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Offline Rieger  
#1 Geschrieben : Sonntag, 2. Juni 2019 15:54:17(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 12.04.2010(UTC)
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Wohnort: Herne
Hallo ihr Lieben,

schnell bevor heute am Abend des 01.06. Schüler-Besucher aus meiner bochumer Gesamtschule kommen und wir dann erstmal nur die „Standartkerzen“ schauen werden, tippe ich euch meinen Beobachtungsbericht von den Nächten zwischen dem 29. auf den 30. Mai und dem 31. Mai auf den 1. Juni:

Heiko schlug am 29. nach seinem Arbeitstag bei mir auf, weil es im weiteren Verlauf seines Wochenendes das nicht zugelassen hätte, und nach dem ISS-Transit gegen 23:30 Uhr erwartete er diesen Kondensstreifen aus kleinen Internetsatellite, die dieser SpaceX-Typ vor Kurzem ausgesetzt hatte und die ihm kürzlich selbst auch unvorbereitet am Himmel erschienen waren, sich aber nun zunehmend auflösten. Zur fraglichen Zeit fielen ihm zwei Eumelchen in korrekter Flugrichtung auf, aber von einem Schwarm war nichts mehr zu sehen.

So nahmen wir den schwabbelnd aufsteigenden Jupiter aufs Korn, der mehr als 209x am Lulatsch mit Erfolg nicht zuließ. Im Laufe der Nacht wurde er natürlich besser, so das man an Größe, Helligkeit und Farbe die Reihenfolge seiner Monde aus Ganymed, Europa links und nach rechts Io und Kallisto im Gesichtsfeld ohne nachzulesen selbst leicht bestimmen konnte. Der GRF schielte (als Heiko allerdings bereits zu Hause war) ab 2:00 MESZ um die Ecke und damit eine Stunde früher, als er es laut Stellarium auf meinem Laptop hätte tun sollen. Der lief auch den Rest der Nacht etwa eine Stunde vor der Stellarium-Position hindurch. Da muss ich wohl dss Programm mal wieder aktualisieren, denn die ISS lief mir im Stellarium 40-50 Min früher über´n Monitor. (Habe z. Zt. keinen Internetzugriff in meiner Hütte.)

In dem Zusammenhang mal etwas zu den von mir eingesetzten Korrektoren, die bei Tiefstand die atmosphärische Dispersion ausgleichen können: Ich empfehle die ja bei jeder passender Gelegenheit und muss heute eine Einschränkung machen was die Modelle anbelangt. Meinen ersten erwarb ich vor etwa 10 Jahren schon. Damals empfahlen die Hersteller noch ein Öffnungsverhältnis zwischen f:20 und f:30, wobei man mit Barlows nachhelfen könne, wobei das Modell, welches ich nach Vergleich auswählte, mit f:15 auch gut arbeitet. Da mein Medebach-Lulatsch spätestens bis zur nächsten Mars-Opposition in die Volkssternwarte in Wanne-Eickel wandern wird und ich in Medebach meinen 8“ Über-Lulatsch montieren werde, erwarb ich auch einen weiteren Korrektor. Das neue Modell anderer Provenienz soll auch schon mit Instrumenten mit f:10 gut arbeiten, was es für SC´s und MC´s zu prädestinieren scheint. An meinem f:15,3 Lulatsch nun eingesetzt und zuvor auch in Wanne zu Testzwecken am Überlulatsch (f:14) eingesetzt, scheint mir das neue Modell die Farbsäume lediglich um das Planetenscheibchen herum zu schieben, statt die atmosphärische Dispersion wirklich effektiv zu beheben. Auf dem jüngsten ATT traf ich den Woody, der mir erzählte, dass er jetzt auch einen solchen Korrektor habe, er mit dem Handling aber noch nicht wirklich zurecht käme. Ja, geht mir auch so. Liegt´s bei mir an den zu langsamen Öffnungsverhältnissen oder taugen die nix? Ich muss den neuen mal in Wanne am neu erworbenen 11“ SC testen, bevor ich endgültig den Stab darüber breche. Also Klartext: Mein älterer, gut arbeitender war vom Koch, der neue, Farbsäume im Kreis herum schiebende von TS.

