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Offline RaykoM  
#1 Geschrieben : Mittwoch, 15. Oktober 2008 04:15:02(UTC)
RaykoM


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Die Antwort

fpa, 16.11.2056: SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence (deutsch: Suche nach außerirdischer Intelligenz)) meldet ersten Kontakt.
Die von Frank Drake 1960 erstmals für die Suche nach außerirdischen Signalen genutzte Radiotechnik, wurde später von vielen Universitäten und auch der NASA (ehemalige amerikanische Weltraumorganisation) finanziert. Seit über 40 Jahren wird es nur noch belächelt, und von einigen Freaks mit ihren Heim-Gehirnen und Radioantennen weitergeführt.
Doch jetzt geschah das Unfassbare. Ein Sechsundsiebzigjähriger Hobby-Radio-Astronom aus dem Taunus (Französisch Europa) fing ein Signal auf.
Nachdem es verifiziert wurde (durch weitere SETI-Astronomen) wurde die Richtung aus der es kam ermittelt. Es kommt aus der Nähe von Achird, einem Stern im Sternbild Kassiopeia. Global Robotics, als weltweit größte astronomische Forschungseinrichtung, nahm sich des Signals an, und setzt nun einige seiner Kapazitäten in die Entschlüsselung.


Benjamin zerknüllte das Fax und warf es in eine Ecke. Die OLED-Folie entfaltete sich natürlich sofort wieder und verhöhnte ihn, schwach leuchtend, mit ihrem Anblick. Einziger Kommentar aus Bennys Mund: „Das ist ein Doppelstern, Idioten“. Seine Frau stand schweigend neben ihm und legte ihm die Hand mitfühlend auf die Schulter.
Seit er der letzte einer Radioastronomen-Gruppe war, die sich in den frühen Jahren des neuen Jahrtausends bildete und einiges Aufsehen durch Entdeckungen mit Kleinteleskopen und Radioantennen machte, hatte er sich noch mehr reingekniet, und jede frei Minute seiner Zeit in die weitere Suche investiert. Er war 76 Jahre alt, musste also noch 4 Jahre arbeiten, aber sein Job war einfach, und er hatte noch eine Menge Freizeit, die er gern mit seiner Frau verbrachte, beinahe noch lieber aber mit seiner Suche.
Seine Frau war seit Jahrzehnten seine Stütze, und nachdem „seine zwei Stefans“, wie er sie nannte, dahingeschieden waren, und Rayko die Lust am Hobby verloren hatte, war er, soweit er wusste, der einzige in ganz Französisch Europa der noch am SETI-Projekt arbeitete.
Seine drei Kinder arbeiteten allesamt bei „GR“ – Global Robotics, zwei nur im Facility Management, die Tochter allerdings in der Forschungsabteilung. Leider nicht in der Astronomischen Forschung, was Bennys Traum gewesen wäre.
Wie das so ist, projizieren Eltern ihre Träume oft auf die Kinder, bei Benny hat das nicht geklappt, wie das auch so oft ist, da die Kinder meist genau das Gegenteil von dem tun was die Eltern sich wünschen.

So kam es, dass nicht seine Tochter, sondern irgendwelche Jungforscher, die gerade mit dem Studium fertig waren, an das Entschlüsseln der Daten gesetzt wurden.
Vier Monate später konnten sie schon erste Ergebnisse liefern. Jedoch keine die den Etat von 2 Mrd. Kredits rechtfertigen würden. Elija Sagan erstatte seiner Chefin, Dr. Calvin gerade Bericht. „Es ist irgend eine Art Verschlüsselung, die wir nicht knacken können“, sagte er. Dr. Calvin fragte: „und das Gehirn, kann es nichts ausrichten?“. „Der Code sieht primitiv aus, jedoch scheint er eine Art Wellenform darzustellen, wir haben das Gehirn damit gefüttert, jedoch konnte es nur diese seltsamen Wellen entschlüsseln. Keine Mathematischen Grundlagen, oder irgendeine Form von Text.“
Dr. Calvin schaute sich den Ausdruck an. „Hmm, 20 Hz bis etwa 16.000 Hz… Moment…“ Sie grübelte lange nach. Etwa 0,5 Minuten. Was bei ihrem positronischen Gehirn einer Ewigkeit entsprach. Dann fuhr es aus ihr heraus: „Sie Idiot, das ist Musik!“
Dr. Calvin war zwar ein Robot, jedoch hatte sie eine Schwäche für Nostalgie entwickelt, und beschäftigte sich gerne mit dem späten zwanzigsten Jahrhundert. Bei ihren Kollegen entwickelte sich schon eine Art running Gag, aufgrund ihrer Vorliebe für 80er Jahre Pop. Sie wurde in ihrer Abwesenheit nur Nena genannt. Sie wusste davon, schwieg aber, weil es ihr bis zu einem gewissen Grade auch schmeichelte.
Leider war die Musik aus dem All nichts was mit 99 Luftballons zu tun hatte, sondern etwas ganz anderes…

