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Offline Oliver Schulz  
#1 Geschrieben : Dienstag, 20. März 2018 22:20:17(UTC)
Oliver Schulz


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 06.03.2016(UTC)
Beiträge: 26
Wohnort: Berlin
Hallo Sternenfreunde,

nachdem ich vor kurzem ein gebrauchtes aber kaum benutztes VMC200L erstanden habe, konnte ich es am Sonntag das erste Mal gen Himmel richten.
Der Beobachtungsort war bei Selbelang, etwa 35 km östlich von Berlin. Der Beobachtungsplatz ist von der Lichtverschmutzung her nicht soo gut wie das Westhavelland, aber für das Berliner Umland schon ganz gut. Im Osten merkt man aber deutlich die Aufhellung durch die Stadt Nauen. Die Nacht war ziemlich kalt aber sehr trocken und klar, ohne allerdings etwas zur Grenzhelligkeit sagen zu können.
Mit dabei war ein Freund, der sein C9,25 mitgebracht hatte. Ich feute mich natürlich auch auf den direkten Vergleich! Eines vorneweg: Eine etwas undankbare Aufgabe, weil man die 3cm mehr Öffnung und 40cm mehr Brennweite des C9,25 doch deutlich merkt.

Von der Montierung her läßt sich erwartungsgemäß sagen, dass das VMC die HEQ5 weitaus weniger beansprucht, als der 200/1000 Newton. Beim Fokussieren waren z.B. die Schwingungen, aufgrund des kürzeren Hebels, spürbar geringer als beim Newton.

Die ersten Objekte waren M81 und M82 im großen Bären. Mit dem 22mm Vixen LVW (89fache Vergrößerung) noch beide innerhalb des Gesichtsfeldes und einfach ein schöner Anblick. Ok, also etwas Herausfordernderes: Kugelsternhaufen M3 in den Jagdhunden. Mit dem 13,4mm Speers-Waler (146x) war der äußere Bereich in Einzelsterne auflösbar. Im C 9,25 wirkte das Ganze noch ein Stückweit heller und aufgelöster.
Ein echter Grenzfall war dann NGC 4244, eine Edge-On-Galaxie in den Jagdhunden. Die Galaxie stand im durch Nauen aufgehellten Himmelsbereich und war durch das VMC für mich sowohl durch das 31er Baader Hyperion Aspheric (63x) als auch durch das 22er Vixen eigentlich nur noch zu erahnen. Auch indirekt war sie kaum zu halten. Am ehesten war sie wahrnehmbar, wenn man mit dem Rohr etwas hin-und-her schwenkte und merkte, ah, da bewegt sich etwas. Im C 9,25 hingegen war sie indirekt noch ganz gut zu halten.
Wir haben noch eine Reihe anderer Galaxien angeschaut (M 65, M 66, NGC 2403 ...) und es war eigentlich immer dasselbe: Das C9,25 war einen Tick größer und einen Tick heller. Leider waren weder Mond noch Planeten zu sehen, um etwas über die Schärfe der Abbildung zu sagen.
Zum Schluss habe ich nochmal Regulus anvisiert, um am Stern durch Defokussierung die Justierung der Optik zu prüfen (ok, kann man eigentlich auch zuerst machen). Es scheint, dass die VMC wirklich sehr justierstabil sind. Trotz des Transports mit DHL (und man hört ja da so Sachen...) und des zwischenzeitlichen Transports im Rucksack war die Justierung quasi perfekt erhalten.

Ich finde, der "Kleine" hat sich für 8" wacker geschlagen und ich freue mich schon auf die fotografischen Versuche. :-)

Und noch ein Wort zum 31er Baader Hyperion Aspheric: Im F5-Newton fand ich das Okular immer recht schwach (v.a. im Vergleich zum Vixen und den Speers-Waler). Die Sterne bekamen ziemliche Schweife, und das nicht erst am äußersten Rand. Und das Gesamtbild wirkte irgendwie nicht "natürlich" (besser kann ich es nicht beschreiben). An f9,75 macht das Teil hingegen richtig Spaß!

Viele Grüße
Oliver




Vixen VMC200L, Sky-Watcher Explorer 200 PDS, HEQ5-Pro SynScan, MGEN, Baader MPCC Mark III, Canon EOS 700D
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Offline Pipo  
#2 Geschrieben : Dienstag, 20. März 2018 23:53:12(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,143
Wohnort: Berlin
Moin Oliver,

das hört sich doch ganz gut an. In der Tat hatten wir hier ausnahmsweise mal richtig guten Himmel. Ich war nur mit dem FG im Garten und Montag und auch heute war es hier zumindest noch besser. Ich habe aber ehrlich gesagt genug vom Winter und es deshalb auch beim ganz kleinen Besteck belassen. Zumal ich wegen der defekten Terassentür auch alles einmal ums Haus herum schleppen müsste. Sei's drum.
Es freut mich, dass sich das VMC so gut bewährt hat. Der Vergleich mit dem C 925 ist natürlich unfair, aber andererseits war für dich ja schließlich die Transportabilität im Vordergrund und ich denke, dass du das richtige gewählt hast. Die etwas kleinere Brennweite muss auch nicht von Nachteil sein. Wenn du mit dem 31 mm Baader am VMC gut zurechtkommst, dann belasse es doch erst mal dabei. Vielleicht hast du ja die Gelegenheit, andere Okulare auszutesten.

