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Offline Hico  
#1 Geschrieben : Dienstag, 11. Juni 2013 22:37:39(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,607
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Hallo zusammen,

ich hoffe, ihr habt etwas Zeit zum Lesen mitgebracht, denn der nun folgende Bericht, den ich mir in den letzten zwei Tagen zusammengetippt habe, ist nun doch ganz schön lang geworden. Ich hoffe, er gefällt trotzdem und regt vielleicht zum Bau einer eigenen Barndoormontierung an. Smile Und los geht´s ...


Am Wochenende kam ich endlich mal dazu, mir auch eine Barndoormontierung zu bauen. Es wurde auch langsam Zeit, da ich im Juli nach Kroatien in den Urlaub fahre. Da ich nur alle paar Jahre mal soweit Richtung Äquator fahre, möchte ich diesmal auch gern meine EOS1000D mitnehmen und ein paar Übersichtsaufnahmen schießen, zumal ich dort laut Stellarium auch die Möglichkeit hätte, mal den Skorpion in Gänze zu sehen und auf den Chip der Kamera zu bannen.

Als Freund einfacher (Bastel-)Lösungen, fand ich eine Barndoormontierung auch schon immer sehr reizvoll, hab mich aber bisher nie an´s basteln einer solchen gemacht, da keine wirkliche Notwendigkeit bestand. Wenn ich hier zum Beobachten rausfahre nehme ich immer meine LXD-75 mit, wenn ich fotografieren will. Da wir im Sommer aber mit fünf Leuten im PKW nach Kroatien fahren, muss ich schon gut überlegen, was ich mitnehmen kann. Und so eine Barndoor ist da eben doch wesentlich kompakter als eine Montierung der EQ-5-Klasse.

Da ich vor 4 Jahren mal Bekanntschaft mit einer Purus-Montierung gemacht habe und diese Variante der Nachführung mit einem Uhrwerk schon damals richtig klasse und u(h)rig fand, gefiel mir auch gleich die Eieruhr-Barndoor, die Woddy hier im Forum vorgestellt hat.

Dem Andreas möchte ich hier zum einen für die Vorstellung seines Nachbaus danken (wie hast Du den australischen Link überhaupt gefunden???), ohne die ich garnicht auf diese Konstruktion aufmerksam geworden wäre. Zum anderen Danke ich ihm aber auch dafür, dass er mir die Drehachse für meine Eieruhr und eine Alu-Adapterplatte mit Fotogewinde angefertigt, bzw.überlassen hat, damit ich die Barndoor auf meinem Fotostativ montieren kann und mir auch noch ein Stück Angelschnur dazugelegt hat. VIELEN DANK WODDY! ThumpUp

Folgendes Material habe ich mir besorgt, um die Barndoor bauen zu können:

1m Alu-Vierkantrohr 50x20mm
1 Stück Klavierband (Scharnier)
1 Eieruhr 60 Minuten

Zusätzlich habe ich von Woddy zugeschickt bekommen:
1x Messing Drehachse D= 12mm, zum Aufstecken auf den Drehknopf der Eieruhr
Angelschnur D= 0,7mm
Aluplatte mit Fotogewinde und vier Befestigungslöchern zur Montage der Barndoor am Fotostativ

Aus meinem Sammelsurium kamen noch zum Einsatz:
Reststück Alu-U-Profil zur Montage des Suchers
10 Schrauben M3 20mm
2 Schrauben M3 25mm
3 Muttern M3
1 Rändelmutter M3
4 Senkkopfschrauben M4
Kugelkopf zur Montage der Spiegelreflexkamera
Metallstange als Gegengewichtstange D= 14mm L= 200mm
1 große Mutter (M20?) und große Unterlegscheiben als Gegengewichte
1 altes Sucherfernröhrchen (5x24) mit Fadenkreuz als Polsucher