fpa, 24.03.2057: Chuck Berry lebt!
Die Botschaft die vor etwa vier Monaten aus dem Sternbild Kassiopeia empfangen wurde ist entschlüsselt! Es ist Musik, und zwar Erd-Musik. Ein unglaublicher Mix aus Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Chuck Berry (mit dem Titel Johnny B. Goode) und anderen.
Die Forscher sind ratlos.


„Idioten, Idioten, IDIOTEN!“ schrie Benny, als er die Pressemitteilung der französischen Presseagentur las. Er rannte zu seinem Heim-Gehirn und verlangte von ihm: „Ruf Jenny an!“
Jenny war seine Jüngste, und arbeitete in der Düngemittelforschung der Hefe-Abteilung von GR.
Als größte Firma der Welt stellte Global Robotics nicht mehr nur Robots und positronische Denkmaschinen (Gehirne) her sondern belieferte auch die Nordregion (das frühere Nordamerika, Europa und Asien) mit aller Nahrung die gebraucht wurde. In Form von Hefe, die mit Mineralstoffen, Aromen, Vitaminen und anderen Stoffen chemisch angereichert wurde, und so als einzige Nahrung in der Nordregion zur Verfügung stand. In riesigen Hydroponischen Tanks wurden diese Hefen gezüchtet, und machten Landwirtschaft entbehrlich, womit mehr Bauplatz gewonnen wurde. Neuester Schrei war eine „Schnitzel mit Pommes Hefe“ die natürlich genauso aussah und schmeckte wie das Imbissprodukt damals.

„Ja Paps?“ kam aus dem Heim-Gehirn Bennys. Die Verbindung war hergestellt. Jenny war auf dem Schirm zu sehen, lange brünette Haare, ganz im Gegensatz zu den dunkelblonden Stoppeln die noch auf Bennys Kopf zu erahnen waren. Gegen alles wurde etwas erfunden, Fettleibigkeit, Krebs, AIDS und sogar gegen Dummheit gab es, für die die es sich leisten konnten, ein Mittel. Nur Bennys Glatze… naja der Mensch kann nicht alles wissen…

Benny sagte zu seiner Tochter: „Nettes Outfit.“ Denn ihr Laborkittel und ihr Gesicht waren mit einem grünen Schleim bespritzt.
„Ja, schön oder? Tank 4 gärt mal wieder unkontrolliert, aber was gibt es so dringendes?“
Benny antwortete mit einem Grinsen: „Du musst mich an diese Dr. Calvin ran bringen, ich glaube ich weiß die Lösung“. „Paps, ich bin Biologin, keine Kosmologin“ sagte sie.
„Ja, aber ihr arbeitet in der selben Firma“, erwiderte Benjamin „Jen‘ bitte.“
Hinter Jenny wurde es Lauter, etwas brodelte und knallte. Sie rief nur noch „Ich werde sehen was ich machen kann“, dann rannte sie aus dem Bild.

Benny beendete die Verbindung durch eine Geste mit seiner Hand. An seine Frau gewandt sagte er: „Erinnere mich daran, dass ich keins dieser ‚Schnitzel‘ mehr esse, wie schön muss es in Afrika sein, dort sieht man noch Sterne am Himmel, nicht nur die Planeten, und das Dutzend Raumstationen. Und es gibt noch echten Reis und Hirse“.

