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Offline Benny  
#1 Geschrieben : Dienstag, 11. März 2014 08:47:51(UTC)
Benny


Rang: Graue Eminenz
Mitglied seit: 09.12.2007(UTC)
Beiträge: 5,809
Wohnort: Taunus
Morgen zusammen,

ich habe mich ob der Mondphase mal wieder wild durch die Theorie geklickt, weil ich mich schon lange nicht mehr auf den laufenden Stand gebracht habe.

Im Zusammenhang mit dem nachgewiesenen Higgs-Boson bin ich auf den Begriff des "echten" (=stabilen) und "falschen" (=metastabilen) Vakuums gestossen.

Ich versuche es mal mit meinem bruchstückhaften Halbwissen zu erklären wie ich das bisher verstanden habe, hätte aber gerne wenn sich Mitglieder mit mehr Sachverstand da mal zu äussern würden Wink (alle anderen bitte auch! Das Thema erscheint sehr interessant!).

Was wir als landläufig als Vakuum bezeichnen ist ja gar keins, in der einfachsten Variante einfach "luftleer" in der erweiterten Variante als "materienleer" - Selbst das materieleere ist alles andere als leer, weil es dort auf Quantenebene kräftig schäumt, energetisiert und von kurzlebigsten (virtuellen) Teilchen nur so wimmelt.

Alles im Universum strebt nach dem niedrigesten Energieniveau (Atome zum Beispiel) und auch das Vakuum strebt danach. Nach dem Urknall hat sich das während der Inflation von ungeheuren Energien auf das heutige Niveau heruntergearbeitet und war bisher als stabil angesehen. Die Energie zerfiel in Materie und Strahlung die wir heute um uns haben, beobachten und aus der wir bestehen.

Es gab schon in den 90ern die Theorie, dass wir aber gar nicht in einem echten Vakuum leben sondern in einem "metastabilen" also eine trügerische Ruhe die aber eine endliche Halbwertszeit hat, das ganze lies sich mathematisch zeigen, zu unser aller Glück wurde aber nie ein Hinweis darauf beobachtet, dass es wirklich der Fall ist. Ansonsten könnte sich der Vakuumzerfall nämlich weiterentwickeln und viele Grundkonstanten wären hinfällig, damit auch sämtliche Materie in seiner jetzigen Form. Also eine kosmische Katastrophe die anders als alles was Hollywood so aufbietet nicht von aussen kommt sondern "mal eben einfach" dafür sorgt, dass unsere Chemie nicht mehr funktioniert und einfach alles verdampft weil die Materie sämtliche Bindungen verliert, auch die Gravitation würde plötzlich die stärke der anderen Grundkräfte erhalten.

Da kommt das Higgs Boson ins Spiel, seine Masse bewegt sich am untersten Rand dessen was möglich ist, etwas weniger und es wäre in der Lage das Gleichgewicht des Quantenvakuums aus dem Ruder laufen zu lassen und der weitere Zerfall auf eine niedrigere Energieebene wäre unaufhaltsam - mit eben den Konsequenzen des Materiezerfalls.

Wenn ich es richtig verstanden habe, weiss man heute noch nicht mit letzter Sicherheit ob sich eine solche Instabilität ergeben könnte wird, ob wir nur (mal wieder) zufällig in einem Raumbereich leben den eine potentiell ausdehenden Blase aus "echtem Vakuum" noch nicht erreicht hat oder aber wie lange das ganze Gleichgewicht stabil sein kann (nach einhelliger Meinung noch sehr lange). Interessant ist dabei ja, dass man immer wieder hört "die elementaren physikalischen Gesetze gelten überall wo wir bisher hingeschaut haben" - das ist natürlich richtig. In der Theorie bewegt sich aber eine ausbreitende Blase eines Vakuums niedrigen Energieniveaus aber auch mit Lichtgeschwindigkeit, entsprechend würden wir die erste Beobachtung darüber in dem Augenblick machen können in dem wir zerfallen Laugh

Ich habe da leider bei WEITEM nicht alle Zusammenhänge verstanden, weils für mich aber neu war dachte ich mir, stells mal in den Raum Wink

http://www.wissenschaft....ontent/56/12054/1011938/

http://www.zeit.de/1997/06/titel.txt.19970131.xml (Diesen Artikel finde ich persönlich für einen Zeit-Artikel arg reisserisch und man verlässt auch irgendwann das Thema der Grundlagen..)

http://www.focus.de/wiss...s-vakuum_aid_985902.html


Viele Grüße Benny

Bearbeitet vom Benutzer Dienstag, 11. März 2014 11:09:42(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline Andreas  
#2 Geschrieben : Mittwoch, 12. März 2014 23:44:43(UTC)
Andreas


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 16.04.2009(UTC)
Beiträge: 1,031
Wohnort: Taunus
Hallo,
habe dies hier heute in der Mittagspause entdeckt und war jetzt gerade erstaunt, dass hier niemand etwas geschrieben hat und der Thread schon unten herausgewandert war. Solche Theorien üben auf mich ja eine ganz besondere Faszination aus. Ich habe die Anhänge nur kurz überfliegen können. Das muss ich mir mit wachem Kopf nochmal genau durchlesen.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
Ich sehe was ich sehe - wenn ich es sehe
Offline Mootz GMS  
#3 Geschrieben : Donnerstag, 13. März 2014 22:35:33(UTC)
Mootz GMS


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 19.02.2010(UTC)
Beiträge: 1,963
Wohnort: Dautphetal
Hallo Benny,

von den Grundlagen und Grundsätzlichkeiten her lese ich da nichts Neues, wobei unser heutiges Wissen natürlich in einigen Jahren von unseren Nachfahren belächelt werden könnte, was wir uns ja gegenüber unseren Altvorderen auch ab und zu herausnehmen.

Der Untergang ist und war uns also immer, jederzeit und auch mit jedem Wissensstand gewiss, allein wir haben ein Problem mit den unfassbaren Zeiten und Räumen, wobei ja auch eben diese Zeit unsere Erfindung ist. Wir brauchen sie als Halt, Maß und Ziel für unser Systemverständnis.
Unsere Systembilder beinhaltet Werden und Vergehen von dem was uns wichtig ist in fassbaren Zeitabläufen, während das System in dem wir leben weit darüber steht.
So reden wir uns eben jene (für uns)apokalyptischen Begebenheiten des universalen Entstehens und Vergehens in für uns fassbare zeitliche Abläufe hinein und werten sie aus unserer Sicht darauf als lebensspendend oder -vernichtend. Wir wollen uns zwingend in diesen Abläufen berücksichtigen und passen sie oder auch uns daher daran an.

Es gibt für uns viele Untergangsszenarien, warum nicht das denkbar entfernteste Szenario wählen?
Damit haben wir ganz bestimmt nichts zu tun.Sneaky

Gruß
Günther
Überprüft, was immer auch geschrieben steht,
wenn selbst durchs Teleskop Ihr seht.
Das mehrt die eigene Erfahrung
und bringt so manche Offenbarung.
Des Astronomen wahre Freude
ist schließlich die Photonenbeute.
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