Am Samstag Nachmittag ging es dann mit der australischen Bauanleitung draußen vor dem Haus bei prallem Sonnenschein los und mit ein paar Päuschen zwischendurch war ich am frühen Abend erstmal soweit fertig. Um mal zu schauen wie es sich mit dem Gleichgewicht der Konstruktion verhält, habe ich alles zusammengebaut und die EOS mit dem 18-55mm Kitobjektiv montiert. Wie erwartet, brauchte ich noch ein verstellbares Gegengewicht. Beim durchforsten meiner Bastelecke fand ich eine ca. 20cm lange Metallstange, die ich noch von einem Deckenventilator als Abstandhalter für dessen Montage über hatte. Am Sonntag Morgen habe ich das Teil dann noch verbaut. Für einen besseren Sitz habe ich diese Stange noch mit Isoband umwickelt. Allein das Verschieben dieser Stange im Alu-Vierkantrohr macht schon ´ne Menge aus, reicht aber nicht, sodass ich noch eine große und schwere Mutter und ein paar Unterlegscheiben als Zusatzgewichte anlegen kann, so wie aus dem Foto zu sehen.

Hier die Konstruktion, wie sie aktuell aussieht und in der letzten Nacht zum ersten Mal zum Einsatz kam.

UserPostedImage

Mal aus der Nähe aus Richtung Norden betrachtet ...

UserPostedImage

... und von der entgegengesetzten Seite ...

UserPostedImage

UserPostedImage


Aber wie funktioniert so ein Teil, bzw. wie konstruiert man sowas?

Im Folgenden möchte ich daher gern noch auf die Funktion und die notwenige Berechnung der Teile eingehen. Dazu habe ich ein Foto mit entsprechenden Buchstaben und Maßen versehen. Man könnte zwar einfach die Daten der australischen Beschreibung übernehmen, was aber, wenn man z.B. nicht in der Lage ist eine 12mm-Achse zu bekommen oder zu basteln, auf die sich die Angelschnur aufrollt und man eine Achse mit anderem Maß nehmen muss?

Außerdem muss beim Bau berücksichtigt werden, dass wir uns hier in Europa auf der Nordhalbkugel befinden, Australien aber nicht ohne Grund auch „Down Under“ genannt wird und sich auf der Südhalbkugel befindet. Das heißt, dass der Ablauf der Bewegung der Barndoormontierung auf der Nordhalbkugel genau entgegengesetzt funktionieren muss, als auf der Südhalbkugel. Schaut man sich die Skizze des australischen Berichtes an, dann sieht man, dass die aufgezogene Eieruhr das Aluprofil während des Fotografierens ran zieht. Auf meinen Fotos kann man sehen, dass das Aluprofil beim Aufziehen der Eieruhr herangezogen wird und sich beim Ablaufen der Uhr, also während des Fotografierens, von der Uhr wegbewegt.

Die Ermittlung der Maße:

Hierbei geht es in erster Linie um die möglichst perfekte Nachführung, also das möglichst exakte Erreichen der Geschwindigkeit der Erdumdrehung, um bei der Langzeitbelichtung des Sternenhimmels die Selbige zu kompensieren und auf den Aufnahmen möglichst punktförmige Sterne zu bekommen. Um eines schon mal vorwegzunehmen: Diese Konstruktion wird eine perfekte Nachführung über die 60 Minuten nicht zulassen, egal wie gut man gerechnet, konstruiert und gebaut hat. Warum? Das zeige ich an späterer Stelle auf.

Nun aber erst mal zur Ermittlung der Maße des in meiner folgenden "Skizze" rot gezeichneten Dreiecks.

UserPostedImage

Beginnen muss man an einer Stelle und zwar dort, wo ein Maß aufgrund eines Bauteils vorgegeben ist. In meinem Fall war es die Messingdrehachse mit dem Durchmesser von D = 12mm, auf die sich die Angelschnur beim Aufziehen der Eieruhr aufrollt.