Zurück zur Beo-Nacht: Da Heiko und ich ja meist immer gern neue „Weltwunder“ erheischen, ich aber meine Liste der bereits beobachteten Objekte zu Hause auf dem Schreibtisch vergessen hatte, gingen wir auf ein eher zirkumpolares Objekt los, bei dem ich mir sicher sein konnte, es nicht doch schon mal gesehen zu haben, weil es sich für parallelaktisch Beobachtende mitunter in einem etwas toten Winkel befindet. (Ja, Woody, falls du hier mitliest: Wenn du´s endlich mal auch zum Mitgucken nach Medebach schaffst, bringe gerne deinen neuen 17er Dobson mit, denn in den Bereichen braucht man selbst für mitbeobachtende Laien Nachführung nicht wirklich und man rührt mit der Monti nicht so hilflos rum, um an die Objekte zu gelangen, um dann festzustellen, dass man den Tubus hätte verdrehen müssen, um noch ans Okular zu kommen.) Oder muss ich mir etwa doch noch mal einen leistungsfähigen „Zirkumpolar-Dobson zulegen!?!

Aber zurück zum Thema: Zwerggalaxie PGC 54074 oder UGC 9748, 20x12´ groß und mit Mag 10,x, aber mit eine Flächenhelligkeit von nur Mag 16,x, zu finden in der Verlängerung des Kastens der kleinen Bärin vom Polarstern weg. Naja, wenn man mit kleiner Geschwindigkeit über die Stelle des Objektes steuerte und beharrlich die Mitte anpeilte, dann wurde der Himmelshintergrund eine Weile etwas heller und dann wieder dunkeler. Das konnte auch Heiko etwas nachvollziehen. Also stellt euch vor, man beobachtet die schwach leuchtende Koma der Andromeda-Galaxie ganz außen, die auf Fotos, bei denen man den Kontrast erhöht, dann meist im Dunkel absäuft, daraus eine Ellipse von 20x12´ ausschneidet und vereinzelt an den Himmel setzt: Ohne zu wissen, dass das was ist, übersieht man es. Es lag aber auch am Himmel dieses Abends, denn anschließend rühmte ich Heiko gegenüber den Dwarf oberhalb von ζ Cephei: Den könne man auch Anfängern präsentieren. Heiko suchte ihn gleich im 16“ auf während ich ihn ob seiner Größe im 150er Richfielder klar machte. Aber tatsächlich blieb auch dieser „Kracher“ ziemlich mau, über den ich vor Monaten mal unvorbereitet im „Richie“ gestolpert war (Manche dieser Dwarfs sind in gängigen Kartenwerken für uns Amateure nicht verzeichnet / Stellarium zeigt sie aber.) Letztlich war dieser Dwarf heute auch nix für Anfänger.

Die Temperaturen stürzten mittlerweile empfindlich ab, bis hinab auf 3°C gegen 4:00 Uhr morgens. Heiko verabschiedete sich, da er das unterschätzt hatte, mit kalten Füßen, während ich alles, was ich mit hatte, übereinander trug und weitermachen konnte.
Da ich mir sicher war, im Skorpion noch nie nach Nebeln Ausschau gehalten zu haben, ließ sich dort doch immerhin etwas erreichen, was den Vergleich mit dem kürzlich im blauen Nachbarforum lang belichteten Farbbild aus einer südlichen US-Wüstenregion gewonnen, das mir tags darauf im Netz auffiel, nicht standhalten konnte, doch etwas IC 4592 ging, IC 4601 sowie etwas Nebliges vom unter unterschiedlichen Katalogbezeichnungen gelisteten Antaresnebel. Einem aufgelösten Wiedersehen von Kugelsternhaufen M19 folgte unaufgelöst, aber neu, NGC 6284 und beim Aufsuchen überfuhr ich noch mal M22 und 28. Zum „chillen“ vorm Schlummern dann noch im Refraktor etwas Saturn in der Morgendämmerung. Selbst wenn man den Dwarf zu Beginn anfechten könnte, durfte ich mindesten 5 neue Weltwunder auf die Liste setzen, die ich nach Abgleich später auch wirklich noch nie gesehen hatte.