Zwei Tage später summte Benny Heim-Hirn. Er nahm ab, und es erschien das Gesicht von einem Robot auf dem Schirm. Vier Arme und ein breiter Bulliger Kopf. „Super“, dachte sich Benny „ein Sekretär“.
„Benjamin Hartman?“ fragte der Sekretär, ohne Gruß. „HartmanN“, sagte Benny „ich bin Deutscher!“
„Auch das noch“, kam die Antwort vom Schirm „Dr. Calvin von der astronomischen Forschungsabteilung hier bei GD (es klang wie Dschäi Dü, ein Robot mit französischem Akzent…) möchte Sie sprechen.
„Na endlich mal wieder ein Mensch, stellen Sie mich durch“ antwortete Benny etwas barsch. Und wurde gleich etwas verlegen als er auf dem Schirm das Gesicht von Dr. Calvin sah, die sagte: „Ich muss Sie enttäuschen Monsieur Hartmann, auch ich bin einer dieser „bitterbösen Robots. Aber lassen wir das. Ihre Tochter sagte meinem Sekretär, dass sie uns weiter helfen könnten, bei unserem kleinen Problem?“
Benjamin schaute sie verlegen an und sagte: „Eventuell schon, wie weit sind sie wirklich mit ihren Entschlüsselungen?“.
Dr. Calvin lehnte sich etwas zurück und sagte: „Das ist jetzt inoffiziell, aber wir haben nicht nur Musik gefunden, sondern auch Tiergeräusche und Stimmaufzeichnungen, die wir aber noch übersetzen müssen.“
„Wie ich es mir dachte“, sagte Benny „Und ihr Superhirn kommt nicht weiter?“
„Nein, es kann zwar mittlerweile genügend schnell die einzelnen Bausteine entschlüsseln, jedoch woher sie kommen, und was das alles bedeutet kann uns das Hirn nicht sagen“
„Auch das hab ich mir gedacht, wie immer, alles kann analytisch betrachtet werden, aber um kreative Schlüsse zu vollziehen braucht es scheinbar immer noch Menschen“ sagte Benny in einem Ton, an dem man seine Einstellung zu Robots und Denkmaschinen klar erkennen konnte. Er hatte zwar auch ein Gehirn zuhause, aber eines der älteren Modelle, welches nur die vierfache Leistung eines Menschlichen Gehirns hatte.
„Herr Hartmann, wollen wir über den Fortschritt diskutieren, und die ach so große Gefahr die von Robots ausgeht? Ich kenne Ihren Standpunkt, aber Sie wissen, dass es die drei Gesetze* uns unmöglich machen, eine Gefahr für die Menschen zu sein. Was haben Sie zu dem Signal zu sagen Herr Hartman?“
Weg waren der freundliche Ton, und die typische französische Anrede. Benny biss auf seine Unterlippe und verfluchte in Gedanken sein loses Mundwerk. Er konnte halt nicht mit Franzosen oder Robots, und schon gar nicht mit Robots die französisch sprachen.
Klar, nach den 2020er Jahren, und dem Mururoa-Krieg (benannt nach dem Atoll, auf dem die Franzosen ihre Bomben getestet haben, die später fast überall auf der südlichen Welt niedergingen) war Frankreich stetig gewachsen. Weil keiner sich traute Einspruch zu erheben, denn aus der H-Bombe und den Atombomben machten sie als erste etwas das alles übertraf.
So schluckte Frankreich bis 2030 Nordamerika und Eurasien, und wurde zur Nördlichen Region. Die als Dauergegner nur noch die Südliche Region hatte, die technisch und wirtschaftlich in einer Pattsituation steckten, aus der sich eine Art Dauerwaffenstillstand entwickelt hatte. In der zwar die Forschung (auch an Waffen) noch vorangetrieben wurde, aber keine Partei jemals einen echten Vorteil erzielen konnte. Und so gab es seit Jahrzehnten eine Art Frieden. Auf der ganzen Erde.

Das alles war nun jedoch scheinbar egal, denn sämtliche Astronomen weltweit forschten mittlerweile nun an dem Signal von Achird. Und die Erde wuchs wieder ein kleines Stück zusammen, seit dem bekannt wurde, dass es scheinbar noch andere „da draußen“ gab.

