretisch wäre es ganz leicht durch Aufschrauben, neu vernieten und zuschrauben zu lösen. Problem ist dann natürlich die Garantie...
Aber wie auch immer, nach zurückbiegen sitzt der Spiegel jetzt erstmal fest wie er soll und ich kann damit Arbeiten.

Zweiter Punkt ist, dass der Mittelkreis nicht exakt in der Mitte sitzt. Der gemessene (geometrische) Mittelpunkt der Spiegelfläche liegt etwa 5 mm davon entfernt. Das könnte ja evtl. das Schweifchen begründen.

Dritter Punkt, der FS hat einen Offset den ich noch nicht ganz verstehe. Die lange Achse hat 10,3 mm. Der Justierlaser trifft bei Verhältnis 5mm/5,3mm auf. Allerdings ist der FS vom HS WEG versetzt. Meiner Kenntnis nach müsste er aber einen Offset zum HS HIN haben. Im OAZ ist auch nach Laserjustage das Bild nicht so wie ich hier überall gesehen habe. Entweder ist der FS rund im Auszug, dann passen Auge und HS nicht überein, oder Auge und HS passen, dann ist der FS "krum".
Die Konstruktion der Spinne lässt mich aber noch nicht erkennen, wie man den Offset evtl. ändern kann.

Insgesamt meine erste Meinung:

Für den Preis wirklich ordentlich, intelligente Ideen, in meinen Augen gute Abbildungen. Allerdings sollte man keine zwei linken Hände haben, irgendwas scheint immer zu sein.

Noch zu den Okularen:

die ES (24 und 14) wirken gegenüber dem Planetary (4mm) sehr viel besser. Viel klareres Bild, mehr Details, mehr das Gefühl "dabei zu sein". Jetzt ist natürlich ein Vergleich über diese Brennweiten bestimmt schwierig.
Aber es wirkt als würde man auf zwei Monitore gucken, einer neu und einer 10 Jahre alt.

Ich glaube aber bei dem Preis für das Paket haben die Geräte richtig Potenzial zu Begeistern!

Viele Grüße,

Jan

Bearbeitet vom Benutzer Freitag, 11. April 2014 14:08:52(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Sponsor
Online woddy  
#2 Geschrieben : Freitag, 11. April 2014 18:48:42(UTC)
woddy


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 07.02.2009(UTC)
Beiträge: 2,583
Wohnort: Iserlohn
Hallo Jan
Na da hast du ja einiges über das ES12" zu berichten.
Finde ich aber gut das du die Dinge die nicht so ganz fein sind auch
recht neutral beschreibst ohne gleich die "geht gar nicht" Keule rausholst.
Das es den ein oder anderen Mangel gibt ist bei recht neuen Produkten nicht so
ganz unüblich.
Ich denke wenn du deine Feststellungen in ein paar Zeilen zusammenfast und an ES sendest
sind die nicht traurig darüber.
Im Gegeteil, nur so können Mängel beim Endverbrauche behoben werden.
Ich bin mal auf dein First Light Bericht gespannt.
Z.Zt geht ja eh nur Mond und bischen Planeten.
Die Sache mit dem Sterntest würde ich auch erst mal ganz hinten anstellen.
Bin gespannt wenn du noch den Bericht mit Bildern fertig hast.
bis dann
beste Grüße
Andreas
Offline Jan  
#3 Geschrieben : Freitag, 11. April 2014 19:57:00(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
woddy schrieb:
Hallo Jan
Finde ich aber gut das du die Dinge die nicht so ganz fein sind auch
recht neutral beschreibst ohne gleich die "geht gar nicht" Keule rausholst.
Das es den ein oder anderen Mangel gibt ist bei recht neuen Produkten nicht so
ganz unüblich


Hallo Woddy,

das ist auch nicht meine Absicht. Wenn sowas wäre, würde ich mir direkt an den Verkäufer wenden.
Ich finde bei 800 Euro kann man auch kein 12" Newton erwarten, wo der HS-Halter aus dem vollen Alublock gefräst ist :-)

Ich werde das aber mal betrachten und in Ruhe fotografieren. Denn ich vermute, das wird nicht das einzige Gerät mit einer verbogenen Halterung sein. Genietete Bleche halten eben keinen 15KG-Spiegel wenn sie von irgendwelchen Hafenarbeitern durch die Gegend geworfen werden. Da müsste evtl. eine Transportsicherung dran.

Ich hatte schon mal sowas, bei einem anderen Gerät, da haben wir am Ende beim Händler in alle Kartons geguckt, und es war quasi keins was nicht verbogen war.

Aber wie geschrieben, bisher sieht alles soweit gut aus, und der Punkt wird sich auch noch lösen.
Der Himmel ist gerade wolkenfrei, vielleicht morgen mehr...