Den meteorologisch zweifelhaften Folgetag verbrachte ich bei meinen Lieben in Oberhausen. Also konnte ich die Liste der „to do“-Objekte in Wanne noch einpacken, um gestern zur deutlich erfolgreicheren Beo-Nacht über den Monatswechsel wieder in Medebach zu sein.

Es schaute erst, weil zunächst diesig, mehr nach Planetenwetter aus: Jupi stand gegen 23:15 eine Handbreit überm Horizont, aber ohne Geschwabbel und mit fein eingestellten Atmosphärenkorrektor wie ein im Fokus eingeklebtes Dia und zeigte bereits Farben, kontrastreiche Streifen und Knoten. Weil´s so diesig war, fehlte Licht, um schon höher als 209x zu vergrößern. Jupi war um 23:28 erst eine weitere Daumenbreite höher gestiegen, als mir unvorbereitet schon ein kleiner Mondschatten über dem nördl. Äquatorband auffiel. Stellarium verriet mir: Es war der vom kleinsten „Großen“ Europa. Das ließ für die weitere Nacht ja Großes erwarten.

Bis dahin erstmals zum Deep-Sky-Bereich: Ebenso wie ich fast vierzig Jahre brauchte, um endlich mal alle Messier-Objekte vollständig abgefrühstückt zu haben, obschon bereits hunderte NGC´s auf den Listen abgehakt waren, so erlebt man auch bei den NGC´s, das man schon hundert von deren Fitzelchen angestarrt hatte und man zugleich etliche Brummer liegen gelassen hatte, wie z. B. über 40 Objekte, die bereits auf der drehbaren Sternkarte des Oculum-Verlags verzeichnet sind. Denen wird´s demnächst an den Kragen gehen. Die Karte scheint aber für etwas südlichere Gefilde gefertigt zu sein, denn wenn ich aus Medebach zwar schon Kugelsternhaufen mit knapp -37° Dekl. „irgendwie gesehen“ habe, so darf ich mir keine Hoffnung auf Objekte mit gar -39° Dekl. machen. Da fallen einige der 46 Objekte weg.
Andere aber gehen bequem: Z. B. die Kokon-Galaxie NGC 4490 (nicht zu Verwechseln mit dem gleichnamigen Nebel, weshalb man beim Hörensagen leicht denkt: Ach, kenn ich doch!). Sie war leicht mit dem Begleiter NGC 4485 unmittelbar neben dem westlichen Jagdhundestern zu finden. Da zu dieser Jahreszeit Coma-Haufen noch geht, vom Löwen aus über M98 hinweg die neuen NGC´s 4212, 4216, 4206 abgefrühstückt, schwieriger waren in Nachbarschaft von NGC 4168 die Nummern 4193 und 4189. Neu angesetzt aus der Jungfrau NGC 4526 zwischen zwei gleich hellen Sternen nahe M49 ausgemacht. Inspiriert von dem bunten Foto im Astrotreff im Skorpion dort immerhin auch noch was von IC 4604 erheischt.

Der Himmel war also wesentlich deep-sky-verträglicher, als 2 Nächte zuvor. Beeindruckend war der Umstand, dass man Null Szintilation an den Sternen bemerken konnte. Als ich die Grenzgröße bestimmen wollte, waren es dennoch eben „nur“ Mag 6, also Verhältnisse, bei denen in der Vergangenheit Heiko und ich die Bude auch schon mal gar nicht mehr aufgeschoben hatten (allerdings auch, weil übermüdet von den besseren Vornächten). Im Juni merkt man doch, dass der Himmel nicht wirklich ganz dunkel werden kann, auch wenn die Meteorologie ihr Bestes liefert. Immerhin da M13 mit bloßem Auge indirekt sichtbar, mit 16“ draufgehalten: Senkrecht gestellt taute der Newton jetzt doch spürbar zu. Also gings nach immerhin 10 neuen Weltwundern zurück zu den Planeten:

Auf Jupiter blieb der Lulatsch ja die ganze Zeit nachgeführt, so dass ich beim Okulare wechseln oder beim aus Sternkarten gucken gehen immer zwischendurch diesen bei super Planeten-Seeing immer höher vergrößern konnte. Mit leicht beheiztem Objektiv taut der mir ja auch über Stunden nicht zu. Ich habe ja den gutmütigen Saturn und den von mir häufig gezeichneten Mars schon bis 460x/480x aufgeblasen. Jupiter erlaubte mir das bislang nie, bis gestern. Leider zu viele Details, um alles zeichnen zu können; Jupi lässt einem nicht die Zeit wie Mars. Ich muss den Anblick im Herzen bewahren. Schön hob Europa sich zum Rand laufend allmählich von Jupi ab, dann plastisch als Pickel hervorstehend. Als alle vier Monde von Jupiter abstanden, wären die Mondscheibchen nicht nur nach Helligkeit, sondern auch für einen Laien nach Größen und Farben sortierbar gewesen. Die Girlanden am Äquator tanzten ihren Reigen und der riesigen, erschlagenden Planetenscheibe, den (alten, koch-schen) Korrektor von Zeit zu Zeit je nach Höhe neu eingestellt und den Fokus aus Erfahrung eher etwas extrafokal eingestellt, sah man einen Farbsaum nur mir Erfahrung (oder bösem Willen) als störend an.

Da also heute alles zu gehen schien, wieso nicht dann auch noch die Sichtung meines 19. Mondes im Sonnensystem: Himalia schwebt doch meist in gebührendem Abstand zum Jupiter!
Um´s gleich vorweg zu nehmen: Ich kam bei dem niedrigen Stand mit dem Newton an Mag 14,6 Aufsuchsternchen heran, aber die 15,6 Mag von Himalia blieben unerreicht bei nicht mehr dunklem Himmel.

Aber das Überraschendste war vielmehr der gestrige Anblick Jupiters in meinem 16“-Newton. Ich traue Spiegeln ja immer nix zu am Planeten, obwohl ich weiß, dass sie unter vollständiger Erfüllung von Millionen Prämissen Planeten zeigen können. Nur zweimal habe ich wirklich schöne Planeten in Newtons gesehen: Am 01. Juni des Christi-Himmelfahrt-Wochenendes 2003 morgens an Mars in meinem 10“-Opticon, in Wanne an der Volkssternwarte in der Zeit zwischen 2003 und gestern Mars in Loeni´s damaligem 12“er; tja, und dann doch noch zum dritten Male gestern mit meinem mit 25% recht hoch obstruierten 16er. Da war also gestern auch noch der Tag in der Dekade, an der mir ein Newton einen schönen Planeten zeigt. (Leider half bei f:4,6 keiner der Korrektoren, das hätte dem noch die Spitze aufgesetzt, so blieb der atmosphärische Farbsaum.) Dennoch Girlanden und das andere Zeugs bei 383x wirklich wie auf einem Dia im OAZ.

Als Absacker folgte dann noch Saturn im Lulatsch bei 460x: Einfach nur schön, streifig, umlaufender Cassini, der A-Ring. Die B- und C-Ringe vielen in ihrer Helligkeit von der Cassini aus mit der Entfernung nach innen bzw. außen ab. Aber bei diesem Stand konnte ich die Beobachtung, dass die einzelnen Ringe innerhalb des B- und C-Rings sich durch ihre unterschiedliche Helligkeit sogar scharf voneinander absetzen, wie die aufgepressten Titel auf einer alten Vinyl-LP, wie es mir vor Jahren bei Saturns Höchststand bei 480x mal gelang, glückte erwartungsgemäß nicht. Da muss ich wohl noch Jahre drauf warten (oder auf den neuen Über-Lulatsch?!?)

So, getz reicht´s abber für heute! Außerdem komm´n gleich meine Astro-Blagen.

Viel Spaß beim Lesen und

CS.

Hubertus

P.S.: Und siehe, schon sitze ich am Sonntag nachmittag wieder am heimischen PC und ergänze zur gestrigen Samstag-Nacht. Die Schüler konnten/durften nicht kommen. Ich hoffe, die faulen Papas hatten eine wirklich gute Entschuldigung; z. B. unserem früheren "Kloppo" beim endlich mal Champions League gewinnen zugucken müssen.