Da es sich bei der Eieruhr um eine Uhr mit 60 Minuten Laufzeit handelt, bedeutet dies, dass sich die Angelschnur in den 60 Minuten um die Länge x von der Drehachse abwickelt. Um diese Länge x zu bestimmen nimmt man die Formel des Kreisumfangs

U = D x π.

Für D muss man zum Durchmesser der Achse noch den Durchmesser der Angelschnur hinzurechnen. Damit ergibt sich für D ein Maß von 12,7mm. Setzt man das in die Formel ein

U = 12,7mm x π

So ergibt sich ein Kreisumfang von

U = 39,9mm

Dieser Umfang entspricht genau der Länge, um die sich die Angelschnur in 60 Minuten Laufzeit der Eieruhr abrollt. In dem roten Dreieck meiner Skizze wird diese Länge durch die Seite a dargestellt.

Nun zum orange gekennzeichneten Drehwinkel α. Dieser Winkel ist der, um den sich das Aluprofil innerhalb der 60 Minuten Laufzeit der Eieruhr bewegt. Diese Bewegung muss genau der Entsprechen, mit er sich die Erde in gleicher Zeit um ihre Achse, den Himmels(nord)pol bewegt.

Dazu folgende Überlegung. Eine komplette Umdrehung der Erde um ihre eigene Achse entspricht einer Kreisbahn mit einem Drehwinkel von 360°. Wie lange dauert eine Umdrehung? Genau, nicht 24 Stunden (obwohl diese Annahme bei dieser Konstruktion wahrscheinlich genau genug wäre), sondern eben nur 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden. Vernachlässigen wir die 4 Sekunden und rechnen den Rest in Minuten um, so ergibt sich, dass sich die Erde in 1.436 Minuten einmal um seine Achse gedreht hat. Diese 1.436 Minuten entsprechen den 360° Drehwinkel des vollen Kreises.

Da das Uhrwerk der Eieruhr für eine Umdrehung nur 60 Minuten benötigt, und wir folglich mit dieser Uhr nur maximal 60 Minuten am Stück nachführen, also die Erddrehung kompensieren können, müssen wir ermitteln, welchen Drehwinkel die Erde in der Zeit zurücklegt. Dies geschieht ganz einfach mit dem Dreisatz, bzw. der Anwendung folgender Formel:

360° : 1.436 Minuten x 60 Minuten = 15,04°

Dieser (Erd-)Drehwinkel entspricht dann auch genau dem Winkel α in dem roten Dreieck meiner Skizze. Das heißt, das durch die Angelschnur bewegte Aluprofil der Barndoormontierung muss in 60 Minuten einen Drehwinkel von 15,04° zurücklegen, was der Winkelgeschwindigkeit unserer Erde entspricht.

Dort wo die Seiten b und c meines roten Dreiecks verbunden sind, sitzt das Klavierband (Scharnier). Nun gilt es zu ermitteln, an welcher Stelle die Angelschnur am sich bewegenden Aluprofil befestigt werden muss. Das heißt die Länge der Seite b meines roten Dreiecks muss bestimmt werden. Dies geht mit folgender Formel eines Gleichseitigen Dreiecks.

UserPostedImage

Setzt man hier für a die oben ermittelten 39,9mm der sich in den 60 Minuten abrollenden Angelschnur ein und für „alpha“ den zuletzt ermittelten Drehwinkel α mit 15,04°, dann ergibt sich für die Länge der Seite b

b = 152,44mm

Die Länge der Seite b entspricht auch der Länge der Seite c und auch der Länge der gelb gezeichneten Strecke d. Die Strecke d bestimmt den Punkt, wo sich die Angelschnur von der Drehachse abwickelt. Zieht man von der Strecke d den Radius der Drehachse und den halben Durchmesser der Angelschnur ab und misst die Höhe der Eieruhr vom Boden bis zur Mitte der Drehachse kann man über den Satz des Pythagoras (c²=a²+b² ) ganz einfach den Punkt berechnen, auf dem die Eieruhr auf dem waagerechten und fest mit dem Fotostativ verbundenen Aluprofil montiert werden muss.