Viele Grüße,

Jan
Offline Pipo  
#4 Geschrieben : Freitag, 11. April 2014 22:17:46(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,117
Wohnort: Berlin
Moin Jan,

erstmal ein großes Lob für den Stil deines Berichtes. Flüssig zu lesen, informativ und sehr sachlich, so muss eine Bewertung aussehen. Besonders der Hinweis, was die Preiswürdigkeit des Angebotes angeht zeugt von klarer Sicht auf die Dinge.

Wie Andreas schon schrieb würde auch ich dir raten, bezüglich des Schadens an der Aufhängung Kontakt mit ES aufzunehmen. Rückkopplung ist für den Verkäufer immer wichtig, nur so lassen sich Mängel erkennen und abstellen. Vielleicht fehlen nur ein paar Stückchen Styropor an der richtigen Stelle.

Ansonsten haben sie vielleicht einen Tipp für die Lösung des Problems. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass du der erste damit bist.

Wir haben kürzlich die Diskussion über "schieben oder ziehen" verfolgt. Das ES hat den OAZ auf der unüblichen und für "Rechtsgucker" ungünstigen Seite. Wie du damit zurechtkommst, sofern du "Rechtsgucker" bist, würde mich mal interessieren.

So, jetzt musst du notgedrungen die Strafzeit absitzen und auf klaren Himmel warten. Es war klug von dir, die Lieferung in eine anlaufende Vollmondphase zu legen ;-).

Viel Spaß mit dem Scope und unterrichte uns über weitere Erfahrungen und Tuningmaßnahmen. Es gibt immer was zu lernen.

Ach ja, einen BB vom "echten" First Light bei Topbedingungen werden wir doch auch noch bekommen, oder?


Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
-------------------------------------------------------------
6" f8 auf BigBox, 4,5" Schienendob, 3" Dob
102/1300 Mr. Maksutov
60/150-Refraktor "Der Kleine Muck",FG 10x50
42 mm 2", 25 mm HR Planetary, 20 mm Silber Plössl, 15 mm WA,
12,5 mm Silber Plössl, 8 mm HR Planetary, TAL-Barlow 2x
Offline Mootz GMS  
#5 Geschrieben : Freitag, 11. April 2014 22:18:21(UTC)
Mootz GMS


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 19.02.2010(UTC)
Beiträge: 1,963
Wohnort: Dautphetal
Hallo Jan,

na das liest sich doch nicht ganz uneben, Glückwunsch zum Gerät.
Der Transportschaden ist zwar ärgerlich und ich würde ihn auch an den Verkäufer melden, aber wenn sonst alles in Ordnung ist, kann man das sicher leicht selbst reparieren.

Aus Deiner Beschreibung des "falschen" Offset werde ich nicht ganz schlau.
Von vorne, durch die Öffnung betrachtet, sollte der FS leicht vom OAZ weg, also in Richtung der gegenüberliegenden Seite versetzt sein, da er durch die Schrägstellung hier näher zum HS liegt und dadurch früher den sich ja mit größerem Abstand immer mehr verjüngenden Strahlenkegel erfassen und umlenken muss.

Das üble Bild mit dem 4 mm Okular ist normal, wenn schon der Sterntest mit dem 14 mm Okular nicht ruhig steht. Was zwischen 9 mm und 6 mm wäre für den Anfang sinnvoller gewesen und wird wohl die nächste dringliche Anschaffung sein.

Beugungsringe sieht man nur um den Scharfgestellten Stern im Fokus (zunächt mal den Ersten). Im leichten Defokus sieht man Interferenzmuster.

Gruß
Günther
Überprüft, was immer auch geschrieben steht,
wenn selbst durchs Teleskop Ihr seht.
Das mehrt die eigene Erfahrung
und bringt so manche Offenbarung.
Des Astronomen wahre Freude
ist schließlich die Photonenbeute.
Offline Jan  
#6 Geschrieben : Samstag, 12. April 2014 08:29:04(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Guten Morgen,

nur mal schnell vom Frühstückstisch. Auch jetzt noch kein umfangreich bebilderter Bericht. Mal sehen ob ich heute noch zum Bildermachen kommen. Trozdem will ich mal auf die einzelnen Punkte eingehen.

Gestern Nacht war bei mir durchaus einige wolkenlose Gelegenheit den Himmel zu beobachten. Die Grenzhelligkeit lag irgendwo im Bereich der Deichsel am kleinen Wagen. Also irgendwoe 4-4.5 mag.
Der Mond war allerdings unglaublich hell und hat den Himmel sehr "aufgegraut". Versteckt hinter einem Gebüsch ging es aber ganz gut im Schatten.

Zusammenbau und Justierung gingen wieder sehr schnell und Problemlos. Der HS sitzt auch fest in der zurückgebogenen Halterung, da ist den ganzen Abend nix verrutscht. Justiert habe ich diesmal auf den neu ermittelten Mittelpunkt am HS. Gefühlt hat sich das Schweifchen bei 7 Uhr verringert.

