Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren müssen Sie sich Anmelden oder Registrieren.

Mitteilung

Icon
Error

Optionen
Gehe zum aktuellsten Beitrag Gehe zum letzten Ungelesenen
Offline Hico  
#1 Geschrieben : Freitag, 13. April 2012 14:31:55(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,610
Wohnort: Korbach
Hallo zusammen,

da ich die Tage Urlaub hatte, konnte ich mich mal wieder etwas dem Basteln von Astrozubehör widmen. Ursprünglich hatte ich vor, mich mal wieder mit dem Bau einer EQ-Plattform zu beschäftigen, was ich vor zwei Jahren schonmal angedacht hatte. Da ich aber beim Ideen-suchen über einen günstigen Anbieter gestolpert bin, der die Dinger nicht sehr viel teurer anbietet, als die Materialkosten eh abverlangen und ich mich auch mit den elliptischen Kreissegmenten etwas schwer tue, bin ich davon erstmal wieder ab. Ich denke, ich werde mir dann doch eine EQ-Plattform kaufen. Der "erste Kontakt" mit Herrn Fitschen von MF-Dobson war jedenfalls sehr nett.

Aber nun zum Thema. Ich hatte mir im letzten Jahr bereits eine Parallelogrammmontierung für meine Ferngläser gebaut, war aber nicht so recht glücklich damit. Die Beobachtung damit war zwar schon extrem angenehmer, als freihändig zu beobachten - vor allem mit dem schweren TS20x80 Triplet - aber der ganze Aufbau war doch recht windanfällig.

Hier erstmal noch meine erste Binomount, quasi die Version 1.0
UserPostedImage

Da das Stativ, dass ich ja noch von meinem alten Tchibonewton über hatte, nicht gerade verwindungssteif ist, hoffte ich auf eine drastische Verbessung der Stabilität, als ich für lau ein altes Vermessungsstativ bekam und dieses unter die Binomount setzte.

Dafür sägte ich aus einem Reststück unserer Küchenarbeitsplatte ein dreieckiges Stück aus, lackierte die Schnittkanten schwarz, bohrte mittig ein Loch durch und schraubte das Stück auf das Vermessungsstativ.

UserPostedImage

Aus einem Reststück Multiplex sägte ich ein rundes Stück aus, lackierte dieses mit Klarlack, versah es mit einer langen 6mm Schraube als Drehachse und einem runden Stück Teflon als Gleitlager, dass ich noch von anderen Basteleien rumfliegen hatte.

UserPostedImage

Zusammengesetzt sieht das dann so aus:
UserPostedImage

Das Vermessungsstativ ist natürlich deutlich stabiler als das Wackelstativ des alten 76/700 Newton, dennoch brachte es keinen wirklich sichtbaren Vorteil.

Also beschloss ich vor drei Tagen eine neue Binomount zu bauen. Weiterhin verwenden wollte ich nur das Vermessungsstativ und den "Drehteller". Der komplette Aufbau sollte neu konstruiert werden.

Ich begab mich also vorgestern in unseren heimischen Baumarkt und holte mir dort ein paar Rechteckleisten aus Kiefernholz in 20x30mm für den Ausleger und in 30x60mm für die Säule und das parallel montierte Gegenstück. Außerdem natürlich auch noch diversen Schrauben und Kunstoffunterlegscheiben, die ich eigentlich als Gleitlager für die Ausleger nehmen wollte. Davon bin ich aber bereits wieder ab.

Hier mal meine "Werkstatt" - unser glücklicherweise überdachter Hauseingang
UserPostedImage

Dann ging es los. Zu erst nahm ich ein paar Maße und baute die Säule und das parallele Gegenstück.

UserPostedImage

Die Säule wollte ich mit folgenden Winkeln auf den Drehteller montieren. Da die Ecken der Winkel aber leider etwas über den Teller überstehen würden, habe ich die Ecken abgesägt. Auf dem Foto sieht man schon angezeichnet, wo ich die Eisensäge ansetzen würde.