Wie etwas weiter oben bereits angesprochen, kann diese Konstruktion nicht über die 60 Minuten Laufzeit der Eieruhr perfekt nachführen, was natürlich auch an dem billigen Aufbau der Mechanik liegt, nicht zuletzt aber auch daran, dass die Annahme die Seiten b, c und d aus der Skizze wären gleich lang, in der Praxis nicht stimmen kann. Dazu müßte die Angelschnur nicht als Gerade zwischen dem Aluprofil und der Eieruhr verlaufen, sondern müßte eine teilkreisförmige Bewegung durchführen. Für die Nachführung von kleinen Brennweiten über ein paar Minuten sollte es aber reichen, wie ein erster Test auch bereits beweisen konnte. Dazu aber später mehr ...


Die restlichen Maße habe ich beim Bauen der Barndoormontierung einfach „nach Gefühl“ und Vorstellung festgelegt. Sie haben auf die Funktion der Barndoor nur in so fern eine Bedeutung, dass man im Betrieb erreichen muss, dass das bewegliche Aluprofil mit montierter Kamera und eventuell Zuhilfenahme eines Gegengewichts, nur eine ganz minimale Zugkraft auf die Eieruhr ausgeübt wird, da die Eieruhr ja eigentlich nicht dafür ausgelegt ist Lasten zu bewegen.

Für die Montage des Sucherfernröhrchens zur Einstellung der Barndoor auf den Himmelspol, muss man nun noch darauf achten, dass der Sucher exakt parallel zum Klavierband, also der Drehachse der Barndoor montiert wird. Wo man den Sucher unterbringt ist ansonsten egal. Ich habe für die Montage ein Reststück Alu-U-Profil verwendet und dieses beim Anschrauben an das Vierkant-Aluprofil mit einem Anschlagwinkel ausgerichtet.


Der erste Test:

Gestern Abend konnte ich die Barndoor dann zum ersten Mal testen und ich muss sagen, dass sie wirklich erstaunlich gut funktioniert. Noch während der Dämmerung und bei durchziehenden Wolken machte ich die erste Aufnahme mit 18mm Brennweite mit 60 Sekunden Belichtungszeit. Das Ergebnis war ganz o.k., sodass ich gleich beschloss, für die folgenden Belichtungen mal auf 180 Sekunden Belichtungszeit zu gehen.

Da es noch längst nicht richtig dunkel war, stellte ich die Empfindlichkeit auf ISO 100 und die Blende auf f/6,3 ein. Während ich das Gesamtfoto auf 800 Pixel Seitenlänge verkleinert habe, zeigt der kleine Ausschnitt ε Lyra, den Vierfach-Stern im Sternbild Leier, als 200%-Crop. Bei der geringen Brennweite sind die beiden engen Sternpaare natürlich nicht getrennt zu sehen.

UserPostedImage

Danach schwenkte ich die Kamera mal von Ost nach West und hielt grob auf das Sternbild der Großen Bärin. Da das Ergebnis beim vorherigen Foto noch immer ganz o.k. war, ging ich nun auf 300 Sekunden Belichtungszeit, ebenfalls mit ISO100 aber mit noch weiter geschlossener Blende f8. Der Bildausschnitt mit dem einen Stern zeigt ein 400%-Crop.

UserPostedImage

Nach weiteren nicht verwertbaren Belichtungen beschloss ich mein altes Porst 135mm Teleobjektiv mal mit der Barndoor auszuprobieren. Hierbei hielt ich wieder auf das Sternbild Leier, das bei 135mm gerade so ins Bildfeld passt. Im folgenden ist ein Summenbild aus 4 Belichtungen á 60 Sekunden mit ISO400 und Blende f/5,6 zu sehen. Die Bildausschnitte (rechts der Ringnebel M57) sind 100%-Crops.