„Nun, Dr. Calvin“, sagte Benny, „ich glaube wirklich, dass ich ihnen helfen kann, ich kenne dieses Signal.“
„Was, woher denn?“ entfuhr es Dr. Calvin.
„Nun, Frau Doktor, es ist die Botschaft der Voyager. Eine Sonde der NASA, die in den 1970ern gestartet wurde.“

- Ende Teil 1 -

In den folgenden Teilen (falls Interesse besteht) wird gezeigt wie die Forscher auf diese Nachricht reagieren, ein Signal welches Botschaften sendet, die von einer alten Erd-Sonde stammen. Und wie die erste Mission hin zum Ursprung der Signale verläuft. Seid gespannt…


* Die drei Gesetze der Robotik, erfunden von Isaac Asimov, wurden von sehr vielen SciFi- und Hollywoodautoren gern übernommen, und selbst Hersteller von echten Robotern, und die Forscher die immer noch an der künstlichen Intelligenz rätseln halten sie für sinnvoll, und scheinbar könnten sie wirklich irgendwann Verwendung finden:

1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
2. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum ersten Gesetz.
3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.
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Offline Astroinfos  
#2 Geschrieben : Mittwoch, 15. Oktober 2008 05:56:04(UTC)
Astroinfos


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Vielen Dank für Deine Kurzgeschichte, ist aufgenommen im topf (der ja noch recht leer ist).

Ich hoffe Du verstehst, das Stefan, Benny und ich (noch) nichts dazu sagen dürfen.

Soll ich Deinen Beitrag schließen, oder willst Du den zweiten Teil noch anhängen?
Viele Grüße und CS
Stephan Brüning

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Offline RaykoM  
#3 Geschrieben : Mittwoch, 15. Oktober 2008 06:21:07(UTC)
RaykoM


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Lass mal offen, ich weiß zwar noch nicht wann ich weitermach, ich denke ab Freitag hab ich wieder zeit, aber man kann ja noch ein paar Lobe sammeln UserPostedImage
Offline RaykoM  
#4 Geschrieben : Mittwoch, 15. Oktober 2008 17:58:35(UTC)
RaykoM


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Zitat von: " Gehe zum zitierten Beitrag
..., aber man kann ja noch ein paar Lobe sammeln UserPostedImage


das hätte ich nicht schreiben sollen... das hat alle verschreckt UserPostedImage
Offline RaykoM  
#5 Geschrieben : Samstag, 18. Oktober 2008 15:38:05(UTC)
RaykoM


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Wie versprochen: Teil 2:


Teil 2 – Der Aufbruch

fpa, 13.04.2057: Aliens sprechen Französisch
Und jede andere große Sprache der Welt. Nachdem der Entdecker des Signal von Archid nun auch den entscheidenden Hinweis zur Lösung des Rätsels lieferte, suchen die Wissenschaftler im Code des Signals nach den restlichen Teilen der Voyager-Botschaften. Und sie wurden fündig. Selbst die Bilder der Außenplatten (siehe Laserhologramm PM130457c im Anhang) wurden codiert übertragen.
Politiker und Wissenschaftler diskutieren nun darüber wie das Signal der Sonde zu den vermeintlichen Außerirdischen gekommen ist, und was die Menschheit tun sollte. Auch im Gespräch: eine Reise zum Ursprung des Signals, noch ist nicht klar ob ein Robot oder ein Mensch den ersten Kontakt herstellen soll.


Benjamin Hartmann war stolz, auf sich und seine Tochter. Sie beide hatten es geschafft, Dr. Calvin zu überzeugen sie in die Forschungsgruppe von GR zu bringen, die sich mit dem Signal beschäftigt. Nicht zuletzt wegen dem Hinweis den Benny der Chefin der Abteilung gegeben hatte.

Dr. Calvin war vor ihrem Einstieg in die kosmologische Forschung Robot-Psychologin gewesen, hatte aber dann die Lust verloren, da kaum noch Fehler auftraten. Mittlerweile hatte man die positronischen Hirne der Robots so weit verfeinert, dass die 3 Gesetze kaum noch Fehlinterpretationen zu ließen.
Vorher gab es Fälle bei denen Robots die etwas holen sollten im Konflikt mit Gesetzt zwei und drei geraten sind. Der Befehl sagte hol etwas, das zu holende gut jedoch lag in einem Bereich, der dem Robot nun Schaden zufügen würde. Der Befehl eines Menschen, verankert im zweiten Gesetz, duellierte sich jetzt mit dem Schutz für das eigene Dasein aus dem zweiten Gesetz, und der Robot kreiste an der Grenze zum Gefahrenraum um das zu holende Gut.
Das alles kam jetzt nicht mehr vor, Robots waren weiter entwickelt, und benutzen Strategien gegen solche Fehler, oder fragten einfach beim befehlsausgebenden Menschen noch einmal nach.

