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Offline Pipo  
#1 Geschrieben : Dienstag, 8. Mai 2018 21:32:37(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,163
Wohnort: Berlin
Moin Moin,

für wirklich unvergessliche Beobachtungen muss ja einiges zusammenkommen. Kein Mond, gute Transparenz, wenn man wie ich von Bäumen umzingelt ist, muss der Ausschnitt stimmen und das alles am besten noch am Wochenende. Und das erste im Mai lieferte nun genau das alles und ich fieberte schon die ganze Woche dem Freitag entgegen. Ich hatte mir die Südostecke im Garten ausgesucht und das hieß wieder umfangreiche Blendschutzmaßnahmen treffen, was ich schon am Donnerstag in Angriff nahm. Der Drehpunkt des 12er liegt deutlich niedriger als der des 6er und die Aufstellung muss stimmen.
Der Freitag sollte nur der Warmmacher sein und Leo stand günstig. Was würde hier an Galaxien gehen, bei gut 5 mag Himmel? Zuerst ging ich auf M 105 und N 3371 Das war für den Einstieg genau das richtige und ließ für den weiteren Verlauf großes erwarten. Ich wollte dann zu M 95 und 96 verhedderte mich aber mit dem Sucher in den Gestirnen. So ein geradsichtiger Sucher erfordert Verrenkungen, die man gerne vermeiden möchte. Also dann wieder Starhopping mit den Karten aus meinem Pipo-mag12-Atlas. Das ging prima und flugs hatte ich mit dem 42 mm WA das Ziel gefunden und verweilte eine Weile bei den beiden. Dann ging es aber zum eigentlichen Ziel des Abends, dem Triplett. Ich hatte eine neues Okular am Start, welches ich sehr günstig erworben hatte. Ein 20 mm Planetary und war sehr gespannt darauf, wie sich die kleinere AP im Vergleich zum 25er machen würde. Und in der Tat, die Sicht war besser, noch besser allerdings war das 15 mm WA, dessen AP den besten Gesamteindruck zauberte. Dann konnte ich aber nicht anders und musste mein 8 mm Planetary anlegen. Mit dem 6er war ich damit zuletzt nicht mehr glücklich. Im Vergleich zum 12,5er Plössl erschien mir das Bild doch flau und in mir wuchs der Verdacht, eine „Gurke“ erwischt zu haben. Nun, am 12“ f5 stellte sich das anders dar. Tatsächlich brachte das 8er auch an den Galaxien einen weiteren Gewinn bei der Einzelbetrachtung. Natürlich keine Spiralarme oder so, nein, nicht am Himmel der Vorstadt. Aber zum einen waren die Gx deutlich erkennbar und es waren innerhalb der Objekte Abstufungen und deren unterschiedliche Formen gut erkennbar. Das 8er war rehabilitiert und ich glücklich. Was mich ebenfalls froh stimmte war, dass die Nachführung des GSO wunderbar funktionierte. Ich für meinen Teil kann die oft geäußerte Kritik am Rollenlager nicht bestätigen.
Am Samstag hieß es früh raus und ich baute ab, wobei mir auffiel, dass sich für den Samstag wohl ein anderer Standort im Garten besser anbieten würde, denn der Löwe pirschte sich vom Terassenblick aus zwischen den Bäumen durch. Großartig! Die vermaledeite Lampe auf dem Gehweg ließ sich so vermeiden.

Also baute ich am Samstag auf meinen bevorzugten Standort um. Und auch dort installierte ich natürlich meinen bewährten Blendschutz und begab mich in meine provisorische Sternwarte.