UserPostedImage

O.k., die Sterne werden nicht immer 100%ig "perfekt", aber dennoch kann man sehen, wie gut so ´ne billige Eieruhr nachführen kann. Ein bisschen Ausschuß gab´s bei den Fotos natürlich trotzdem. Aber es geht schon ganz schön was, wie ich finde.


Abschließend kann ich also sagen, dass ich richtig begeistert darüber bin, dass man mit solch einer preisgünstigen und nicht so schwer nachzubauenden Lösung schon richtig nette Langzeitbelichtungen des Sternenhimmels machen kann. Wichtig ist natürlich, dass es möglichst windstill ist, eine gute Einnordung UND eine gute Ausbalancierung erreicht wurde - wie gesagt, das Profil darf nur ganz minimal an der Eieruhr ziehen, sonst läuft diese zu schnell. Man kann das durch die Kontrolle des Tickens mit dem Gehör eigentlich ganz gut erkennen, wenn die Uhr zu stark belastet wird und dadurch etwas schneller läuft. Die Balance lässt sich mit der rausziehbaren Gegengewichtsstange und den zusätzlich als Gewichte dienenden Mutter und Unterlegscheiben auch recht gut einstellen.


So, ich hoffe der Bericht war nicht zu lang und hat ein wenig Freude gemacht und vielleicht auch bei dem ein oder anderen die Lust zum Bau einer Barndoormontierung geweckt.


Gruß und klaren Himmel
Heiko

Bearbeitet vom Benutzer Dienstag, 11. Juni 2013 22:52:19(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline Pipo  
#2 Geschrieben : Mittwoch, 12. Juni 2013 09:09:49(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
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Moin Heiko,

eine feine Arbeit. Der Aufwand hat sich doch gelohnt. Diese Eieruhr-Barndoor ist wirklich eine geniale Idee und funktioniert offensichtlich prima. Besonders praktisch ist natürlich, dass man die Drehrichtung umkehren kann, sollte es einen wirklich mal auf die Südhalkugel verschlagen.

S eine Barndoor sollte man vielleicht auch mal allen "Newbies" ans Herz legen, die unbedingt auch mal fotografieren wollen. Um sich mit dem Thema und der EBV vertraut zu machen ist das wahrscheinlich nicht das schlechteste.

Deine Fotos werden wir ja dann zu sehen bekommen und lass Dich nicht vom Skorpion stechen.

Viele Grüße und viel Spaß mit der Barndorr

Pipo
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Offline Benny  
#3 Geschrieben : Mittwoch, 12. Juni 2013 12:35:43(UTC)
Benny


Rang: Graue Eminenz
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Hallo Heiko,

zunächst mal meinen Glückwunsch zu deiner genialen Kontsruktion! Damit wirds du RICHTIG viel Spaß haben möchte ich meinen :)

Seit Weihnachten bin ich ja auch stolzer Barndoorbesitzer, meine ist allerdings nicht von mir gebaut sondern erstklassige Arbeit aus dem Hause Woddy Wink Ich wüsste nicht wofür man etwas anderes bräuchte solange man mit Objektiven fotografiert, so leicht, transportabel und einfach zu handhaben - einfach UND genial BigGrin

Zitat:
S eine Barndoor sollte man vielleicht auch mal allen "Newbies" ans Herz legen, die unbedingt auch mal fotografieren wollen. Um sich mit dem Thema und der EBV vertraut zu machen ist das wahrscheinlich nicht das schlechteste.