Jetzt leitete Dr. Calvin die Forschungsabteilung für Radioastronomie bei Global Robotics. Und deren Hauptproblem war im Moment, dass außer den Daten die die Menschheit selber in die Voyager eingebaut hatten, nichts anderes in dem Signal versteckt war.
Man diskutierte darüber ob Voyager selbst eine Fehlfunktion hatte, und diese Daten selbst übermittelte, jedoch kam man schnell zu dem Schluss, dass dann die Bilder der Außenplatten nicht dabei wären.

Man kam zu dem Ergebnis, dass eine Intelligenz, ob Maschine oder intelligente Lebensform, die Botschaft gelesen, verstanden, und zu ihrem Ursprung zurück gesandt hatte. Doch warum keine weiteren Informationen? Alles wurde gefunden im Signal, von den Tierstimmen, über die Grußbotschaften in dutzenden Sprachen, bis hin zu den Erdgeräuschen und der Musik.
Die gesamte Botschaft wurde wiederholt, immer und immer wieder, ohne Veränderung. Und ohne auch nur das kleinste Bit an zusätzlichen Informationen.

Man errechnete auch folgendes. Ein Signal würde von der Erde zu Achird 19,7 Jahre brauchen, also hin und zurück knapp 40 Jahre. Die Sonde war zwar nun in etwa 80 Jahre unterwegs, jedoch müsste sie dann vor etwa 20 Jahren bei Achird angekommen sein. Was jedoch nicht möglich ist, da sie nicht einmal annähernd mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist, und zur Jahrtausendwende gerade einmal am Rand unseres Sonnensystems angekommen war.

Die Menschheit hat gerade die ersten Versuche mit Hyperraumsprüngen absolviert. Man konnte kleine Tiere, sogar Affen und auch einen Robot schon in den Hyperraum bringen. Und auch wieder heil zurück. Die ersten Versuche mit der neuen Technik hatten weniger Erfolg, aber mittlerweile sprach man offen über einen ersten bemannten Hyperraumsprung.
Man wusste also dass die Lichtgeschwindigkeit keine Hürde mehr darstellte, und das schon seit Hawking, damals 2013, errechnet hatte, das Einstein ein klein wenig daneben lag. Nur ein winziges kleines Bisschen war die Relativitätstheorie ungenau, aber das reichte aus, um den Hyperraumsprung zu ermöglichen.

Die Wissenschaftler aus Calvins Team gingen nun davon aus, dass eine intelligente Rasse mit dem Wissen um die Hyperraumtechnik die Sonde vor etwa 20 Jahren eingesammelt haben musste. Und vielleicht gab es auch einen Zusammenhang mit der menschlichen Forschung im Hyperraum, dass die Außerirdischen gerade, oder besser gerade vor 20 Jahren, das Signal losschickten.
Viele der Forscher sprachen auch von einem zeitlichen Zufall, aber zu einem weiteren Ergebnis kamen sie nicht. Man wusste nicht vom wem das Signal kam, warum es kam, und was es uns sagen sollte.

Sämtliche Teleskope und Radioantennen der Erde waren nun auf diese Region gerichtet, das Sternbild Kassiopeia. Und man war sich sicher, dass es um das Doppelsystem Achird keinen Planeten geben konnte, zumindest keinen bewohnbaren. Da ein Doppelsternsystem aus verschiedensten Gründen als lebensfeindlich angesehen wird.
Jedoch fand man in der Nähe von Achird einen kleinen Zwergstern, etwa ein viertel so groß wie die Sonne, der etwas kühler sein müsste, aber dennoch einen lebensbejahenden Planeten um sich kreisen lassen könnte. Dieser müsste nur näher dran sein, als unsere Erde an der Sonne.