Zunächstmal habe ich das neu angeschraubte Telrad am Jupiter einjustiert. Dazu musste ich allerdings erstmal den Jupiter durch "peilen" über die Schrauben finden, was recht lange gedauert hat. Das Telrad hat gefühlt mag 6, so dass eine Einstellung am Mond nicht klappt. Feinjustiert an Polaris findet sich jetzt wirklich ein Objekt, dass in der Mitte vom kleinsten Ring liegt sogar auf Anhieb im 4mm Okular. Ich vermute nur die Feinjustage muss ich jedesmal wiederholen wenn ich das Dobson zerlege.

Erste Beobachtung am Jupiter mit 14 mm. Mein persönlicher Eindruck ist wirklich gut. Sehr scharf abgegrenzte Bilder, Bänder und GRF gut zu erkennen. Keine verzogene Form oder Unschärfen am Rand. Auch die Beugungserscheinungen der FS-Spinne sind eigentlich nicht wahrnehmbar. Auch wenn ich keinen Vergleich habe, gibt es aus meiner Sicht hier nichts zu meckern.
Den Monden geht es wie den anderen Sternen, sie sind helle Punkte, die ganz leicht die "Sternform" annehmen. Aber keineswegs so dass es "vermatscht" wäre. Kommentar eines astronomisch unbedarften Mitschauers: "Der Stern hat ja Streifen und Flecken!"

Nachführung: Scheint grundsätzlich sehr gut zu gehen. Das Dobson bleibt ohne Festhalten in einer Position, trotzdem kann man fein nachführen. An manchen Punkten scheint der Widerstand unterschiedlich stark zu sein, entweder das muss sich noch einlaufen oder irgendwelche Teile berühren sich. Nichts wildes aber und bestimmt zu beheben.
Insgesamt ist die ganze Konstruktion von der Bedienung her stabil, klapperfrei und "wertig" zu bedienen für mein Gefühl.

Ich bin anschließend noch am Himmel "herumgeschlichen". Es zeigen sich doch überall große Mengen an Sternen, die für mein Gefühl sehr gut abgebildet werden auch bis zum Rand. Keine Farbschleier oder Verformungen und keine drastischen Beugungseffekte oder "Ausreisser". Aber letztlich bleiben sie halt auch nur kleine helle Punkte.

Ziehen oder Schubsen: Kann ich nicht sagen. Mich hat das Nachziehen jetzt nicht gestört. Der Hut lässt sich aber beliebig montieren. Nur die Halterung für den Sucher wäre beim Schubsen halt unten. Aber wer im Basteln keine 5- hat, kann das lösen.

Okulare: Die von ES gefallen mir extrem gut. Sehr angehnehmes Bild das für mein Gefühl keine Wünsche offen lässt bzw. nichts zeigt, wo man denken würde da wäre noch mehr gewesen.
Abstufung habe ich absichtlich das 4mm gekauft. Ich wollte ein Okular was maximal Vergrößert, einfach um mir einen Eindruck davon zu machen und für Fälle wo ich mal was groß sehen will. Gestern ging zum Beispiel der Mond recht gut, ich konnte schon recht detailliert und scharf sehen. Allerdings bewegt sich der Himmel wirklich rasend schnell bei 380-facher Vergrößerung. Nix für gemütliches Beobachten.
Stimmt, mir fehlt definitiv was unterhalb von 14 mm. Ich denke sogar man kann gut ein Okular je 0,5 mm AP gebrauchen. Also 11 / 8,8 / 6,7 kann ich mir noch gut vorstellen. Mal sehen was kommt. Zwischen 24 und 14 fehlt mir so direkt erstmal nichts.

Am Ende geht es ja nur um Kontrast. Was wir allgemein unter "schärf" verstehen ist ja nichts anderes. Ein Autofokus an der Kamera maximiert auch einfach nur den Kontrast und erreicht damit das bestmögliche scharfe Bild.
Und Jupiter am 4 mm ist zwar mit seinen Monden bildfüllend, aber leider nicht mehr so gut kontrastiert wie im 14 mm. Und damit auch nicht mehr so schön zu beobachten.

Soweit für heute Morgen.

Viele Grüße,

Jan
Offline AnkeMo  
#7 Geschrieben : Samstag, 12. April 2014 19:34:38(UTC)
AnkeMo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 06.09.2009(UTC)
Beiträge: 1,019
Wohnort: Gladbeck
Hallo Jan,

der Transportschaden ist sicherlich ärgerlich. Der Hafenarbeiter kann aber nichts dafür ;-)
Der Weg nach Deutschland wird in einem Seecontainer zurückgelegt, der schön vollgestopft ist. Zwar kann da auch mal Sturm und Seegang sein, da ist aber die Ware so gepackt und gestapelt dass da eigentlich nie was passiert. Stückgut,dh Paletten oder einzelne Packstücke zu hantieren ist unverhältnismäßig teuer und macht man bei Serienware normalerweise nicht.