UserPostedImage

Montiert sieht das dann so aus:
UserPostedImage

Die Ausleger werden mit M6x90 Schlossschrauben montiert, wobei ich wie schon geschrieben Unterlegscheiben aus Kunstoff als Gleitlager verwenden wollte.

UserPostedImage

Nachdem ich die Ausleger zurecht gesägt hatte, sah das Ganze montiert dann schonmal wie folgt aus. Hier ist auch noch der Messingwinkel zu sehen, auf dem ich zuletzt bei der Vorgänger-Binomount das Fernglas montiert hatte.

UserPostedImage

Soweit der Stand von vorgestern. Gestern ging´s dann weiter. Es mußte noch eine Vorrichtung für das Gegengewicht konstruiert werden. Dafür wollte ich auch sehen, dass ich die Leisten auf der Gegengewichtseite noch etwas kürzen konnte. Nach der Materialsichtung auf dem Dachboden meines Vaters nach einer Art Gegengewichtsstange und dem Finden einer solchen in Form einer Stange mit M16-Gewinde, begann ich mit dem Bau, aus dem nun folgendes resultiert:

UserPostedImage

Das Messinggegengewicht habe ich noch über, wurde ja auch zuvor schon für die Vorgängerversion eingesetzt. Da dieses aber für eine Standard 20mm-Gegengewichtsstange vorgesehen ist, die bei meinem Dad gefundene Stange aber M16 und die Schraube im Gegengewicht nicht lang genug ust, um dieses zu klemmen, habe ich provisorisch erstmal noch zwei Lagen gelbes Textilklebeband um die Stange gewickelt. Da muß natürlich noch ´ne längere Schraube rein.

Nachdem ich die Schrauben der Ausleger (bzw. die Muttern der Schlossschrauben) noch etwas fester angezogen hatte, funktionierte das mit dem einen Gewicht sowohl für mein 10x50, wie auch für mein 20x80 Fernglas, sodass ich so erstmal recht zufrieden bin.

Und so sieht sie nun aus, meine Binomount 2.0
UserPostedImage

Der erste Test am Tage verlief schonmal ganz o.k. Wackelfrei ist auch diese Konstruktion nicht, aber schon deutlich besser, als meine Binomount 1.0 und 1.1 (mit Vermessungsstativ).

Nach dem letzten Foto wurde alles wieder zerlegt, da ich das Holz noch etwas mit Raspel, Feile und Sandpapier bearbeiten mußte.

UserPostedImage

Im Anschluß habe ich noch alles mit Klarlack bepinselt, bevor ich dann gestern Abend um 21.30Uhr Feierabend gemacht habe.

Heute kam ich noch auf die Idee, auf die Kunstoff U-Scheiben komplett zu verzichten und statt dessen Umleimer auf die Säule und das parallele Gegenstück zu kleben. Damit ist die Auflagefläche der Ausleger auf den beiden anderen Holzstücken größer, was vieleicht auch noch etwas mehr Stabilität ins System bringt.

Und genau das werde ich jetzt mal noch ausprobieren, bevor ich die Binomount wieder zusammenschraube.

Soviel mal wieder aus meiner Bastelecke.

Gruß und klaren Himmel
Heiko
www.Heiko-schaut-ins-All.de

12" Lightbridge Dobson, 8“ f/10 SC, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Sponsor
Offline woddy  
#2 Geschrieben : Freitag, 13. April 2012 17:18:31(UTC)
woddy