Die Medien stürzten sich auf alles was mit dem Thema zu tun hatte, und die Öffentlichkeit kannte auch nur noch dieses Thema. Ufosichtungen nahmen in einem Maße zu wie man es sich kaum vorstellen konnte. Und bombensichere Bunker wurden zu einem Verkaufsschlager. Global Robotics konnte sich nicht beschweren, denn sie stellten auch Waffen, die Bunker, und Teleskope her, alles wurde von der Masse dankend angenommen.
Religionen kamen erneut auf, und prophezeiten das Ende der Welt.
Man wollte Antworten, bedeutet diese Entwicklung nun Gefahr, oder bringt sie Fortschritt und Wissen?
Doch diese Antworten konnten von den Wissenschaftlern nicht gegeben werden.
Also wurde eine Mission zum Achird geplant. Man stand vor der Frage ob man den Hyperraumsprung einsetzen sollte, oder auf die herkömmlichen Techniken zurückgreifen sollte. Ein Generationenschiff, auf dem eine genügend große Anzahl von Menschen stationiert war, die sich auf dem Schiff auch vermehrten. Und so sollte dann einige Generationen später der Achird erreicht werden.
Auch diese Diskussion fand, dank der Medien, in der Öffentlichkeit statt, und so sah sich GR gezwungen eine öffentliche Abstimmung zuzulassen.
Diese Abstimmung brachte mit überwältigender Mehrheit zwei Beschlüsse mit sich. Erstens, es sollte alles schnell gehen, man wollte Antworten sofort, und nicht in ein paar Jahrzehnten, oder Jahrhunderten. Also begann GR die Vorbereitungen zu einer Hyperraummission. Und als zweites stand fest, dass es keine reine Robot-Mission werden durfte. Die Abneigung gegen Robots war auch nach Jahrzehnten ihres Gebrauchs nicht gesunken. Und einen ersten Kontakt mit einer fremden Rasse wollte man keiner Maschine überlassen.

fpa, 29.09.2057: Morgen großer Sprung
Die Entdeckertochter Jenny Hartmann (jüngste Tochter von B. Hartmann, entdecker des Achird-Signals) startet morgen früh 9:00 Zentralfranzösischer Zeit, von der ISS 6 aus in Richtung Achird. Mit an Bord der auf den Namen „Encloser“ getauften Sprungfähre gehen Jonathan Asimov (Ein Raumfahrer aus dem ehemals russischen Teil der Nördlichen Region) und zwei der neuesten Robot-Modelle von GR. JN-74 (John) und RY-13 (Roy). John ist eine Weiterentwicklung der legendären JN-Serie, deren bekanntester Vertreter wohl John 26 war, der als erstes intelligentes Wesen. einen Hyperraumsprung machte. Roy ist einer der Kommunikationsrobots von GR die es mittlerweile in jeder Botschaft, und auf jeder Kolonie gibt. Und die sämtliche Sprachen der Welt beherrschen, und wahre Codeknacker sind.


Benny war stolz, schon wieder. Diesmal platzte ihm fast das Hemd vor stolzgeschwellter Brust, denn heute sollte es so weit sein. Nachdem er und seine Tochter bei der Entschlüsselung mitgeholfen hatten, und das Thema Reise zum Sender aufkam, hatte seine Tochter sich um eine Stelle im Raumfahrtprogramm bemüht. Benny hatte seinen mittlerweile stark gewachsenen Ruhm genutzt, und etwas Einfluss ausgeübt, so bekam Jenny einen Platz im Raumfahrtprogramm, einen extremen Crash-Kurs zu allem was sie im All gebrauchen könnte, und einen Platz auf der Encloser.

Die halbe Welt sam auf den Schirmen ihrer Heim-Gehirne zu, wie die Encloser nun ein Hyperraumfeld aufbaute, und der Countdown zum Sprung eingeleitet wurde.
Der Rest der Familie Hartmann saß im Kontrollzentrum, auf einer Besuchertribüne, und tat es der Menschheit gleich.
Es gab in der Zwischenzeit drei bemannte Hyperraumsprünge. Zwei davon mit Erfolgsmeldungen. Beim zweiten jedoch gab es ein technisches Problem, und das Schiff beendete seinen Sprung mitten in einem Asteroiden.
Die anderen beiden jedoch, einer zum Pluto und einer bis kurz hinter den Kuipergürtel jedoch verliefen wie geplant. Der Sprung wurde ausgelöst, das Raumschiff sprang zum angegebenen Punkt, sammelte für 16, bzw. 30 Sekunden bei der dritten Mission, Daten, und sprang dann zurück.
Für die Zuschauer sah es nur so aus, als würde das Schiff kurz flackern, ganz ausgehen, und nach der bestimmten Zeit flackerte es erneut, und das Schiff stand wieder an fast der selben Stelle neben der betreffenden Raumstation, als wäre es nie weg gewesen.
Doch diesmal würde es nicht sofort wiederkehren, die Mission war auf 2 Wochen ausgelegt. Und bis dahin würde es keinen Kontakt geben, denn das Schiff konnte zwar den Raum falten, die Nachrichten die es abschickte jedoch nicht. Die Mannschafft war in den zwei Wochen auf sich allein, und auf den Schiffscomputer angewiesen, ein Superhirn neuester Generation. Welches nur die ersten beiden Robotgesetze implementiert bekommen hatte. Der Selbstschutz fiel weg. Nur noch der Schutz des Menschen, und in diesem Falle auch der zwei Robots, hatte Priorität. Um die Menschen heil zurück zur Erde zu bringen war es selbstverständlich, dass das Gehirn das Schiff und damit sich selbst schützte, also konnte man das Gesetz und damit mögliches Konfliktpotential entfallen lassen.

