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Offline Benny  
#1 Geschrieben : Montag, 17. März 2014 23:35:24(UTC)
Benny


Rang: Graue Eminenz
Mitglied seit: 09.12.2007(UTC)
Beiträge: 5,809
Wohnort: Taunus
Hallo,

auch wenn es der geneigte Astrofanatiker sicher heute überall mitbekommen hat, will ich nicht, dass hier im ATDS erst was zur Nobelpreisverleihung über dieses Thema steht Wink

Über indirekt nachgewiesene Gravitationswellen hat ein Wissenschaftsteam am Südpol mit einem Detektor einen direkten Beweis der Inflation nach dem Urknall liefern können. Klingt erst einmal gar nicht soooo spektakulär, aber nach dem Durchlesen der ersten Artikel zu diesem Thema bleibt einem doch mal der Mund offen stehen, denn das "Echo" was wir hier in den Händen halten ist vielfach älter als das was wir im kosmischen Hintergrund bisher auffangen konnten - SEKUNDENBRUCHTEILE nach dem Urknall.

Macht Euch am besten mal selber ein Bild, ich habe eine mehr oder weniger willkürliche Auswahl von Quellen, die sich meiner Meinung nach gut lesen liesen und auch die Grundlagen ganz gut rübergebracht haben ohne auf dem Niveau der Nachrichtenmagazine zu verharren:

[url=scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/03/17/was-sind-primordiale-b-moden-und-was-sagen-sie-uns-ueber-den-urknall-und-die-inflation/]Eine Botschaft vom Urknall: Die erste direkte Beoabchtung der kosmischen Inflation![/url]

Einstein rippels - Your guide to gravitational waves

Landmark discovery: New results provide direct evidence for cosmic inflation

Meine Hauptfragestellung bezieht sich auf folgenden Absatz:

Zitat:
Not only does inflation succeed in explaining the origin of cosmic structure — how the cosmic web formed from the smooth aftermath of the big bang — but it makes wilder predictions as well. The model seems to produce not just one universe, but rather an ensemble of universes, otherwise known as a multiverse. This collection of universes has no end and no beginning, continuing to pop up eternally.

Today’s results provide a stronger case for “eternal inflation,” which gives a new perspective on our desolate place within the cosmos. Not only do we live on a small planet orbiting one star out of hundreds of billions, in one galaxy out of hundreds of billions, but our entire universe may just be one bubble out of a vast cosmic ocean of others.

Read more: http://www.universetoday...inflation/#ixzz2wGJtUmH4


Der Zusammenhang mit Multiversen will mir noch nicht recht einleuchten Confused

Viele Grüße Benny

Bearbeitet vom Benutzer Montag, 17. März 2014 23:38:17(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline astrobart  
#2 Geschrieben : Dienstag, 18. März 2014 03:39:24(UTC)
astrobart


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 08.01.2009(UTC)
Beiträge: 1,002
Wohnort: Riesa
Hallo!

Eigentlich ist es schon recht spät, diese recht interessante Neuigkeit zu lesen und zu verdauen. Meine erste Frage war natürlich, was für einen bzw. welchen Wert genau haben sie genau gemessen? Hier hab ich mal einen interessante Link gefunden: Messung Skalar/Tensor-Verhältnis. Die erste Grafik des Links zeigt wohl den besten Schätzwert (+ Unsicherheit) von der Likelihood - Methode mit dem Ergebnis:
Zitat:
Rumors were right, and r = 0.2 is the best fit (with errors plus .07, minus .05).


Doch was genau ist erstmal die Likelihood - Methode? In einem experimentellen Versuch wird die Schätzmethode "Maximum - Likelihood - Methode" verwendet, um die unbekannte Größe a aus N unabhängigen Messdaten abzuschätzen. Die Likelihood – Funktion wird als das Produkt von den Einzelwahrscheinlichkeitsdichten definiert:

UserPostedImage

Unter der Voraussetzung, dass alle einzelnen Messwerte stochastisch unabhängig sind, werden die Einzelwahrscheinlichkeiten zusammen multipliziert. Die Maximum - Likelihood - Methode sorgt dafür, dass die Likelihood - Funktion und somit die Wahrscheinlichkeit in der Wahl des Parameters UserPostedImage maximal wird. Der beste Schätzwert für UserPostedImage befindet sich also im Maximum von
UserPostedImage Für die Berechnung der Maximalstelle ist es günstiger, die Funktion zu logarithmieren. Eine Logarithmusbildung des Produktes lässt sich einfach in eine Summe umformen, welche leicht abgeleitet werden kann.