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 07.02.2009(UTC)
Beiträge: 2,712
Wohnort: Iserlohn
Hallo Heiko
...ja ja was macht der Astronom im Urlaub....
.......arbeiten.......Laugh
Also ich würd mal sagen der Urlaub ist gut genutzt worden.
Die 2.0 Version sieht auf jeden Fall stabiler aus.
So ganz schwingungsfrei wird man das sicherlich nicht bekommen.
Aber deine Mühenhaben sich auf gelohnt würd ich sagen.
Macht auf den Bildern jedenfalls einen prima Eindruck.
Die Gegengewichtslösung finde ich sehr pfiffig..ThumpUp
Dann hoffe ich das Du viele gute FG Nächte damit haben wirst.
Beste Grüße
Andreas
Offline Astroinfos  
#3 Geschrieben : Freitag, 13. April 2012 18:49:35(UTC)
Astroinfos


Rang: Forenleitung
Mitglied seit: 03.12.2007(UTC)
Beiträge: 4,013
Wohnort: Lemwerder
Hallo Heiko,

das sieht sehr gut aus, was Du da gebaut hast. Einfach und genial. Bin auf einen Testbericht gespannt.
Viele Grüße und CS
Stephan Brüning

www.deepsky-datenbank.de
Offline Benny  
#4 Geschrieben : Freitag, 13. April 2012 18:57:14(UTC)
Benny


Rang: Graue Eminenz
Mitglied seit: 09.12.2007(UTC)
Beiträge: 5,809
Wohnort: Taunus
Jau Heiko, das sieht richtig gut aus :)

Du weisst ja woran du dich messen musst, hattest Wall-E ja auch schon live vor Auge Wink Wenn ich mal richtig Zeit hab, wär ich auch nicht abgeneigt so eine Mount zu bauen, freue mich schon sie im August live zu sehen.

CS Benny
Taunus-Astronomie- AstroBLOG
weitFELD - Bennys photoBLOG
Offline astrobart  
#5 Geschrieben : Freitag, 13. April 2012 20:29:31(UTC)
astrobart


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 08.01.2009(UTC)
Beiträge: 1,002
Wohnort: Riesa
Hallo Heiko!

Gegenüber der 1.0 Version hast du jetzt eine schöne stabilere Version 2.0 gebastelt. In welcher Richtung schwingt denn die Binomount eigentlich noch? Liegt es an der Materialstärke des Holzes? Wie Dick sind die Stangen denn? 20mm x 30mm? Vielleicht schmal? Ich weiß es nicht...
Aber eins weiß ich bestimmt. Wink Der Beobachtungsspaß hat sich gesteigert. Wink Auf jeden Fall viel Spaß damit.

Viele Grüße

Christian
Schaut zu den Sternen! Schaut zum Himmel!
Erblickt das ganze funkelnde Volk am Firmament,
diese Orte und Zitadellen aus Licht!
Gerard Manley Hopkins (1844-1889)
Offline Hico  
#6 Geschrieben : Freitag, 13. April 2012 20:51:58(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,610
Wohnort: Korbach
Hallo Leute,

schonmal Danke für die netten Worte.

Benny schrieb:
Du weisst ja woran du dich messen musst, hattest Wall-E ja auch schon live vor Auge Wink


Nee Benny, ich muß mich mit niemandem messen, schon garnicht mit dem Astroengel - der ist unschlagbar. BigGrin Mir muß es gefallen und es muß zumindest ausreichend gut funktionieren. Das ist´s, was für mich zählt.


So, nu aber zum momentanen Stand, der wohl hoffentlich auch erstmal das Finish darstellt. Wie schon geschrieben, habe ich heute Nachmittag die Säule und das parallele Holzstück noch mit Umleimer versehen, der eigentlich dafür gedacht ist, Küchenarbeitsplatten an den Schnittkanten zu versiegeln. Von der Oberfläche ist das fast so wie Ebony.

UserPostedImage

Wie man sieht, habe ich auch die Säule an der Oberkante noch abgerundet. Ich dachte, dass das vieleicht etwas hübscher aussieht. Smile Aber zu mehr optischer "Raffinesse" hatte ich keine Lust. Es soll eben einfach "nur" funktionieren.