Jetzt war es so weit, Benny und der Rest der Menschheit sahen die Zahlen auf ihren Schirmen, wie sie von 20 bis Null rückwärts zählten, und ab der Zehn zählte wohl jeder auf der Welt der zusah laut mit.

Der Counter kam bei Null an, das Schiff flackerte kurz auf, und war weg...


- Ende Teil 2 -
Offline Benny  
#6 Geschrieben : Samstag, 18. Oktober 2008 19:48:38(UTC)
Benny


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Rayko,

auch ich darf (noch!) nicht in Lobhudelei verfallen aus naheliegenden Gründen aber: weiter so UserPostedImage

Und an die anderen: Haut rein! Macht dem Mann mal etwas Konkurenz

Grüße Benny
Taunus-Astronomie- AstroBLOG
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Offline RaykoM  
#7 Geschrieben : Mittwoch, 22. Oktober 2008 21:08:02(UTC)
RaykoM


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Liest das überhaupt jemand ausser der Jury? ich brauch doch feedback, ob ich weiter schreiben soll UserPostedImage
Offline Stefan  
#8 Geschrieben : Donnerstag, 23. Oktober 2008 04:54:31(UTC)
Stefan


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Hihi. das ist es ja eben, es darf eben keiner was dazu sagen UserPostedImage Sonst ist die Fairness für die anderen weg (Die bis jetzt noch nichts geschrieben haben)
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Offline RaykoM  
#9 Geschrieben : Donnerstag, 23. Oktober 2008 06:36:24(UTC)
RaykoM


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nagut, dann wart ich mit dem dritten teil mal noch UserPostedImage
Offline Stefan  
#10 Geschrieben : Donnerstag, 23. Oktober 2008 10:27:15(UTC)
Stefan


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mach einfach, kannst ja nichts kaputt machen UserPostedImage
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Offline RaykoM  
#11 Geschrieben : Donnerstag, 23. Oktober 2008 10:36:03(UTC)
RaykoM


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klar, wenns mist wird UserPostedImage
Offline RaykoM  
#12 Geschrieben : Samstag, 8. November 2008 12:50:41(UTC)
RaykoM


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So, mal zum aktuellen Stand.

Hab gesten wieder 900 Worte geschrieben, und dann hatte ich Hunger, danach war ich raus UserPostedImage

Heute ess ich vorher, und ich denke ich werde zumindest den nächtsten Teil schonmal fertig stellen. wenn nicht gar die komplette Geschichte.

ich poste dann hier einen Extra Tread, mit der kompletten Story, zum genießen UserPostedImage
Offline Astroinfos  
#13 Geschrieben : Samstag, 8. November 2008 12:52:56(UTC)
Astroinfos


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Das ist eine gute Idee, Rayko.

Bin gespannt!
Viele Grüße und CS
Stephan Brüning

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Offline RaykoM  
#14 Geschrieben : Samstag, 8. November 2008 12:57:40(UTC)
RaykoM


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das mit dem essen, oder der extra tread? UserPostedImage

Naja, ich hoffe schon, dass ich heute fertig werde, mit meiner Hommage an Lem, findige Leser werden da Parallelen entdecken, und Freveleien...

vielleicht sind ja jemandem schon Querverweise aufgefallen UserPostedImage
Offline Astroinfos  
#15 Geschrieben : Samstag, 8. November 2008 13:01:16(UTC)
Astroinfos


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ich denke imm eer an Contact, wenn ich Deine Geschichte lese.
Eine völlig neue Interpretation UserPostedImage
Viele Grüße und CS
Stephan Brüning

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