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Offline Rieger  
#1 Geschrieben : Dienstag, 12. Oktober 2021 11:43:55(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 12.04.2010(UTC)
Beiträge: 171
Wohnort: Herne
Hallo ihr Lieben,

es ist schon wieder 4 Jahre her, als ich mich zuletzt über Triumphe in der Sammlung von Monden im Sonnensystem ausgelassen hatte. Blickt ihr hier zurück:

https://www.astrotreff-d...-Sonnensystem-beobachten

Als nächsten Kandidaten, nachdem ich mir knapp neben dem grellen Jupiter bis heute nach Amalthea die Augen vergeblich ausgeglotzt hatte, war die weit äußere Himalia, deren Helligkeit trotz ihrer eben nur 170km Durchmesser fast der des Saturn-Mondes Hyperion entspricht, den ja einst zuerst meine Schüler erblickt hatten, wie ihr im oben verlinkten Bericht nachlesen könnt, und den man locker auf Anhieb direkt erblicken konnte.

Angesichts der südlichen Deklinationen liefen erste Versuche schief, denn ich gelangte zu einem Aufsuchsternchen, neben dem einst Himalia stand, das eine ganze Magnitude heller als Himalie war und selbst schon das Äußerste des Erreichbaren blieb.

Am letzten Samstag verriet mir Stellarium, dass Himalia verhältnismäßig nahe bei Jupiter stand, aber eben soweit, dass der helle Planet außerhalb des Gesichtsfeldes stehen musste, dafür aber genügend helle Aufsuchsternchen. Da nun die Deklination Jupiters auch in „verbraucherfreundliche“ Breiten aufrückte und der kontrastreich und farbenfroh aufsteigende Erdschatten in der Dämmerung evtl. auf eine klare Aunahmenacht hoffen ließ, stellte ich mir Himalia gleich aufs Beo-Programm.

Zudem sollte gegen 21:00 Uhr die hinter Jupiter auftauchende Thebe sich mit der vor Jupiter schiebende Amalthea zu einem etwas helleren Gesamteindruck verbinden – also auch ein Versuch wert.

Leider entwickelte sich die Nacht sowohl für Deebsky als auch Planeten als eher durchschnittlich. Jupiter präsentierte zugleich im Refraktor und im Newton fast ähnlich als nur halbwegs ordentlich. Dabei erwarte ich in der Regel vom Refraktor mehr, vom Newton wenig, aber nur mit Letzterem konnte ich Himalia ja am Samstag nur erreichen.

Während Jupiters Kulmination, war die Himmelsgegend von Himalia schnell angesteuert, aber Jupiters Helligkeit war doch noch im Gesichtsfeld oder als Streulicht im Strahlengang etwas zu spüren. Die mittelhellen Aufsuchsterne waren sichtbar, aber jene nicht, die fast ähnlich schwach wie Himalia waren.

Als nächstes stellte ich die Teleskopsteuerung auf ein langsames Tempo, bei dem einem Jagdtier bewegliche Ziele leichter auffallen (8x) und die Vergrößerung erhöhte ich auf knapp 400x. Die schwächeren Aufsuchsterne waren nun Blickweise zu erscheischen.

Nun zeigt ein Newton mit 25% Obstruktion bei fast 400-fach keine knackigen Sterne mehr. Die letzte Justage zusammen mit Heiko lag auch lange zurück, aber die infra- und extrafokalen Beigungsbildchen sahen am stationären Newton immer noch ordentlich aus.

Zuletzt erinnerte ich mich daran, dass nun Überblick nicht mehr so nötig sein muss, dafür mehr Transparenz des Okulars. Also die sieben Linsen eines Naglers durch Tak LE ersetzt, welches sogar mal eine bessere Transparenz gezeigt hatte als ein günstiges Huygens (wie ich oben bereits schrieb.)

Nun waren alle Aufsuchsternchen zu erblicken und an passender Stelle ein Lichrfleckechen, was von Himalia stammen musste. Im Kopf rotierte es noch, ob man das als Sichtung verbuchen dürfe, aber ich merkt, wie meine Gesichtszüge sich bereits zu einem verzückten breiten Grinsen aufgehellt hatten.

Der Kopf blieb zwar noch eine Weile skeptisch, aber mein Unterbewusstsein hatte schon entschieden: Menschen, die mich beim Malen oder Zeichnen beobachtet konnten, kennen auch, dass ich unbewusst immer den Gesichtsausdruck einnehme von der Person, die ich gerade zeichne oder male.

So entschied ich mich, meine Beobachtung euch heute hier anzuzeigen im Bewusstsein, dass man sie in den kommenden Jahren leichter noch mal wiederholen wird.

CS.

Hubertus

PS.: Vor lauter Mühen um Himalia hatte ich den Augenblick, da Thebe und Amalthea sich berühren sollte, glatt um eine Stunde verpasst! Außerdem vergaß ich noch zu erwähnen, dass ich bei der Himalia-Sichtung zuletzt bequem saß, während ich Anfangs breitbeinig und gekrümmt stand und dabei unwillkürlich etwas schwankte. Man spult wider besseres Wissen all diese Unterstützungsmaßnahmen erst dann ab, wenn die schnelle Sichtung nicht gelingt.

Bearbeitet vom Benutzer Dienstag, 12. Oktober 2021 14:03:34(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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