Komplett zusammengebaut sieht das Ganze nun so aus:
UserPostedImage

Und noch eins von der "Guckseite". Cool
UserPostedImage

So, wenn´s dann mal wieder himmeln sollte (vieleicht geht ja heut noch was - ich hab gerade ein paar Sterne gesehen Drool), dann werde ich das neue Dingen mal im Deepsky testen. Morgen komme ich wohl nicht dazu - der Junggesellenabschied eines Freundes steht an, und das wird bestimmt hart. BigGrin

Gruß und klaren Bino-Himmel
Heiko
www.Heiko-schaut-ins-All.de

12" Lightbridge Dobson, 8“ f/10 SC, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Offline Mootz GMS  
#7 Geschrieben : Freitag, 13. April 2012 21:45:31(UTC)
Mootz GMS


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 19.02.2010(UTC)
Beiträge: 1,963
Wohnort: Dautphetal
Hallo Heiko,

sehr schöne Sache.
Ich denke, der Verzicht auf die U-Scheiben hat nochmal was gebracht und stabiler geht eigentlich nur mit mehr Materialstärke, also deutlich wuchtiger und schwerer.
Ich hatte mal so einen Kloben hier, den Fred gebaut hat. Etwa doppelte Holzstärke, also fast schon Kanthölzer. Sehr stabil, aber auch ziemlich schwer und unhandlich.
Ich gebe mich der begründeten Hoffnung hin, dass die Kobnstruktion befriedigende Stabilität bringt und Dein "First-Light" sehr ansprechend verlaufen wird.

Gruß
Günther

Bearbeitet vom Benutzer Freitag, 13. April 2012 21:47:45(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Überprüft, was immer auch geschrieben steht,
wenn selbst durchs Teleskop Ihr seht.
Das mehrt die eigene Erfahrung
und bringt so manche Offenbarung.
Des Astronomen wahre Freude
ist schließlich die Photonenbeute.
Offline Astroengel  
#8 Geschrieben : Sonntag, 15. April 2012 11:58:00(UTC)
Astroengel


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 17.02.2010(UTC)
Beiträge: 276
Wohnort: Taunus
Hallo Heiko

Das sieht ja mal lecker aus. Mit der ersten Version aus der „Swing-Ära“ hat das nur noch die Tatsache gemeinsam, dass das Bino nicht runterfällt. BigGrin Dass es funktionieren wird, steht für mich außer Zweifel.


Zitat
Zitat:
Aber zu mehr optischer "Raffinesse" hatte ich keine Lust. Es soll eben einfach "nur" funktionieren.

Keine falsche Bescheidenheit. Die Optik der Konstruktion gefällt mir sehr gut, da zum einen Stativ und Galgen sich in den Details gut ergänzen
und zum anderen auch die Proportionen stimmig sind. Vor allem die extrem kurze Gegengewichtsseite bei gleichzeitig langem Bino-Ausleger hat es
mir angetan. Kurzum, für mich eine der schönsten Binomounts überhaupt - und ich kenne eine Menge.


Hast du die Latten gut imprägniert? Nach meiner Erfahrung mit dieser Bauweise lässt die nächtliche Feuchtigkeit schnell die Achslöcher aufquellen.
Dann gibt’s erst Verspannungen die zu ungleichmäßiger Bewegung führen können und nach mehrmaligem trocknen bekommst du Spiel rein.Crying Auch
das längerfristige verharzen der Achsen (gerade bei frischem Nadelholz) sollte tunlichst unterbunden werden.