Bild Nummer


So konnte ich diesmal das westliche Ende des Löwen ins Visier nehmen. Es war nicht nur „wetterberichtfürnichtsterneguckerklar“, sondern richtig klar. Mal abgesehen von der standortbedingten Grundhelligkeit des Himmels also beste Bedingugen für eine Galaxientour.
Es war angerichtet und als erste wanderten N 3226 und 3227 auf den Teller. Beide sehr klein, aber gut zu erkennen. Weiter ging es zu N 3193 und 3190. Hier verweilte ich lange Zeit und machte etwas, das ich an lohnenden Objekten gerne mache. Ich wechselte ständig die Okulare, um Sicht und Ausschnitt zu variieren und mich immer wieder am neuen Anblick zu erfreuen. Zum Glück hatte ich doch das Zeichenbrett mit raus genommen, bei Gx ist das ja nicht unbedingt sicher. Jedoch war das Pärchen im 8er Planetary zu schnuckelig, um es einfach so gehen zu lassen und ich hatte laaaange nicht mehr gezeichnet.

Bild Nummer


Nachdem ich mich von den beiden verabschiedet hatte, ging es weiter zu N 3162 und das war mit 11,6 mag schon knifflig. Hier zeigte sich der Wert des neu erworbenen Okulares. Mit dem 20er war die Gx indirekt tatsächlich am besten auszumachen. An N 3098 mit 12 mag scheiterte ich aber. Eine sichere Sichtung war nicht möglich.
N 3377 war klein aber flächenhell und damit eine gute Sichtung. Die größere N 3596 mit 11,3 mag nur ein Hauch am Himmel, indirekt aber sicher zu sehen.

Mittlerweile lagen dann auch Bodes Galaxien in Sicht. Am 6“ schon ein echter Bringer waren sie am 12“ ein Erlebnis. Insbesondere die Zigarre. Und hier musste dann wieder das 8er ran und stanzte sie aus dem Himmel. Nun wollte ich es wissen. Das 6er Ortho hatte ich auch in den Koffer gepackt und jetzt war die Gelegenheit, es einzusetzen. Und Yeah! Was für ein Anblick! Im 8er war die Teilung schon erkennbar gewesen, aber im 6er trat sie noch deutlicher zu Tage. Auch dieses Okular entfaltet erst jetzt am 12“ f5 sein wirkliches Potential.

Das war klasse, ich verließ meine Umhausung und dann fiel mein Blick auf Jupiter. Den konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. Es war jetzt etwas Rasenkraftsport (RB-schleppen Tubus-werfen) angesagt und dann konnte ich dem Gasriesen meine Aufwartung machen. Das war der richtige Absacker für die Beobachtungssitzung, oder besser -stehung.

Unglaublich, wie die Zeit vergeht, erst nach drei Uhr hatte ich das wichtigste abgebaut. Das hatte sich wirklich gelohnt und wird wohl noch lange in meinem Gedächtnis bleiben. Kaum vorstellbar, was in dieser Nacht an einem dunkleren Ort mit diesem Rohr möglich gewesen wäre.

Mit einem verklärtem Lächeln im Gesicht und vielen Grüßen

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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Offline pescadorTT  
#2 Geschrieben : Dienstag, 8. Mai 2018 21:51:34(UTC)
pescadorTT


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 06.02.2012(UTC)
Beiträge: 614
Wohnort: Bergisches Land
Hallo Pipo,

zwei wunderbare Nächte über die Du sehr schön berichtest und eine feine Zeichnung die Du uns zeigst! Tolle provisorische Sternwarte und Dein 12" macht sich wohl verdammt gut ThumpUp
Wünsche Dir weiterhin guten und klaren Himmel und ebenfalls viel Spaß mit dem Trum. Hoffen wir mal nicht, dass es nun so lange bewölkt bleibt Wink

In diesem Sinne; ein Hoch auf die Lichteimer!

Lieben Gruß,
Sven
Spiegel | Linse | Kopfkino


Offline raziel28  
#3 Geschrieben : Mittwoch, 9. Mai 2018 08:25:44(UTC)
raziel28


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 24.08.2009(UTC)
Beiträge: 609
Wohnort: Carlsberg
Hallo Pipo,

sehr schöner Bericht, hat Spaß gemacht zu lesen. Vor allem die vorbereitenden Arbeiten um die Night of the night zu planen.
Und dann passt einfach alles zusammen und es will so, wie man es sich vorgestellt hat. Ja, das sind diese Nächte, von denen man lange Berichten wird.