Nach der ISS und dem Abwarten des Feuerwerks aus Richtung Medebacher Fußballplatz, das dort zur Würdigung des zuletzt Genannten nach Spielabpfiff in Madrid abgebrannt worden war, stieg ich wieder mit Jupiter ein, der einen schönen GRF-Transit bieten würde. Die Reihung seiner Möndchen Europa, Io (li.); Ganymed und Kallisto (re.) war heute bei zunächst 209x schwieriger auszumachen. Etwas verpasst hatte ich den GRF, als er um 23:55 schon etwa 1/7 über den Rand der Scheibe gewandert war. Während des nördliche Äquatorialband mit seinen etwas gewellten Wirbelknoten wie die übliche Feder-Boa ausschaute, fiel mir am südlichen, wo der GRF es vor sich herschiebt, eine ganz andere modische Charakteristik auf: Mittig ein dunkeler, sehr dünner "Nadelstreifen", wie mit dem Lineal gezogen, darüber und darunter etwas breitere helle Streifen und das ganze gerahmt wieder von je zwei mäßig dunklen dünnen Nadelstreifen. Der GRF, der vor Monaten einen hellen Saum gezeigt hatte, trug nun einen dunklen Saum, sein elliptisches rotes Zentrum war zum Äquator hin aufgehellt.
In diesem modischen Wettstreit konterte die nördliche Feder-Boa um etwa eine Stunde zum GRF versetzt mit dem Transit eines geradezu provokativ überdimensionierten Girlandenwirbels ins Äquatorband hinein. Letzteres "trug" im Gesamteindruck etwas dunkeler als gewöhnlich und dunkeler als die beiden Polregionen. Soweit über die Nacht der Gesamteindruck von Jupiter bei höchstens 307x.

Natürlich wollte ich trotz mal mehr und mal weniger Zirren dennoch neue Weltwunder erheischen und startete mit dem unechten Messierobjekt M40 (oder Doppelstern Winneke 4), um von dort aus visuell auch die optischen Spuren der beiden vornehmlich als Radiogalaxien bekannten NGC´s 4290 und 4335 anzuschauen. Schon in der großen Bärin musste ich bei der gestrigen Meteorologie beim Anblick von M101 schnell den Plan begraben, in und um diese Galaxie weitere HII-Regionen oder begleitende Nebel zu erheischen.

Als es Richtung Schlangenträger wieder etwas transparenter wurde, konnte ich zumindest noch mit einem kleinen 10x50er Fernglas nahe dem mir schon bekannten IC 4665 den großen, 6° Durchmesser aufbietenden Nachbarn namens Taurus-Poniatovii-Haufen erstmals bewusst als solchen wahrnehmen.

Wenn schon am Himmel, so sei auch erwähnt, dass ich im 16"er auch Ceres immerhin meinen Anstandsbesuch abstattete, ehe ich abschließend gegen 3:00 Uhr mit einem schönen Saturn als Absacker im Lulatsch übermüdet abschloss.

Vorhin, bereits in Wanne eingetroffen, rief mich Heiko an, ob ich noch in Medebach sei zum Sonne gucken. Ich hatte meine Sonnen-Scopes zwar mit, hatte im Lulatsch mit Projektionsschirm und Herrschelkeil tags zuvor zwar schon keine Flecken, nur einige Regionen mit Riesen-Granulen (sogar auf dem Projektionsschirm!) beobachten können. Den Kalzium-Ansatz an das Leitrohr der 16"ers gestöpselt zeigte ohne effektive Verdunkelung mir nichts und der PST-Umbau-Ansatz für H-alpha ging ohne Tubusverkürzung daran nicht. Dazu hätte ich extra aufbauen müssen, war aber zu faul, bzw. ich wollte am Vortag schon möglichst viel in den Wagen packen, den ich wegen hohen Grases nicht bis an die Hütte heranfahren konnte. Ich wollte vor dem WE-Rückreiseverkehr zeitig zurück sein, da ich die Tierchen meines Nachbarn beköstigen sollte, da der nachts zuvor in den Urlaub geflogen war und selbst wiederum meine Tiere am WE versorgt hatte. Sorry, Heiko! Aber immerhin kam ich vor dem Verkehrschaos binnen 2 Stunden zu den "hungernden Bestien"

Bearbeitet vom Benutzer Sonntag, 2. Juni 2019 19:38:54(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline Andreas  
#2 Geschrieben : Sonntag, 2. Juni 2019 17:32:34(UTC)
Andreas