Zum Thema „messen lassen“ muss ich auch noch mal mein Wort zum Sonntag verkünden:
Wir treten ja an der Selbstbauerfront nicht an, um die allein selig machende Lösung auszudeuten. Zunächst baut jeder für sich, wie er sich das
vorstellt und so wie er es braucht und eben auch realisieren kann. Natürlich ist auch oft ein Stück Inspiration von Details oder Funktionalität
anderer Lösungen dabei und das ist ja der Hauptgrund, warum wir so was hier vorstellen. Zum Beispiel habe ich bei Heikos Lösung Details gefunden,
welche in eine Auftragsarbeit einfließen werden, da sie einfacher realisierbar sind als beim Wall-E oder andere Anforderungen erfüllen. Letztlich
lernen wir doch von- und miteinander und sollten uns besser für die gewonnenen Erkenntnisse gegenseitig auf die Schulter klopfen, als das wir
Gurus oder Referenzen ausdeuten. Dies würde die Motivation (das kann ich, das mach ich) eher in Resignation (der schon wieder, bekomme ich eh
nicht so hin) umwandeln. Der Heiko is ja schon groß und weiss was er will, aber manch Anfänger wird das so empfinden.

Genug gelabert. Dir Heiko wünsche ich deinen wohlverdienten Spaß Smile mit der Version 2.0 und davon wirst du auch ganz viel habenSmileSmileSmile.


klaren Himmel

Gruß, Michael


Ach ja, Heiko: Mit den Reflektoren des Stativs lebst du hoffentlich auf dem Feldweg wieder etwas sicherer.Scared
In Dob we trust
Offline Benny  
#9 Geschrieben : Sonntag, 15. April 2012 12:43:23(UTC)
Benny


Rang: Graue Eminenz
Mitglied seit: 09.12.2007(UTC)
Beiträge: 5,809
Wohnort: Taunus
Hi Leute,

das mit dem Messenlassen sollte bloss nicht falsch verstanden werden :O das war NICHT böse gemeint!! Jeder hat sein Fachgebiet in dem er vieleicht ein bissl mehr kann als der Kollege, aber wie Michael das schön geschrieben hat, man baut für sich selbst :) Z.B. sitze ich immer noch mit runden Augen vor dem Rechner wenn ich Heikos Selbstbautimer für die Kamera sehe, das grenzt für mich schon fast an Magie sowas SELSBT zu bauen ^^

CS und schönen Sonntag noch
Benny
Taunus-Astronomie- AstroBLOG
weitFELD - Bennys photoBLOG
Offline Hico  
#10 Geschrieben : Sonntag, 15. April 2012 17:18:30(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,610
Wohnort: Korbach
Hallo zusammen,

so, das "First Light" ist getan. Mit ziemlich viel "Light" sogar, denn die ersten beiden Versuche erfolgten an unserem Heimatstern, der Sonne. Gestern Vormittag nur mal kurz ´n paar Minuten, dafür heute Mittag etwas länger - bis sich der Himmel nach ca. 1,5 Stunden wieder zuzog.

Also, die Vers. 2.0 ist definitiv stabiler als die 1.0, soviel steht schonmal fest. Sie ist aber auch definitiv nicht wackelfrei, was aber wohl auch in der Herstellung ziemlich schwierig sein wird. Die 1.0 konnte ich schon bei leichtem Wind nicht mehr gut einsetzen. Heut war es stellenweise böig, sodass das Fernglas mit der Binomount natürlich auch etwas ins zittern kam. Allerdings a) nicht so stark wie mit der 1.0 und b) beruhigte sich das Zittern auch schneller wieder, als mit der Vorgänger-Mount. Somit hat sich der Bau auf jeden Fall schonmal gelohnt. Das Handling ist aber noch nicht perfekt und ich denke, dass ich mit zwei zusätzlichen Winkeln an der Säule noch etwas mehr Stabilität in die Mount reinbekomme. Das werde ich die Tage mal noch testen.

Tja und weil das heute doch so relativ gut funktioniert hat, hab ich auch meinen Zeichenblock mal wieder rausgeholt und die Sonne mit den vielen, wenn auch kleinen, Flecken gezeichnet. Die Gesichtsfeldgröße stimmt so nicht, müßte größer sein. Aber ich wollte die Sonne nicht so klein zeichnen, da doch ein paar klitzekleine Fleckchen sehr dicht beieinander lagen.