Aber, Tubuswerfen, das könnte eine neue sportliche Disziplin werden LOL
Man stelle sich vor, der Tubus muss in die Rockerbox geworfen werden und am Ende muss Jupiter im Okular zu sehen sein....
Carpe Noctem
Toni

Eine Sache sollte immer so gebaut sein, dass der gewünschte Zustand auch der einfachste ist.
Offline Andreas  
#4 Geschrieben : Mittwoch, 9. Mai 2018 16:17:25(UTC)
Andreas


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 16.04.2009(UTC)
Beiträge: 959
Wohnort: Taunus
Hallo Pipo,

danke fürs mitnehmen!
Wir waren mit unserer Gruppe letzten Freitag nach unserem Vollmondstammtisch nochmal gemeinsam draußen und haben bis zum Mondaufgang einiges vom Himmel holen können. Benny will noch einen Bericht nachliefern (da ich wieder mal zu faul dazu war). Freut mich, dass du mit dem Dicken deinen Spaß hattest und ich bin beeindruckt, welchen Abschattungsaufwand du hier treibst. Das einzige, das bei uns störte war ein später Bauer mit LED-Blendwerk, aber der haute schließlich wieder ab. Hoffentlich geht am langen Wochenende zwischen den Gewittern noch was.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
Ich sehe was ich sehe - wenn ich es sehe
Offline Oliver Schulz  
#5 Geschrieben : Mittwoch, 9. Mai 2018 19:37:53(UTC)
Oliver Schulz


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 06.03.2016(UTC)
Beiträge: 31
Wohnort: Berlin
Hallo Pipo,

Danke für den Ausflug in Deine Beobachtungsnächte! Es ist doch schön, wenn man mit einem verklärten Lächeln aus solchen Nächten geht. Smile
Und auch eine schöne Zeichnung! Ich finde es immer faszinierend, dass manche das, was sie sehen, so, wie sie es sehen, zu Papier bringen können. Ich hatte mit dem Zeichnen immer so meine Schwierigkeiten. Irgendwie sah es auf Papier immer nicht so aus wie im Okular. Vor allem die Feinheiten in Strukturen und Schattierungen. Respekt!

Viele Grüße und (bald wieder) klare Nächte
Oliver
Vixen VMC200L, Sky-Watcher Explorer 200 PDS, HEQ5-Pro SynScan, MGEN, Baader MPCC Mark III, Canon EOS 700D
Offline Pipo  
#6 Geschrieben : Donnerstag, 10. Mai 2018 21:19:53(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,163
Wohnort: Berlin
Moin Leute,

vielen Dank für die Kommentare Ja das hat sich gelohnt. Ich war lange der Meinung, dass sich mehr als 6“ hier nicht lohnen würden und hatte die Pläne für ein größeres Rohr bereits ad acta gelegt. Bis ich dann diesen Zufallstreffer landen konnte. Der Unterschied ist wirklich frappant.
Da sich der Aufbauaufwand von dem des 6ers nicht unterscheidet (ist vom Schleppen mal abgesehen sogar einfacher), ist der kleine erst einmal arbeitslos und ich habe darüber nachgedacht, was ich mit ihm machen soll. Aber so langsam schält sich da schon ein Plan aus der Dunkelheit.

Am Wochenende soll es hier wieder ganz gutes Wetter geben. Mal sehen, was sich da ergibt.

Viele Grüße

Pipo

PS: Habe gerade eben auf meiner Wetterseite diverse Berichte vom heutigen Tage gelesen. Wir sind hier nur von ein paar Tropfen getroffen worden. Scheint aber teilweise sehr schlimm gewesen zu sein. Ich hoffe, ihr seid alle glimpflich davongekommen.
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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Offline Hoschie  
#7 Geschrieben : Dienstag, 15. Mai 2018 23:42:13(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 160
Wohnort: Wetzlar
Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
bei gut 5 mag Himmel




Moin Pipo, beeindruckend - bis um 3 Uhr hast du durchgehalten! Ich war fotografisch unterwegs, aber gegen 3 schon richtig durchgefroren, obwohl ich einen Großteil der Zeit im Inneren verbrachte.