Das größte Risiko besteht auf den sprichwörtlich letzten Metern wenn der Paketdienst damit losbrettert. Manchmal reicht es das Gerät oder die Verpackung zu optimieren, manchmal muss man dann aber auch auf einen Versand per Palette umsteigen.

Gruß,
Anke

Bresser GmbH
amo(at)Bresser.de


http://www.astroyuki.com

"We see nothing truly, 'til we understand it"
John Constable
Offline Jan  
#8 Geschrieben : Samstag, 12. April 2014 20:16:15(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Guten Abend,

zum Transportschaden. Natürlich wollte ich der Zunft der Hafenarbeiter nichts böses. War mehr im übertragenen Sinne.
Tatsächlich ist das Paket echt schwer, ich habe mich ganz schön abgemüht. Da kann ich schon verstehen, dass es der Bote vielleicht nicht aus dem Wagen HEBT sondern WIRFT. Nur muss dann die HS-Halterung, die sicherlich für den Normalbetrieb ausgelegt ist, auf ein mal den Spiegel halten, wenn sie kurzfristig mit mehreren g belastet wird. Und dafür ist sie halt offensichtlich nicht ausgelegt. Eine Lösung wäre evtl. auch, zwei Pakete zu packen statt eines mit über 40 KG.

Ein paar Bilder vom Problem und meiner Lösung. Konnte meine Bastelfinger nicht zurückhalten.

Hier sieht man die verbogene Halterung und den Abstand vom HS, eigentlich sollte sie wohl fest anliegen:
http://www.directupload.net/file/d/3590/hfd9gunv_jpg.htm

Von unten sieht man dann vergleich links/rechts, eine Halterung (rechts) sitzt fest, die andere ist los:
http://www.directupload.net/file/d/3590/fmr2sucv_jpg.htm

Da ich mir nach erster Sichtung eine Reparatur durchaus zutraue, und diese ewige "Wegen-Garantie-müssen-wir-leider-alles-hin-und-her-schicken" mir gar nicht zusagt, bin ich das Risiko eingegangen und habe den HS gelöst und ausgebaut. So siehts darunter aus:

http://www.directupload.net/file/d/3590/jodg7qox_jpg.htm

und hier im Detail das Problem. Der Spiegel hat offensichtlich auf der Halterung "gebremst", für die zwei Nieten war das wohl zu viel:
http://www.directupload.net/file/d/3590/9sqbjrmy_jpg.htm

Eine hatte sich ganz gelöst, die andere hing nur noch am seidenen Faden. Zudem sind die Löcher oval ausgeschlagen. Da muss schon ein echter Schlag am Werk gewesen sein. Ging nix mehr, beide Nieten entfernt, ein Loch ging noch, ein anderes habe ich selbst gebohrt:
http://www.directupload.net/file/d/3590/ebstphta_jpg.htm

Vergleich Original:
http://www.directupload.net/file/d/3590/s2xyuk2w_jpg.htm

Hier sieht man noch, wie die Halterung bis auf den äußeren Rahmen durchgeschlagen ist, wird aber wohl keine Folgen haben:
http://www.directupload.net/file/d/3590/i5t3uh6u_jpg.htm

Die Konstruktion ist eigentlich schon intelligent, simpel und robust. Nur dieser Teil hat halt nicht die Kraft, einen Paketsturz aufzunehmen. Entweder müsste da im Transport eine Sicherung für den Spiegel rein, ähnlich wie bei der Waschmaschine für die Trommel, oder konstruktiv stabiler. Alublech und zwei Nieten ist zu wenig. Ich wette das Fehlerbild haben am Ende 20-40 % der Geräte, je nach Lieferweg. Auf "this side up" und "zerbrechlich" achtet leider niemand.
Hat mich jetzt nur 30 Minuten gekostet und finde ich auch interessant, aber mit Hausmitteln ist das nicht mehr zu lösen, Nietzange und ein bisschen Geschick sind schon nötig.

Viele Grüße,

Jan

Bearbeitet vom Benutzer Samstag, 12. April 2014 20:19:38(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Offline Jan  
#9 Geschrieben : Sonntag, 13. April 2014 17:29:18(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Guten Abend,

wie schon im anderen Beitrag geschrieben, habe ich jetzt den OAZ leicht verkippt montiert, um ihn passend auf den FS auszurichten. Dieser ist nämlich nicht höhenverstellbar. Irgendwie nicht die allerbeste Lösung. Zumal ich nicht glaube, dass die übliche FS-Halterung mit drei Justierschrauben und einer Mittelschraube irgendwie deutlich teurer wäre.