UserPostedImage

Hier wollte ich erstmal bei dem kleinen Begriff "Likelihood" Licht ins Dunkel bringen. Cool Ich hoffe, es ist einigermaßen verständlich zusammengefasst. Was genau das Skalar/Tensor-Verhältnis ist, muss ich mal in aller Ruhe genau lesen...

Viele Grüße

Christian
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Gerard Manley Hopkins (1844-1889)
Offline Gecko91  
#3 Geschrieben : Dienstag, 18. März 2014 10:38:22(UTC)
Gecko91


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 05.04.2009(UTC)
Beiträge: 640
Wohnort: Beobachte auf dem Hunsrück
Hallo Christian,
danke schonmal für das Auseinanderpflücken des Parameters.
Es wurde also mit r (aus der Likelihood-Methode) das Verhältnis zwischen Gravitationswellen zu den Dichtestörungen (bin mir mit der Übersetzung nicht ganz sicher) ermittelt?

Interessanter finde ich jetzt die Grafik des Power-Spektrums. Leider habe ich jetzt keinen Vergleich zu der theoretischen Erwartung zur Hand. Aber ist das nicht die anschaulichste Grafik, die eben zeigen sollte, dass hier ein Signal entdeckt wurde, wo wir die Gravitationswellen erwarten?

Spannend wird der Vergleich mit den Planck-Daten. Der in deinem Link gezeigte Vergleich zeigt ja die Erreichbarkeit für dieser Signale für Planck (ursprünglich dachte ich auch, dass die Planck-Forscher am nächsten am Nachweis dran sind).

*edit* weis jemand, wo die Publikationen dazu erschienen sind?

Bearbeitet vom Benutzer Dienstag, 18. März 2014 10:40:54(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

LG und CS
Jonas
mit seinem 6" Dobson auf Selbstbau RB
Offline Benny  
#4 Geschrieben : Dienstag, 18. März 2014 10:45:17(UTC)
Benny


Rang: Graue Eminenz
Mitglied seit: 09.12.2007(UTC)
Beiträge: 5,809
Wohnort: Taunus
Hallo Jonas,

Zitat:
*edit* weis jemand, wo die Publikationen dazu erschienen sind?


Detailed paper

Full set of papers

CS und Gruß Benny
Taunus-Astronomie- AstroBLOG
weitFELD - Bennys photoBLOG
Offline Gecko91  
#5 Geschrieben : Dienstag, 18. März 2014 11:15:16(UTC)
Gecko91


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 05.04.2009(UTC)
Beiträge: 640
Wohnort: Beobachte auf dem Hunsrück
Hey Benny,

danke dir! Smile
Da werde ich hoffentlich noch ein paar Informationen zum Power-Spektrum finden.
LG und CS
Jonas
mit seinem 6" Dobson auf Selbstbau RB
Offline Gecko91  
#6 Geschrieben : Dienstag, 18. März 2014 12:30:04(UTC)
Gecko91


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 05.04.2009(UTC)
Beiträge: 640
Wohnort: Beobachte auf dem Hunsrück
Hallo Christian,

zu deiner Frage mit dem Skalar/Tensor-Verhältnis:
Dabei geht es um die E- und B-Moden (E-Moden sind die Dichtefluktuationen, B-Moden die Gravitationswellen). B-Moden haben keine skalare Komponente wie die E-Moden, sondern stammen von der Tensorkomponente. Es wird also der Anteil an Gravitationswellen am gemessenen Signal bestimmt.

Interessanter ist tatsächlich das Power-Spektrum. Auf der von dir verlinkten Seite zeigt die durchgängige rote Linie die Erwartung nach dem Lensed-LambdaCDM Model, die gestrichelte ist aber der warscheinlichste Fit basierend auf den Daten.
LG und CS
Jonas
mit seinem 6" Dobson auf Selbstbau RB
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