Interessant fand ich deine Bemerkung zum Aspheric an f5. Ich muss mich für meinen 12“ f5 nun auch nach einem neuen Übersichtsokular umsehen, weil das 42 mm WA doch zu extrem ist. An deinem VMC und meinem 6“f8 passt es, liefert aber auch nicht signifikant mehr Feld als das Baader (wohl aber mehr AP). Bei einem Astrohändler wurde bemerkt, dass die Randschärfe des Aspheric an f5 „sehr gut“ sei. Du widersprichst dem aus eigener Ansicht. Das ist wichtig für mich, weil ich auch dieses Okular in Erwägung gezogen hatte. Die 82°-Klopper in dem Brennweitenbereich sind mir ehrlich gesagt deutlich zu teuer und viel zu schwer. Wenn das Baader an f5 aber auch so in die Knie geht, dann kann ich auch gleich eine Nummer kleiner ran gehen, ein 32 mm WA nehmen und den Differenzbetrag für etwas anderes anlegen.

Jedenfalls nochmal herzlichen Glückwunsch zum VMC und viel Spaß damit.


Viele Grüße

Pipo


PS: Dem frechen Jäger war es wohl zu kalt am Sonntag ;-)
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
-------------------------------------------------------------
Newtons in der Dose - 12" f5 - 6" f8 - 3" f9 und 4,5" f8 Schienendob
4" Mak , FG 10x50
Erfle 42 mm, HR 25 und 8, Plössl 20 und 12,5, WA 15 und Ortho 6
Offline Oliver Schulz  
#3 Geschrieben : Mittwoch, 21. März 2018 18:34:57(UTC)
Oliver Schulz


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 06.03.2016(UTC)
Beiträge: 26
Wohnort: Berlin
Hallo Pipo,

an die Sache mit dem Jäger musste ich an dem Abend auch denken. Aber wahrscheinlich war es ihm tatsächlich zu kalt. :-) Ich habe nochmal nachgeschaut, es ist tatsächlich KEIN Privatweg und der Freund, der am Sonntag dabei war meinte, dass die damals angemahnte "Jagdruhe" sowieso nur im Wald gelte.

Das mit dem 31er Baader Aspheric ist so eine Sache. Mir hat auch mal ein Händler erzählt, dass das Baader mit f5 gut zurecht käme. Ich war dann in der Praxis etwas überrascht. In einem älteren Beitrag im Nachbarforum hat jemand mal geschrieben, dass die Randunschärfe bei 85-90% anfangen würde. Ich würde sie noch früher ansetzen. Zudem soll sich die Randschärfe verbessern, wenn man es mit der 1 1/4" Steckhülse verwendet. Das habe ich aber noch nicht versucht. Ich hatte im letzten Sommer mal die Gelegenheit, ein 31er Nagler an einem f4,9-Dobson zu erleben. Das war wirklich "sehr gut"! Auch beim Vixen ist mir bisher nichts aufgefallen, aber ich suche auch wirklich nicht gezielt nach Unschärfen. Aber beim Baader ist es schon auffällig. Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass ich einfach eine "Gurke" abbekommen habe. Aber an f9,75 funktioniert es eben. Aber jetzt wäre es eh zu spät zum Zurückgeben...

Viele Grüße
Oliver
Vixen VMC200L, Sky-Watcher Explorer 200 PDS, HEQ5-Pro SynScan, MGEN, Baader MPCC Mark III, Canon EOS 700D
Offline pescadorTT  
#4 Geschrieben : Mittwoch, 21. März 2018 21:46:14(UTC)
pescadorTT


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 06.02.2012(UTC)
Beiträge: 562
Wohnort: Nippes
Hallo Oliver,

dass hört sich doch im Großen und Ganzen nach einem erfolgreichen First Light an!
Denke da wie Pipo, dass der Vergleich zum C9.25 nicht ganz fair ist, aber allzu groß scheint der Unterschied ja dann auch nicht zu sein - klasse ThumpUp

Freue mich gleichfalls auf Deine ersten Fotos, die Du uns zeigen wirst - viel Spaß dabei.

Beste Grüße,
Sven
12,5" / f4,7 Martini Truss | GPU | Losmandy G-11 | Gemini 2 | MGEN | ED 70/420 | Vixen 102 M / TS AZ | Tal 1 | Revue 60/700 | EOS 750D BCF MOD | ZWO ASI 120 MC


Offline Oliver Schulz  
#5 Geschrieben : Samstag, 24. März 2018 00:09:59(UTC)
Oliver Schulz


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 06.03.2016(UTC)
Beiträge: 26
Wohnort: Berlin
Kleine Korrektur: Selbelang liegt natürlich 35 km westlich von Berlin, nicht östlich!
Vixen VMC200L, Sky-Watcher Explorer 200 PDS, HEQ5-Pro SynScan, MGEN, Baader MPCC Mark III, Canon EOS 700D
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