Bei der Gelegenheit habe ich gleich die Stellräder am OAZ herumgedreht. Das 1:10-Rad sitzt jetzt unten und ist damit beim Beobachten viel leichter zu greifen als von oben. Man kann den Ellenbogen aufs Knie legen und erreicht das untere Rad.

Bilder habe ich jetzt vorerst leider keine, kommt aber noch.

Generell zu Hut und OAZ. Der Hut ist theoretisch beliebig in 90° Schritte drehbar. Nur beim "Schubsen" läge dann die vormontierte Sucherhalterung unten. Ich glaube aber nicht, dass die Suchermontage an jeder beliebigen Stelle wirklich problematisch ist.
Was ich mir überlege ist, nochmal Bohrungen für die Halterungen in 45° versetzt auszuführen. Ich glaube ein Einblick von schräg oben ist angenehmer wenn es Richtung Horizont geht. Eigentlich keine große Sache, vielleicht was fürs nächste Wochenende.

Viele Grüße,

Jan
Offline Orion  
#10 Geschrieben : Sonntag, 13. April 2014 21:12:10(UTC)
Orion


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 15.01.2014(UTC)
Beiträge: 49
Wohnort: Pfalz
Hallo Jan, ich bekomme meinen Dobson ES 12" Morgen. Jedoch stelle ich mir die Frage, wieso das nicht alles über die Hauptstelle hier in Deutschland läuft und die nicht erst mal hineinschauen ob auch alles ok ist. Denn dafür sind sie ja da... Dann kann ich ja gleich in Amerika oder sonst wo bestellen!`?

Gruß
Offline Jan  
#11 Geschrieben : Sonntag, 13. April 2014 21:35:14(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Hallo Orion,

ich weiß gar nicht wo das lang läuft. Das Gerät ist ja noch recht neu am Markt, evtl. ist diese Schwachstelle bisher noch gar nicht bekannt. Ich glaube so genau kann man die auch nicht einzeln untersuchen.
Wenn deins ankommt, kannst Du ja mal von unten auf die Spiegelbox gucken, da sieht man das am besten. Siehe meine Fotos.

Ansonsten bin ich immer noch guter Dinge was das Teleskop angeht.

Viele Grüße,

Jan
Offline Jan  
#12 Geschrieben : Freitag, 18. April 2014 14:27:58(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Hallo zusammen,

ich möchte nochmal ein paar Punkte näher betrachten. Dazu auch ein paar Fotos.

Ich habe zunächst nochmal nach dem Beitrag von Orion nachgemessen, bei mir ist der HS genau in der Mitte. Wobei ich dabei auch nochmal sehen konnte, dass die aufgeklebte Markierung eben nicht genau in der Mitte ist.

Ich habe durch Kippen des OAZ diesen jetzt recht exakt auf den FS ausgerichtet. Ich habe zwar kein Concenter, jedoch kann ich durch den leeren OAZ schauen und mich dann langsam davon weg bewegen, so dass der FS diesen fast komplett ausfüllt. Dann zeigt sich gut, dass ein einheitlicher runder Rand frei bleibt. Der Laser trifft jetzt auch etwa 5 mm oberhalb der Mitte auf den FS, was vermutlich recht gut dem Offset entspricht.
Leider lässt sich das nicht am FS einstellen, ich sehe auch nicht wo das im Werk gemacht werden kann. Und der OAZ ist jetzt schon rechts stark verkippt. Ginge vermutlich auch mit U-Scheiben am der OAZ-Platte. Insgesamt wäre mir aber eine Höhenverstellung des FS lieber gewesen.
Dazu noch eine Detailansicht vom OAZ. Er läuft für mein Gefühl sehr angenehm und ist mit der 1:10 Untersetzung präzise zu steuern. Allerdings Zahntrieb, also nicht wirklich Crayford. Den Drehantrieb habe ich übrigens demontiert und um 180° gedreht. Es ist viel angenehmer wenn das untersetzte Rad unten ist. Wäre das Dobson als "Schubser" gebaut, hätte es auch genau so gelegen. Also eigentlich kein "Zieher"-OAZ. Ich habe den leisen Verdacht, der Umstand Ziehen/Schieben ist bei der Konstruktion nicht berücksichtigt worden und erst später aufgefallen...
Bisschen nervig: Man hat ständig das Fett von der Zahnplatte an den Fingern.

Bild Nummer
Bild Nummer


Bild Nummer
Bild Nummer



Transport:

Das Dobson bietet einige clevere Lösungen, die aber noch ausbaufähig sind. Für die HS-Box gibt es ein passendes Inlay aus Blasenkunststoff mit Lagermöglichkeiten für Okulare etc. Leider ist der "Klotz" so massiv, dass man ihn vor Montage der Stangen entfernen muss. So liegt der HS ungeschützt offen. Ich habe jetzt das Ding in zwei Teile zerlegt, der untere Teil kann bis zum Schluss auf dem HS verbleiben und in effektiv schützen. Anschließend lässt es sich problemlos zwischen den Stangen durchziehen. Evtl. könnte man die Kiste von Anfang an getrennt lassen. Zumal die Ausstanzungen im oberen Teil darauf schließen lassen, dass beide Teile erst im Produktionslauf verklebt werden.