UserPostedImage

Die AR1455 (die Gruppe nahe des rechten Sonnenrands), AR1459 (linker Sonnenrand-Mitte) und AR1458 (linker Sonnenrand oben) konnte ich deutlich erkennen. Die AR1457 habe ich entweder übersehen (was ich mir nicht so recht vorstellen kann (?) und sie war nicht mehr zu erkennen (zumindest im Fernglas). Dafür habe ich einen kleinen Spot (ungefähr auf helbem Weg zwischen AR1455 und AR1459) ausmachen können, der noch keine Nummer hat (hab zumindest keine Info gefunden).

Was auf der Zeichnung nicht zu sehen ist, aber sehr wohl in meinem für die Sonnenbeobachtung (natürlich NUR MIT GEEIGNETEM SONNENFILTER!) auf 40mm abgeblendeten TS 20x80 Triplet bei ruhigen Seeingmomenten gut zu sehen war, sind einige helle Filamente und die Granulation. Bei ruhigem Seeing ist die Sonnenbeobachtung mit diesem Fernglas wirklich ein Fest für die Sinne, einfach klasse. Und mit meiner neuen Binomount machts gleich nochmal mehr Freude.

Hier noch der Babba beim zeichnen: Smile
UserPostedImage


Ach und Benny ...

Benny schrieb:
Hi Leute,

das mit dem Messenlassen sollte bloss nicht falsch verstanden werden :O das war NICHT böse gemeint!!


... das weiß ich doch! Wink Und ich denke, die anderen Mitleser wissen das auch. Zumindest wer Dich kennt, weiß das schon richtig einzuordnen.

Benny schrieb:
Z.B. sitze ich immer noch mit runden Augen vor dem Rechner wenn ich Heikos Selbstbautimer für die Kamera sehe, das grenzt für mich schon fast an Magie sowas SELSBT zu bauen ^^


Also, nu werd ich aber rot ... Blushing Aber mal ganz im Ernst, was für Dich wie "Magie" aussieht, ist für einen Elektrotechniker naheliegender Kleinkram. Cool Aber eben sehr nützlicher Kleinkram. Wink


Michael, auch Dir mein Dank für die netten Worte zu meinem Gebastel. Da werd ich ja gleich wieder rot. BigGrin

Astroengel schrieb:
Hast du die Latten gut imprägniert? Nach meiner Erfahrung mit dieser Bauweise lässt die nächtliche Feuchtigkeit schnell die Achslöcher aufquellen. Dann gibt’s erst Verspannungen die zu ungleichmäßiger Bewegung führen können und nach mehrmaligem trocknen bekommst du Spiel rein.


Also ich habe die Konstruktion ja mit Klarlack versehen. Aber etwas Spiel habe ich trotzdem schon in der Mechanik - ich denke, dass das Kiefernholz für sowas etwas zu weich ist. Bored Hab schon dran gedacht, die Latten mit Einschlagmuttern zu versehen. Damit sollte sich das Spiel dann in erträglichen Grenzen halten.

So, nu hoffe ich, dass es bald des Nachts mal wieder ordentlich CS hat, damit ich die neue Binomount auch mal im Deepsky ausprobieren kann. Die letzten beiden Nächte war´s hier ziemlich diesig, was mir aber in der letzten Nacht auch egal war. Der Besuch eines Junggesellenabschieds hätte mich in der Nacht eh nur Doppelsterne sehen lassen. Laugh

Gruß und nüchtern-klaren Himmel
Heiko

Bearbeitet vom Benutzer Sonntag, 15. April 2012 17:35:19(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

www.Heiko-schaut-ins-All.de

12" Lightbridge Dobson, 8“ f/10 SC, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Offline kiste59  
#11 Geschrieben : Sonntag, 15. April 2012 19:30:30(UTC)
kiste59


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 15.08.2010(UTC)
Beiträge: 274
Wohnort: st.wendel-bliesen
Hallo Heiko

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Arbeit und deinem gelungenen Firstlight.