Aber ich hab da mal eine Frage: Wie beurteilst du die Durchsicht am Himmel?
Ich habe mir da aktuell ein paar Sterne ausgeguckt - alle im kleinen Bären - und in letzter Zeit versuche ich, wärend die Kamera Fotos knipst, die Durchsicht anhand Dieser zu beurteilen. Da sei z.B. Eta UMi genannt, quasi das Vorderrad am kleinen Wagen. Wenn der nicht zu sehen ist, dann ist schonmal schlecher als 5,1 Mag. Das erscheint mir dann als "schlecht". Wenn doch sichtbar, dann schaue ich, ob 19 UMi (Mag 5,6) direkt daneben, oder HIP 78661 (Mag 5,85, auf halbem Wege zu Ceta UMi - alle Angaben nach Extinktion) zu erahnen sind. Was mir dann eigentlich auch meistens gelingt, zumindest letzte Woche.

Ich habe aber irgendwie die leise Vermutung, dass Magnituden von knapp 6 an diesem Standort maßlos übertrieben sind, und man will ja objektiv sein. Mit der wahnsinnigen Lichtglocke von Gießen, der von FFM, und an manchen Tagen dem Flutlicht vom Fussballplatz 5 km weiter, in dem man seinen Schatten an der Wand sieht. Die Betonung oben liegt auch auf "ahnen". Hinzu kommt dass ich eigentlich einen ziemlichen Ast auf meinen Glubbies habe, und auch nicht eine halbe Stunde dunkeladaptiere. Was ist dein Kriterium?

Auf baldig wieder klare Nächte,
Hoschie

Bearbeitet vom Benutzer Dienstag, 15. Mai 2018 23:47:12(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Viele Grüße,
Horst

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Offline Pipo  
#8 Geschrieben : Mittwoch, 16. Mai 2018 09:37:43(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,163
Wohnort: Berlin
Moin Horst,

ich orientiere mich auch an UMi. Aber wie ich nach Jahren weiß, kann das sehr in die Irre führen und ist nur ein Anhaltspunkt so wie die „Niederschlagswahrscheinlichkeit“.
Bei uns ist der Himmel oft mit reichlich Feuchte gesegnet und das lässt ihn auf Grund der ganzen Streustrahlung schnell absaufen. Auf die Sternchen in UMi hat das aber erstaunlich wenig Einfluss. Diese Punktquellen sind sehr widerstandsfähig, ganz im Gegenteil zu den flächigen Objekten die man gerne beobachten möchte. Dazu kommt noch, dass es immer schlechter wird, je näher man an den Horizont geht und das wiederum ist auch von Tag zu Tag anders. Manchmal ändert sich das sogar innerhalb einer Nacht ganz plötzlich. Hatte ich schon mehrfach. Entscheidend ist die Flächenhelligkeit der Objekte. Die reine mag-Angabe ist auch so eine Art „Niederschlagswahrscheinlichkeit“, gerade an schlechtem Himmel.

Ich bleibe immer erst mal eine Weile mit dem Auge am Firmament und schaue, was sich so allmählich so herausschält. Im Moment bieten sich da z.B. der Luchs oder das Haar der Berenike an. Kann man z.B. den Coma-Cluster problemlos erkennen oder nicht und wenn ja, wie deutlich ? Dann gibt es all überall noch schöne Formationen, die sich im Laufe der Zeit einfach einprägen, ohne dass ich sie jetzt konkret benennen könnte. Von den Sichtbarkeiten, die du für deinen Standort angegeben hast ausgehend, ist dein Himmel deutlich besser als meiner.

Und im Endeffekt nutzt dass alles kaum etwas, denn der Himmel ist so wie er ist. Die letzte Wahrheit erlange ich erst, wenn ich durch das Okular schaue. Und da habe ich schon gewaltige Überraschungen erlebt, den vorherigen Annahmen zum Trotz. Im Guten wie im Schlechten.