Bild Nummer
Bild Nummer


Bild Nummer


Thema: Alles passt in zwei Boxen plus Stangentasche.

Kann ich bisher nicht reproduzieren. Die Höhenräder passen zumindest nicht wirklich in die Box. Sie stehen zwar nicht über, liegen aber schräg auf und damit wird das Lagern des Huts eine eher klapprige Angelegenheit. Der OAZ passt ebenfalls nur so gerade in die Umrisse der Box, allerdings auch nur auf der offenen und damit ungeschützten Seite. Außerdem hat die Rockerbox keinen Deckel oder ähnliches. Derweil ist die Spiegelbox wirklich gut gelöst, das Inlay aus Blasenkunststoff nutzt den Platz perfekt und bietet Raum für allerlei Zubehör.
Beide Boxen lassen sich gut tragen und passen in jeden Kofferraum. Ebenso das Verstauen und Auf-/Abbau bei mir am Gartenhaus geht in unter 10 Minuten. Von daher ist das Dobson auf jeden Fall sehr flexibel und kein Platzfresser.
Unterm Strich ist zwar ein Transport in zwei Boxen rein technisch möglich, praktisch bleibt die Rockerbox aber eine offene "Kramkiste", die noch irgendeine Verschlusslösung bekommen muss.

Bild Nummer
Bild Nummer


Bild Nummer


Ich hoffe in den nächsten Tagen mal eine mond- UND wolkenlosen Himmel zu bekommen und etwas mehr zu den Fähigkeiten des Teleskops an dunklen Objekten sagen zu können.
In Anbetracht des Preises (~900 Euro) bin ich nach wie vor überzeugt, dass wir hier ein richtig gutes und flexibles Gerät haben.
Andererseits würde ich das Teleskop niemandem empfehlen, der nicht in der Lage ist mittlere Reparaturen und Verbesserungen selbst vornehmen zu können. Den beschriebenen Transportschaden hat nach meiner Recherche auch jeder in mehr oder weniger starker Abwandlung. Habe bereits einige Bilder dazu gefunden.

Kleiner Punkt am Rande: Ich habe ES zum Transportschaden letzten Sonntag eine Email geschrieben und auch auf diesen Beitrag verwiesen, dazu aber bisher noch keine Antwort erhalten. Ich werde die Email nochmal schreiben, wäre aber doch enttäuscht wenn zu dem Thema keine Aussage vom Hersteller kommt.

Viele Grüße,

Jan
Offline Jan  
#13 Geschrieben : Sonntag, 20. April 2014 11:55:55(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Guten Morgen,

entgegen dem Wetterbericht waren die Nächte Freitag und Samstag bei mir weitgehend wolken- und mondlos.
Also habe ich jeweils zwei h mit spechteln verbracht und einiges dazugelernt.
Zunächst mal, nach zwei Stunden gucken ist Schluss, das Auge will nicht mehr so recht.

Da ich mit rechts ins Okular und mit links in den Telrad schaue, ist die Anordnung für mich sehr gut. Ziehen stört mich dabei nicht, ich stelle den Stuhl halt anfangs weit weg und richte mich immer weiter auf. Nur die Stellung des Okulars 90° zur Seite gefällt mir nicht, könnten gerne auch 135° sein nach schräg oben. Nächste Umbaumaßnahme...

Der Himmel bei mir zwischen Nord und Südost geht dich nächsten 50 km nur noch über Feld und Wald, da war es wirklich knackig dunkel. Kleiner Wagen war voll und ohne Probleme sichtbar. Der dunkelste Wagenstern hat meiner Kenntnis nach 5m und war durchgängig und ohne "suchen-und-vermuten" sichtbar. Andere Sterne mit feinerer Abstufung kenne ich nicht. Aber vermutlich irgendwo 5 - 5,5 geschätzt.

Da mein DeepSkyReiseatlas jetzt schon (und immer noch) eine ganze Woche in der Post unterwegs ist, bin ich leider noch etwas orientierungslos. Sternbilder sind stellenweise schwer zu identifizieren, weil dort teilweise so viele Sterne sind, dass ich erstmal suchen muss welche denn jetzt dazu gehören.

Trotzdem gut gefunden habe ich M13 im Herkules.