So sehe ich das auch, prinzipiell kann man das mit etwas Geschick wohl wirklich selber bauen und es unterstützt genau DIE Brennweiten die zum Einstieg (und weit darüber hinaus!) sinnvoll sind, mir gefallen die letzten Jahre ohnehin nur noch Widefieldaufnahmen - auch zum ANSCHAUEN :)

Viele Grüße Benny
Taunus-Astronomie- AstroBLOG
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Offline woddy  
#4 Geschrieben : Mittwoch, 12. Juni 2013 13:30:43(UTC)
woddy


Rang: Spechtelrentner
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Hallo Heiko
Man(n) das ging ja fix.
Freut mich zu sehen das deine Monti prima läuft.BigGrin
Das man ein bischen Ausschuss hat ist normal, da kommen
dann verschieden Dinge zusammen. Gleichlauf der Uhr,etwas zu viel oder zu wenig zug auf der Schnur
das Scharnier hakelt minimal..
Aber bis 135mm/45sekBel. geht das sehr gut.
Mann sollte überiegens bei längeren Serien von mehr wie 20 Bilder
die Kameraposition kurz ändern damit kein Dihering auftritt.
Event kannst Du dir auch noch einen kleinen Distanzklotz machen
damit die Kamera etwas höher kommt.
Wenn du Bilder in richtung Süden machen willst kann das sehr hilfreich sein
da die Kamera dann etwas mehr Freiheit beim neigen hat.
Ich freue mich immer wenn ich sehe was mit dieser recht Einfachen Monti machbar ist.
Das beste ist die Batterien halten ewig LOL
Ich denke auch das das zum Einstieg in die Astrofotografie eine super Sache ist.
Kosten ganz unten und Nutzen ganz oben.
Also Heiko ,dann weiterhin viel Erfolg mit der Bardoor und gutes gelingen im Urlaub.
..ach ja.. unterstützen..das mache ich gern wenn man sieht was am Ende feines raus kommt.
Beste Grüße
Andreas
Offline Flash1980WTM  
#5 Geschrieben : Mittwoch, 12. Juni 2013 16:24:53(UTC)
Flash1980WTM


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Hallo Heiko,

also dieser Bericht macht wirklich Lust auf den Selbstbau, vorallem ist das mal ein Projekt was ich mir auch mal zutrauen würde obwohl nicht nicht so der große Bastler bin Wink Sicherlich ist auch das nicht ganz einfach, aber ich denke das Ergebnis ist es wert sich mal in den Bau reinzufummeln...

Gruß
Daniel
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Offline Hico  
#6 Geschrieben : Donnerstag, 13. Juni 2013 18:56:23(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
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Hallo Pipo,

Pipo schrieb:
So eine Barndoor sollte man vielleicht auch mal allen "Newbies" ans Herz legen, die unbedingt auch mal fotografieren wollen. Um sich mit dem Thema und der EBV vertraut zu machen ist das wahrscheinlich nicht das schlechteste.


Da hast Du Recht. Es braucht natürlich zusätzlich noch ´ne Kamera, mit der man Langzeitbelichtungen machen kann. Aber da wir ja den Neueinsteigern die gerne fotografieren wollen auch immer empfehlen, anstatt mit einem Teleskop erstmal mit der Kamera+Objektiv mit kleinen Brennweiten zu beginnen, ist solch eine Barndoor schon echt was feines und vor allem, viel viel günstiger als eine Deutsche Montierung (EQ, ...). Und der Bau ist wirklich nicht schwer.

Gruß und klaren Himmel
Heiko

Bearbeitet vom Benutzer Donnerstag, 13. Juni 2013 19:05:38(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline Hico  
#7 Geschrieben : Donnerstag, 13. Juni 2013 19:05:01(UTC)
Hico