Schöne Arbeit die du da gemacht hast. Das mit dem Gegengewicht gefällt uns sehr gut.

Wir sind auch dabei unser Bino neu umzubauen da die erste Version nicht gelungen war.
Die Rohrschellen hatten sich immer gelockert. Haben aber jetzt eine neue Lösung in Arbeit.

Gruß Bernd und Claudia
Wir sind Pilger,die auf verschiedenen Wegen einem gemeinsamen Ziel zuwandern.
(Antoine De Saint-exupery)

Nimm dir Zeit zum träumen,das ist der Weg zu den Sternen.
Offline Explorer  
#12 Geschrieben : Sonntag, 15. April 2012 21:27:44(UTC)
Explorer


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 19.04.2011(UTC)
Beiträge: 45
Hallo Heiko,

herzlichen Glückwunsch zum First Light. Die Arbeit hat sich doch gelohnt und das sieht sehr bequem aus. Auch eine schöne Sonnenzeichnung ist dabei herausgekommen.

Hier hat sich die Sonne leider nicht blicken lassen. Ich wünsche viel Spaß beim hoffentlich baldigen Deepsky-Test.

Viele Grüße,
Michael
Offline Astroengel  
#13 Geschrieben : Montag, 16. April 2012 08:57:14(UTC)
Astroengel


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 17.02.2010(UTC)
Beiträge: 276
Wohnort: Taunus
Hallo Heiko


Ungeachtet der tollen und durchdachten Lösung hier noch ein paar
Gedanken zur Optimierung, die auf deinem FirstLight basieren:

In dieser Beobachtungsposition hast du natürlich die höchsten
Seitenkräfte zu kompensieren. Die Latten vom Galgen sind doppelt
ausgeführt, so dass - enge Bohrungen vorausgesetzt - hier die
Abweichung eher gering sein sollte. Im Verdacht steht da am ehesten
die Säule, die sich aufgrund der Höhe und des Materials ordentlich
verdrehen dürfte. Wir reden hier zwar nur von kaum sichtbaren
Winkeln, die jedoch für optische Unruhe ausreichen. Spannt man so
ein Fichtenbrett von ca. 2m mal in den Schraubstock und verdreht das
andere Ende, so sieht man schnell, wie elastisch dieses Material
reagiert.

Da die Säule aus geometrischen Gründen nur minimale Reserven zur
Kürzung hat, würde ich sie als Sofortmaßnahme mit 2 Spax-Schrauben
von unten auf die runde Platte ziehen, um eine grundsätzliche Drehung
durch den langen Hebelarm auszuschließen. Aber die Säule unbedingt mit
2-3mm vorbohren, damit nichts reisst.

Dann würde ich erst mal weiter testen, da im Stehen mit hohem Galgen
die Belastung geringer ist. Falls es dir nicht ruhig genug wird, kannst
du immer noch die Säule gegen eine z.B. aus Buche austauschen. Ich würde
dann allerdings gleich bei Säule und Kopfplatte die Stärke des Materials
aufstocken, da dies sowohl für die Steifigkeit, wie auch die Geometrie
hilfreich ist und in der Gesamtlösung nur wenig Mehrgewicht verursacht.

Ein weiterer Punkt wäre dann die Ausführung des Galgens in Buche, da
die Materialstärke und somit die Windangriffsfläche deutlich sinken
könnte. Aber halt, das heb dir mal für die V3.0 auf, falls du die jemals
für erforderlich halten solltest.


Gruß und klaren Himmel (heute Abend siehts ja nicht schlecht aus)

Michael
In Dob we trust
Rss Feed  Atom Feed
Benutzer, die gerade dieses Thema lesen
OceanSpiders 2.0
Das Forum wechseln  
Du kannst keine neue Themen in diesem Forum eröffnen.
Du kannst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge nicht löschen.
Du darfst deine Beiträge nicht editieren.
Du kannst keine Umfragen in diesem Forum erstellen.
Du kannst nicht an Umfragen teilnehmen.