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 16.04.2009(UTC)
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Hallo Hubertus,
ich bin tief beeindruckt von dem was ihr da treibt! ThumpUp
Das muss ich mir morgen allerdings nochmal mit ausgeruhtem Kopf durchlesen, da ich die letzten zwei Tage auf einem kleinen und sehr nettem privaten Sternfreundetreffen weilte und mir auch mehr als eine Mütze Schlaf fehlt Wink . Vielen Dank für den Bericht und Grüße an Heiko.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
Ich sehe was ich sehe - wenn ich es sehe
Offline woddy  
#3 Geschrieben : Sonntag, 2. Juni 2019 18:21:00(UTC)
woddy


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 07.02.2009(UTC)
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Wohnort: Iserlohn
Hallo Hubertus
Man o man... Mega Bericht.
Du, bzw ihr, pflückt da ja ne Menge Sachen vom Himmel.
Bei mir war es die letzten Tage recht zierig, muss mal schauen was so auf den gemachten aber noch
nicht gesichteten Fotos so zu sehen ist.
Leider muss ich ja gestehen das ich visuell hier kaum etwas nennenswerte mache.
Von daher wird ein Besuch bei dir immer unausweichlicher. BigGrin
Schon allein der Planten wegen. Das mit dem ADU können wir dann sicher auch mal testen.
Eine passende Feldstromversorgung für das Notebook werde ich dann sicher auch haben.
Daran scheiterte das ausgiebige Testen bisher.
Na und der 6mag Himmel ist für mich dann eh wieder ein Sprung in eine andere Welt, mein 14Zöller wird sich freuen
mal wieder Sternlicht auf den Spiegel zu bekommen. Cool
Also bis dahin
Sternfreundliche Grüße... auch an den Heiko
Andreas
Offline Rieger  
#4 Geschrieben : Sonntag, 2. Juni 2019 19:41:49(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 12.04.2010(UTC)
Beiträge: 135
Wohnort: Herne
Hey Woody,

schön, das du kommen willst. Strom habe ich aber in Medebach auf der Weide; da musst du nicht erst was erfinden.

CS.

Hubi
Offline Pipo  
#5 Geschrieben : Montag, 3. Juni 2019 08:35:59(UTC)
Pipo


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Moin Hubertus,

schöner Bericht. Das sind natürliche tolle Voraussetzungen, die du da in Medebach hast. Was mich wirklich erstaunt hat war deine Auskunft, dass du noch nach 4.00 beobachten konntest. Da macht sich wohl der südlichere Standort bemerkbar. Ich war Sonntag bis 3.00 am Teleskop, habe dann abgebaut, geduscht und bin noch mal kurz in den Garten. Da war es fünf vor vier und es dämmerte schon. Die Deichsel des Wagens war gerade noch so zu erkennen und Polaris nur, wenn man wusste, wo er steht.

Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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Offline Rieger  
#6 Geschrieben : Montag, 3. Juni 2019 12:40:02(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
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Wohnort: Herne
Hallo Pipo,

natürlich setzte auch bei mir gegen 3:00 Uhr die Dämmerung ein. Aber am Morgen habe ich ja dann nur noch den Planeten nachgeschaut und die gehen in der Dämmerung ja immer noch (teils sogar besser).

CS.

Hubertus
Offline Pipo  
#7 Geschrieben : Montag, 3. Juni 2019 13:13:45(UTC)
Pipo


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Moin HUbertus,

alles klar, auf die Idee kam ich nicht, weil die Planeten zu dieser Zeit bei mir zu knapp stehen. Da ist ein Haus im Weg.

Viele Grüße
Pipo
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Offline Andreas  
#8 Geschrieben : Mittwoch, 12. Juni 2019 16:57:10(UTC)
Andreas