Der Anblick im ES 14mm hat mir wirklich sehr gut gefallen. Das Zentrum war milchig aber schon mit leichten Kontrasten, durchgängig von der Mitte bis zum Rand waren die helleren Sterne klar kontrastiert zu erkennen. Alles auch sehr schön rund, keine Ausreißer und Spikes zu erkennen. Der Hintergrund war allerdings leicht grau.

Einfach mal probeweise habe ich dann das Gitterrohr verdunkelt, im Hut mit dunkel Pappkarton, um die Rohrkonstruktion habe ich einfach mit zwei Klammern eine Decke gewickelt. Siehe Bilder:

Bild Nummer
Bild Nummer


Der Effekt war wirklich erstaunlich. Beim Blick in den "Tubus" auf den Spiegel war fast kein Licht mehr zu entdecken. Die hellsten Stellen waren Reflektionen an den "schwarzen" Stangen. Also noch Todo-Potenzial.
Noch größer das Ergebnis an M13. Der zuvor leicht milchige Teil im Zentrum war jetzt tatsächlich sichtbar aufgelöst. Zugleich ist der Hintergrund nochmal erkennbar dunkler geworden. Teilweise gar es gar Momente, wo M13 aussah, als habe man durch einen dunklen Stoff unzählige Nadelstiche gemacht und im Hintergrund beleuchtet.
Für meine Eindruck scheinen Spiegel und Okular wirklich viel Zeigepotenzial zu haben.

Außerdem noch gefunden M51, hier sieht man die beiden Zentren und herum leicht grauer Schleier, mehr konnte ich aber nicht auflösen. Meine Dunkeladaption war aber auch vermutlich nicht sehr gut, dank nachbarschaftlichem Gartenhausbeleuchtungswahn.

NGC663 habe ich auch noch gefunden, ebenfalls wirklich schön gezeichnet, ohne Schweifchen oder Spikes.

Zuvor noch ein bisschen den Jupiter beobachtet, er zeigt an 14mm gut sichtbar und vor allem kontrastreich seine beiden Streifen. Ich meine im unteren Streifen (das wäre ja eigentlich der obere) einen Wirbel gesehen zu haben und ebenfalls einen kleinen dunklen Fleck auf der Oberfläche. Kann das evtl. ein Mondschatten gewesen sein? Ich weiß nicht wo die Monde gestern genau standen, zumindest standen sie nicht in der typischen Reihe wie sonst. Am Jupiter zeigen sich ganz leicht vier Spikes, aber nicht störend.

Insgesamt bin ich bisher sehr zufrieden mit dem gesehenen. Bastelpotenzial lässt sich gut ausnutzen, muss aber auch genutzt werden.

Was mir jetzt noch fehlt ist mehr Okularvielfalt unterhalb 14mm, aber da wird sich schon was finden...

Viele Grüße,

Jan

Bearbeitet vom Benutzer Sonntag, 20. April 2014 12:30:23(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Offline Mootz GMS  
#14 Geschrieben : Sonntag, 20. April 2014 15:07:17(UTC)
Mootz GMS


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 19.02.2010(UTC)
Beiträge: 1,963
Wohnort: Dautphetal
Hallo Jan,

so muss ein Gitterrohr unter unseren landläufig erreichbaren Bedingungen nun mal aussehen, dann klappts auch mit dem Kontrast.
Gut gemacht und gut gezeigt. Man kann es nicht oft genug zeigen.
Was Du dann gesehen hast, gibt tatsächlich berechtigen Anlass zu Hoffnung, dass Dein Teleskop in Ordnung ist.
Cool

Gruß
Günther
Überprüft, was immer auch geschrieben steht,
wenn selbst durchs Teleskop Ihr seht.
Das mehrt die eigene Erfahrung
und bringt so manche Offenbarung.
Des Astronomen wahre Freude
ist schließlich die Photonenbeute.
Offline Jan  
#15 Geschrieben : Sonntag, 18. Mai 2014 11:39:20(UTC)
Jan


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 30.03.2014(UTC)
Beiträge: 39
Hallo zusammen,

nachdem jetzt mal für kurze Zeit wolkenlos und mondlos gleichzeitig stattfanden, hatte ich gestern nochmal Gelegenheit zwischen 23 und 1 Uhr ein wenig durch das Teleskop zu schauen.

Zuerstmal habe ich mir auf Folie mit Laserdrucker ein 100 LPI Ronchi ausgedruckt, mit 1.200 dpi.
Das habe ich dann verspannungsfrei in den 1,25"-Reduzierer gelegt und mit einer aufgebogenen Büroklammer als "Sprengring" fixiert.
Am Polarstern und mit 7 mm Okular zeigt sich auch gleich das überall bekannte Gitter.