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Hi Benny,

Benny schrieb:
Ich wüsste nicht wofür man etwas anderes bräuchte solange man mit Objektiven fotografiert, so leicht, transportabel und einfach zu handhaben - einfach UND genial BigGrin


ja, genial ist solch eine einfache Konstruktion tatsächlich und tierisch Spass macht´s auch damit zu fotografieren. Dieses leichte Ticken während die Belichtungen laufen erinnerte mich sofort an die zwei oder drei Nächte, in denen ich damals mit der Purus draußen war. Während ich die 135mm-Leier-Belichtungsserie geschossen habe, habe ich mich auf eine Wolldecke direkt neben die Barndoor gelegt und hoch in den Himmel geschaut. Das Ticken wirkte dabei irgendwie beruhigend. Vielleicht war´s aber auch einfach nur das Liegen an sich, was nach dem langen Tag so entspannend wirkte. Laugh

Aber nochmal zu dem Zitat oben: Diese Barndoor-Konstruktion ist eher für geringe Brennweiten geeignet. Mein 300mm-Spionageobjektiv will ich da besser nicht draufpacken. Das Ding ist schon ziemlich schwer und da würde meine Gegengewichtsstange nicht ausreichend sein.

Gruß und klaren Himmel
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Offline Hico  
#8 Geschrieben : Donnerstag, 13. Juni 2013 19:13:17(UTC)
Hico


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Hallo Andreas, großer Baumeister, Cool

ja, das ging fix. Aber nur, weil ich es schon länger vor hatte und mich auch schon vor ein paar Wochen mal mit dieser australischen Bauanleitung auseinander gesetzt hatte. Vorletztes Wochenende hatte ich mir schon das Aluprofil und die anderen Sachen besorgt. Es fehlte "nur" noch Deine Lieferung. Erst dachte ich, ich werd mir da schon irgendwas achsentechnisches selbst basteln können. Aber mir wollte einfach nix einfallen. Eingefallen ist mir dann nur, dass Du beim ATT Deine Unterstützung angeboten hattest. ThumpUp

woddy schrieb:
Event kannst Du dir auch noch einen kleinen Distanzklotz machen
damit die Kamera etwas höher kommt.
Wenn du Bilder in richtung Süden machen willst kann das sehr hilfreich sein
da die Kamera dann etwas mehr Freiheit beim neigen hat.


Ja, da muss ich nochmal ran. Das ist mir auch direkt in der ersten Nacht aufgefallen. Das nächste Wochenende steht ja vor der Tür und da werde ich mir dazu nochmal Gedanken machen. Da wird mir schon was einfallen. Smile

Gruß und klaren Himmel
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Offline Hico  
#9 Geschrieben : Montag, 8. Juli 2013 11:59:33(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
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Hallo Freunde der "einfachen" Astrofotografie, Cool

bevor ich morgen in den Urlaub nach Kroatien fahre, wollte ich mich hier in diesem Thread nochmal eben melden. Nicht nur, weil ich die Eieruhr-Barndoor vor allem für diesen (und folgende) Urlaub/-e gebaut habe, sondern auch, um noch den Transportkoffer zu zeigen, den ich in den letzten Tagen noch gekauft und entsprechend angepasst habe.

UserPostedImage

Diesen Alukoffer habe ich im hiesigen "Bieber"-Baumarkt für knappe 15,- € inkl. Würfelschaumstoffmatte gekauft und letztere entsprechend der Abmessungen der Barndoor, der Gegengewichtsstange und des Suchers angepasst.

Auf den Fotos in meinem ersten Beitrag zu diesem Thread sieht man noch, dass ich den Sucher ursprünglich mit Isoband an der Montierung befestigt hatte. Damit die Montierung aber in den Koffer passt, musste ich eine praktikablere Lösung finden - und fand sie ganz schnell in zwei Haargummis meiner kleinen Tochter. Laugh Damit ist der Sucher schnell montiert und nach der Aufnahmesession auch wieder demotiert. Ich denke (und hoffe!), dass meine Kleene die zwei Gummis nicht vermissen wird, aber bei der Menge der Gummis die sie besitzt ... LOL

So, nun bin ich gespannt was der kroatische Himmel auf Krk hergeben wird, und ob es klappen wird den Skorpion in Gänze auf den Chip meiner EOS zu bekommen. Ich werde spätestens in zwei Wochen berichten, wenn wir wieder heile und gebräunt aus dem Urlaub zurück sind.