Viele Grüße

Pipo
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Offline Rieger  
#9 Geschrieben : Montag, 4. Juni 2018 22:34:25(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
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Hallo Pipo,

nachdem ich meist lesen musste, dass du oft nur sehnsüchtig mitlesen konntest, was wir andern wieder Feines unter unseren privilegierten Himmels gesehen hatten, lese ich mit Genugtuung, dass du echte Deep-Sky-Erfolge verzeichnen konntest. Viel Spass an deinem Neuen und weiter so aus der Blendschutz heraus.

CS.

Hubertus
Offline Hico  
#10 Geschrieben : Donnerstag, 7. Juni 2018 08:28:49(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
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Wohnort: Korbach
Hallo Pipo,

ein toller Bericht, den ich mir vorgestern Abend in Essen im Hotel durchgelesen habe. Ich bin momentan beruflich viel in Essen und kann da nun sehr gut nachvollziehen, was es heißt unter einer Lichtglocke "gefangen" zu sein. Umso schöner ist zu lesen, dass Du trotz dieser widrigen Umstände erfolgreich warst. Und worüber ich noch nicht im Bilde war - Du hast jetzt ´n 12"-Lichteimer - Gratulation und viele tolle Nächte damit. ThumpUp

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Das ging prima und flugs hatte ich mit dem 42 mm WA das Ziel gefunden und verweilte eine Weile bei den beiden.


Scared ... da bist Du aber mit ´ner ganz schön hohen AP (8,5 mm Huh ) unterwegs, noch dazu unter "Deinem" Himmel. Klar, schön viel Feld bei 1.500mm Brennweite, aber der Kontrast dürfte ja ziemlich mau sein ... Da wundert´s mich ja schon ein wenig, dass Du damit Galaxien findest ... oder suchst Du Dir damit nur die Sternkonstellationen zum Starhopping?

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Dann konnte ich aber nicht anders und musste mein 8 mm Planetary anlegen. Mit dem 6er war ich damit zuletzt nicht mehr glücklich. Im Vergleich zum 12,5er Plössl erschien mir das Bild doch flau und in mir wuchs der Verdacht, eine „Gurke“ erwischt zu haben. Nun, am 12“ f5 stellte sich das anders dar.


Könnten die Erfahrungen die Du zuvor am 6"er gemacht hast auch was mit Seeing oder Kollimation zu tun haben? Das macht von der Vergrößerung her ja schon ordentlich was aus, ob Du mit 12,5 mm (= 96-fach) oder 8 mm (= 150-fach) unterwegs bist ... Im blödesten Fall wäre der HS vom 6"er nicht gut ... aber das hättest Du sicher schon längst bemerkt ... Drool

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Was mich ebenfalls froh stimmte war, dass die Nachführung des GSO wunderbar funktionierte. Ich für meinen Teil kann die oft geäußerte Kritik am Rollenlager nicht bestätigen.


Sehe ich auch so, ich hab da auch weder mit 8" f/6 GSO noch mit 12" f/5 Lightbridge was wirklich negatives mit empfunden. Trotzdem habe ich bei letzterem mittlerweile ein Gleitlager verbaut - ich wollte einfach mal schauen, ob sich was verbessert. Für sehr hohe Vergrößerungen beim Quasare oder Planeten spechtel´n trifft das auch zu, optimal ist´s aber auch da bei mir noch nicht ... und riesig ist der Unterschied zum Gleitlager auch nicht.