Rang: Spechtelrentner
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Hallo Hubertus,
heute hat es in der Mittagspause geregnet und das hat mich an meinem Mittagsspaziergang gehindert. Da habe ich die Zeit genutzt, deinen ausführlichen und faszinierenden Bericht nochmal in Ruhe zu lesen. Es hat sich gelohnt muß ich sagen! Meinen besten Jupiter habe ich bisher tatsächlich in meinem Newton auf unserem ersten Treffen in Rhena gesehen. Die Wolkenbänder mit ihren feinen Verwirbelungen und den GRF. Das hat mich damals fast umgehauen und gibt mir eine schwache Ahnung, was mit deinem Lulatsch erst möglich sein muss! Man merkt die Begeisterung mit der du beobachtest und berichtest und ich bin etwas neidisch auf Heiko, der daran Teilhaben konnte. Schade, dass ich so weit weg wohne, ich würde dich sonst auch einmal besuchen kommen, für schönes Deepsky und sogar Planetenbeobachtung. Danke nochmal für den Bericht!
Gruß und klaren Himmel
Andreas
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Offline pescadorTT  
#9 Geschrieben : Donnerstag, 13. Juni 2019 07:13:47(UTC)
pescadorTT


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Moin Hubertus,

Heiko berichtete ja schon, aber Dein Bericht haut einen glatt um! Beim nächsten WaTT sollten wir auch, wie schon besprochen, eine Nacht bei Dir in Medebach verbringen - das wird ein Spaß Smile

Lieben Gruß und bis in Bälde,
Sven
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Offline Rieger  
#10 Geschrieben : Donnerstag, 13. Juni 2019 19:36:41(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 12.04.2010(UTC)
Beiträge: 135
Wohnort: Herne
Hallo Andreas, hallo Sven,

Heiko konnte ja leider nur am allerersten Abend dabei sein und das nur, bis ihm die Füße kalt wurden.
Ihr seid gerne gesehen in Medebach, denn auch für Andreas aus dem Taunus ist es unwesentlich weiter als für mich aus dem Ruhrgebiet dahin (glaub´ ich/messe mal bei Google Earth nach).

CS.

Hubertus
Offline Andreas  
#11 Geschrieben : Samstag, 15. Juni 2019 17:54:29(UTC)
Andreas


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 16.04.2009(UTC)
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Wohnort: Taunus
Hallo Hubertus,
danke für die nette Einladung, darauf käme ich vielleicht irgentwann einmal drauf zurück!
Gruß und klaren Himmel
Andreas
Ich sehe was ich sehe - wenn ich es sehe
Offline Rieger  
#12 Geschrieben : Sonntag, 16. Juni 2019 22:38:45(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
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Beiträge: 135
Wohnort: Herne
Hallo ihr Lieben,

jetzt nochmal ein lehrreicher Nachtrag zu meinem obigen Bericht zum (Unter-)Thema Korrektoren gegen die atmosphärische Dispersion:
Nachdem ich Einigen das Angebot einer NP-Monti vom lieben Basti aus Himmelmert an Himmelfahrt wohl vor der Nase weggeschnappt hatte, da ich ja schon so früh am Sonntagnachmittag zu Hause gewesen war, habe ich die Monti heute bei Basti abgeholt und eben am Abend nach dem Motto "back to the roots" meinen allerersten echten astronomischen Refraktor 80x1200 von 1982 wieder selbständig in Betrieb genommen. Die ursprüngliche Polaris musste er sich nämlich immer mit meinem alten maladen Kalzium-Skope teilen.
Knapp neben dem Mond und knapp überm Nachbarhaus im heimischen Garten bedurfte es zum erpriesslichen Anblick Jupiters eines der gefragten Korrektoren und ich setzte nochmals den neuen von TS ein. Wiederholt fielen mir die Farbsäume in neutraler Einstellung waagerecht zum Horizont auf. So beschlich mich der sich als zutreffend erweisende Verdacht, dass man die TS-Korrektoren einfach andersrum gedreht einsetzen muss, als den alt vertrauten Korrektor aus dem Hause Koch: Bei letzterem muss man die kleinen Verstellhebel für die Prismen in neutraler Stellung waagerecht nach rechts stehend einsetzen. Der TS-Korrektor muss in neutraler Stellung mit den Hebeln nach unten zeigen. Kurz eingestellt, grinste mich auch knapp überm Horizont Jupiters GRF mit 80mm Öffnung breit an.

Also: Der TS-Korrektor ist rehabilitiert!!!

Soweit die Richtigstellung und schöne kurze Arbeitswoche und CS,

Hubertus

Bearbeitet vom Benutzer Sonntag, 16. Juni 2019 22:45:03(UTC)  | Grund: Tippfehler korrigiert

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OceanSpiders 2.0
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