Euch allen eine gute und erholsame Zeit und viel CS! Smile

Gruß
Heiko
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Offline Pipo  
#10 Geschrieben : Montag, 8. Juli 2013 15:04:51(UTC)
Pipo


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Moin Heiko,

da ist das gute Stück ja sicher verpackt. Ich habe drei Mädels von 6 bis 13. Falls dir mal die Haargummis ausgehen sollten ;-).

Dann wünsche ich gute Fahrt hin und zurück, einen schönen Urlaub und vor allem reichlich Zeit zum Spechteln und Fotografieren. Ich bin gespannt.


Viele Grüße

Pipo

Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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Offline skywatcher65  
#11 Geschrieben : Samstag, 4. April 2015 09:39:04(UTC)
skywatcher65

Rang: Neues Mitglied
Mitglied seit: 01.04.2015(UTC)
Beiträge: 3
Wohnort: Ladenburg
Hallo zusammen,

ich greife das Thema hier nochmals auf, da ich mir auch so eine Barndoor Monti mit Eieruhr bauen möchte.
Die Problematik die sich mir stellt ist die Drehachse an der Eieruhr. Ich habe leider keine Drehbank oder jemanden der mir so eine komfortable Achse erstellen kann.
Gibt es vielleicht noch andere Ideen von Konstruktionen wie ich die erstellen könnte?

Bin für alles an Ideen dankbar.

Gruß Thomas
8" GSO Dobson auf Rockerbox und BDSC Teilkreise von Hilmar Heininger.
Offline woddy  
#12 Geschrieben : Samstag, 4. April 2015 11:37:00(UTC)
woddy


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 07.02.2009(UTC)
Beiträge: 2,677
Wohnort: Iserlohn
Hallo Thomas
Wenn du schon genau weist welchen Durchmesser du brauchst,
und wie Dick der Knebel deiner Uhr ist melde dich mal.
Alternativ kannst du deine Konstruktion auch so auslegen das ein
Standarte Rundholz aus dem Baumarkt passt, 20mm Buche z.B.
Wichtig ist auch das du denKugelkopf etwas erhöht aufsetzt.
Dann hast du später weniger Probleme bei der Kamera Positionierung.
Bis dann
MfG
Andreas
Offline tigger  
#13 Geschrieben : Samstag, 4. April 2015 12:47:33(UTC)
tigger


Rang: Spechtelrentner
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Beiträge: 4,756
Wohnort: Taunus
Zitat:
melde dich mal.

räusper, hust, hust...BigGrin Flapper
Adventure. Heh. Excitement. Heh. A Jedi craves not these things.



Offline mwalbiner  
#14 Geschrieben : Samstag, 4. April 2015 13:30:18(UTC)
mwalbiner


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
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Hallo Thomas,

ja beim Baumarkt gibt es ein Rundholz und das kann man auf die Eieruhr mit
Sekundenkleber darauf kleben, das habe ich auch so vor kurzem gemacht.
Da kann ich Andreas nur bestätigen!

Beste Grüße

Manfred
Offline woddy  
#15 Geschrieben : Samstag, 4. April 2015 14:39:20(UTC)
woddy


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Mitglied seit: 07.02.2009(UTC)
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Hallo Jan
Blushing Blushing Blushing
BigGrin
Ich habe dich nicht vergessen.
Es wird werden,ganz Sicher.
Mir fehlte nur etwas der Antrieb....
Habe leider keine 2h Eieruhr mehr bekommen, so must du auch mit der
einfachen Variante vorlieb nehmen.
Ich mach mich kommende Woche mal ans Werk ! 100%
mfG
Andreas
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