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Mittlerweile lagen dann auch Bodes Galaxien in Sicht. Am 6“ schon ein echter Bringer waren sie am 12“ ein Erlebnis. Insbesondere die Zigarre. Und hier musste dann wieder das 8er ran und stanzte sie aus dem Himmel. Nun wollte ich es wissen. Das 6er Ortho hatte ich auch in den Koffer gepackt und jetzt war die Gelegenheit, es einzusetzen. Und Yeah! Was für ein Anblick! Im 8er war die Teilung schon erkennbar gewesen, aber im 6er trat sie noch deutlicher zu Tage. Auch dieses Okular entfaltet erst jetzt am 12“ f5 sein wirkliches Potential. ... Unglaublich, wie die Zeit vergeht, erst nach drei Uhr hatte ich das wichtigste abgebaut. Das hatte sich wirklich gelohnt und wird wohl noch lange in meinem Gedächtnis bleiben.


Das macht doch Spass zu lesen ... da freut man sich richtig mit ... Woot ... und bekommt direkt Lust raus zu gehen und das Scope auf die Weltwunder im All zu richten ... Drool

Vielen Dank für´s Mitnehmen ... und weiterhin viel Spass mit der neuen Tonne.

Gruß aus Essen und CS
Heiko
www.Heiko-schaut-ins-All.de

12" Lightbridge Dobson, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 5" f/11,8 Maksutov, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Offline Pipo  
#11 Geschrieben : Donnerstag, 7. Juni 2018 11:22:10(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,163
Wohnort: Berlin
Moin Heiko,

ja, tatsächlich 8,4mm AP und das ganz problemlos. Natürlich ist das Bild etwas heller und die Kontraste etwas flauer. Aber niemals das, was nach der gerne verfochtenen „AP-max-nicht-größer-als-visuelle-Grenzgröße-Regel“ gerne kolportiert wird.
Das war mir schon bei meiner ersten Beobachtung mit dem 12er aufgefallen und ich hatte es hier dokumentiert

https://www.astrotreff-d...ts/t10665-Die-AP-am-Auge

Da steht eigentlich alles drin, was ich dazu zu sagen habe.

Ich habe die Sache mit der max AP immer skeptisch gesehen und die Diskussionen darum verständnislos verfolgt. Insbesondere weil ich auch trotz intensiver Recherche nichts konkretes, belegbares, nachrechenbares dazu habe finden können. Im Gegensatz zur minimalen AP, die sich zumindest ungefähr herleiten lässt, z.B. bei Reese.

Meine persönlich gemachte Erfahrung hat diese Skepsis nun Erkenntnis werden lassen. Die maximale AP ist ein Fetisch, den jeder so groß oder klein machen sollte, wie er oder sie es für richtig hält, aber zugleich den Fetisch der anderen so groß oder klein lassen sollte, wie es denen beliebt. Die Abhängigkeit von einem Konvolut individueller Faktoren ist einfach zu groß, als dass sich eine allgemeingültige belastbare Aussage ableiten ließe

Oder, wie es ein geschätztes Mitglied des Forums gerne ausdrückt: „Versuch macht klug“!


Viele Grüße

Pipo
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Offline Hico  
#12 Geschrieben : Dienstag, 12. Juni 2018 16:14:54(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
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Wohnort: Korbach
Moin Pipo,

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
... ja, tatsächlich 8,4mm AP und das ganz problemlos. Natürlich ist das Bild etwas heller und die Kontraste etwas flauer. Aber niemals das, was nach der gerne verfochtenen „AP-max-nicht-größer-als-visuelle-Grenzgröße-Regel“ gerne kolportiert wird. ... Ich habe die Sache mit der max AP immer skeptisch gesehen und die Diskussionen darum verständnislos verfolgt. Insbesondere weil ich auch trotz intensiver Recherche nichts konkretes, belegbares, nachrechenbares dazu habe finden können. ... Die maximale AP ist ein Fetisch, den jeder so groß oder klein machen sollte, wie er oder sie es für richtig hält, aber zugleich den Fetisch der anderen so groß oder klein lassen sollte, wie es denen beliebt.

Oder, wie es ein geschätztes Mitglied des Forums gerne ausdrückt: „Versuch macht klug“!