Extrafokal und mit ca. 5-6 Linien sieht es für mein Verständnis sehr gut aus. Alle Linien laufen gerade bis zum Rand. Allenfalls ein leichter Ring wie wohl bei allen Spiegeln ist zu sehene. Aber verbogenen Linien aus über/unterkorrektur oder steigender/fallender Rand war jetzt nicht zu erkennen. Auch beim Fokuswechsel bleiben die Linien wo sie sein sollen, kein "Umschlag" zu erkennen.
Im Fokus sieht man den Polarstern dann als Band nach rechts und links in vielen Einzelbildern laufen, mit leichtem Farbverlauf. Also scheint das Gitter wie aus dem Physikunterricht bekannt zu wirken :-)

Mein Himmel hier ist geschätzte 5 mag, der kleine Wagen ist vollständig sichtbar auch bei direktem Hinsehen.

Das 7mm Okular war zu Beginn an M13 noch nicht so klar wie das 14 mm, nach einiger Zeit hat sich der Seheindruck stark verbessert, M13 wird schön aufgelöst mit einzelnen Sternen bis zum Zentrum, im Zentrum ein "Nebel", der aber in guten Momente Details erkennen lässt.
Das Teleskop stand zwar seit 21 Uhr draußen, aber entweder braucht es längere Abkühlung, oder das Seeing wird generell im Laufe der Nacht besser. Vermutlich beides.

Weitergesurft zu M57, der war in 7 mm überraschend schön zu erkennen. Deutlich der Rauchring mit dem helleren Innenbereich. Darin gefühlt sichbar ein heller Punkt. Ebenso gefühlt leicht blau.

Galaxien lassen sich leicht finden und sehen, allerdings sind Details in den Armen eher eine Mischung aus "Einbildung" und kurzfristig guten Sichtbedingungen. M81 und M82 sind auf jeden Fall schon bei 14 mm gut zu sehen, bei 7mm schien M82 (der längliche helle Streifen) einige dunkle Unterbrechungen zu haben. Zumindest war sie nicht durchgängig gleich hell.
M51 ist gut erkennbar als doppelte helle Punkte mit neblige Umgebung, leicht indirekt angesehen zeigt die größere Spirale erste Strukturen.

Ich glaube es hilft nichts, ich werde mir mal irgendwo eine dunklere Stelle suchen müssen als den Himmel über meinem Garten. Aber erstmal noch die nächsten Wochen abwarten und hoffen, dass in den Neumondnächten ebenfalls keine Wolken unterwegs sind. Im Moment wird der Himmel halt auch nicht so richtig dunkel.

Um noch ein paar der Punkte zum ES 12" anzusprechen, die in anderen Beiträgen waren:
Kippgefahr: Ja, stimmt. Zenitnahe Beobachtung läuft gefahr, wenn die Kraft genau orthogonal zur Verbindung zweier Füße läuft, dass dann der gegenüberliegende dritte Fuß abhebt. Allerdings merkt man das sehr früh, und tritt auch bei mir zumindest nur auf, wenn ich den Hut "stumpf" herumdrücke mit Hebelwirkung auf die Mechanik. Wenn ich das Teleskop jedoch "führe" dreht es sich ohne Probleme.
Allgemein sind mir die Losbrechmomente noch etwas zu hoch. Läuft es einmal, dann läuft es sehr sanft, aber vorher muss man doch etwas fester einwirken. Gibt es einfache Lösungen, die Reibung an den Pads noch etwas zu reduzieren?
Ansonsten hält die Justierung auch bei häufigem rumtragen, allerdings zerlege ich das Konstrukt im Moment nicht. Aber auch wenn die Fangspiegelhalterung etwas seltsam aufgebaut ist, scheint sie stabil zu sein. Warum allerdings nicht die sonst übliche Konstruktion aus Zentralschraube und drei Justierschraube von oben zum einsatz kommt, habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Denn die dicken Knöpfe der Schrauben stehene definitiv im Strahlengang, der Fangspiegelschatten ist deutlich viereckig.

Ich glaube, eine EQ-Plattform könnte sich lohnen und wäre ein interessantes Selbstbauprojekt.
Außerdem überlege ich, ein 3-Zoll-Kindernewton als Sucher zu montieren. Manchmal ist es doch etwas kompliziert im Telrad die Sternmuster aus dem Atlas zu finden. Zumal die Telradkreise nicht alle gleich hell sind. Der unterschied zwischen inneren und äußerem Ring ist mir irgendwie zu groß. Ein 3"-Newton mit 20 mm Okular "sieht" auch in etwa 4° und damit einen Telrad-Abschnitt.

Also, gibt noch Baustellen genug :-)

Viele Grüße,

Jan
Benutzer, die gerade dieses Thema lesen
OceanSpiders 2.0
2 Seiten12>
Das Forum wechseln  
Du kannst keine neue Themen in diesem Forum eröffnen.
Du kannst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge nicht löschen.
Du darfst deine Beiträge nicht editieren.
Du kannst keine Umfragen in diesem Forum erstellen.
Du kannst nicht an Umfragen teilnehmen.