Da bin ich ja zu 100% bei Dir. ThumpUp Genauso wie es ja nicht DAS Teleskop, DAS Okular oder DEN Filter gibt ... Es kommt immer auf die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben an. Drool Ich schrieb das auch nicht "mit erhobenem Zeigefinger" sondern berufe mich mit meinen Aussagen auch i.d.R. auf eigene Erfahrungen und Erkenntnisse und die hab ich in den letzten Jahren auch im Bereich der AP gemacht.

Ich hatte für mein damaliges 8" f/6 Dobson ein TS WA 32 (also AP ca. 5,3 mm) als Aufsuch- und Übersichtsokular. Dann hatte ich ja Anfang 2009 das Glück günstig ein 16" f/4,5 Starfinder Volltubus-Dobson zu bekommen und da bei f/4,5 die Abbildung des TS WA nicht mehr schön war beschloss ich, für das Aufsuch- und Übersichtsokular in eine "Endlösung" zu investieren. In Frage kamen für mich das 31ger oder das 26er Nagler, da ich diese von Teleskoptreffen und von meinem lieben Spechtelkollegen Hubertus Rieger kannte. Das 31ger liefert am Starfinder bereits eine AP von knapp 6,8 mm, das 26ger eine AP von knapp 5,7 mm. Die visuelle Grenzgröße liegt bei mir in guten Nächten zwischen 6,3 und 6,8 mag. Da ich mir unsicher war, habe ich mir damals beide Okulare zur Auswahl schicken lassen und habe beide Okularen am Starfinder in Aktion getestet. Die Grenzgröße lag in der Nacht bei ca. 6 mag.

Hätte ich nur das f/4,5 Dobson gehabt, dann hätte ich mich wegen der Bildhelligkeit und des Kontrastes klar für das 26ger entschieden. Trotz weniger Feld ging das Aufsuchen und Erkennen von Objekten mit geringerer Flächenhelligkeit mit der geringeren AP eben besser. Auch für die Beobachtung an sich war die geringere AP besser. Dennoch habe ich das 26ger zurückgeschickt, wofür es zwei Gründe gab: 1.) Das Teleskop mit dem ich damals am meisten beobachtet habe war der 8" f/6, da ich das große Trumm allein nicht mehr schleppen wollte (ca. 80 kg) und dieses daher nicht mehr so oft zum Einsatz kam. 2.) Ich beobachte auch gern Nebel mit OIII-Filter, wofür eine größere AP nicht störend ist, da der OIII-Filter ja den Kontrast bringt.

Den f/4,5 und auch den f/6 habe ich nicht mehr; mein visuelles Hauptinstrument ist meine 12" f/5 Lightbridge. Hier passt die AP von 6,2 mm bei Top-Himmel beziehungsweise dann vor allem in Deklinationen > ca. 40 Grad überm Horizont noch gerade so. Ist der Himmel nicht so perfekt, dann wäre mir eigentlich eine geringere AP lieber ... aber ich hab auch nicht die Kohle für ein weiteres Übersichtsoku mit guter Qualität, sodass ich hier mit der Kompromisslösung leben muss, aber auch kann. Smile

Sehr schön mit der AP experimentieren kann man übrigens mit einem Zoom-Fernglas. Mein Porst 6-12x30 war diesbezüglich ein Augenöffner für mich. Die AP reicht hierbei von 5 bis 2,5 mm und bei der Beobachtung von Nebeln oder Galaxien ist es sehr interessant mal von hoher AP langsam hochzuzoomen (wobei man leider den Dioptrienausgleich auch korrigieren muss). Selbst bei Tophimmel wird die Detailerkennung bzw. Erkennung der Objekte n sich mit einer AP von 3-4 mm (so genau kann man das nicht ablesen) am besten. Das hätte ich zuvor nicht gedacht. Ich hatte eher damit gerechnet, dass 4 - 5 mm AP am gewinnbringensten sein würden. Ein optimaler AP-Test-Versuch ist das mit dem Zoomen allerdings nicht, da die Erkennbarkeit ja auch durch die zunehmende Vergrösserung steigt.

Gruß und klaren Himmel
Heiko
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12" Lightbridge Dobson, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 5" f/11,8 Maksutov, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
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