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Offline Hoschie  
#1 Geschrieben : Dienstag, 20. März 2018 21:51:25(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 127
Wohnort: Wetzlar
Hallöchen,

eigentlich wollte ich heute ja an die Sternwarte, aber da ich recht KO bin und das Seeing für Galaxien eher mäßig ist (> 2 Bogensekunden), hock ich zuhause.

Ich habe mir vor Kurzem eine QHY 183m Kamera zugelegt - eine monochrome, gekühlte CMOS-Kamera mit einem "back-illuminated" 20 MP-Sensor, der über sehr kleine Pixel (2,4 µm) und eine sehr hohe Quanteneffizienz (QE, Herstellerangabe bis 84%) verfügt. Diese sogenannten "ColdMOS"-Kameras der aktuellen Generation haben zwar noch Kinderkrankheiten, wie starken Amp Glow und geringen dynamischen Bereich (hier 12 bit), aber ein sehr geringes Ausleserauschen. Mich hat die hohe QE gereizt, selbst mit 2x2-Binning habe ich noch 5 MP mit 4,8 µm effektiver Pixelgröße, und vom Preis her können sich diese Kameras auch sehen lassen.

Ich habe mich zwischen den letzten Neumonden eingehender mit der Kamera beschäftigt, insbesondere mit den verschiedenen Kameraeinstellungen (Gain, Offset) und dem jeweiligen Rauschverhalten. Nach einer misslungenen Nacht mit falsch berechnetem Auflagemaß war ich nun letzten Mittwoch zugange, und habe mich an M81 & M82 versucht. Das Seeing war ganz akzeptabel und es war beinahe Neumond. Plan war, einmal mit hoher Verstärkung (Gain 11 "unity gain" ) ein paar Aufnahmen zu versuchen. Dabei stellte sich heraus, dass ich mit R, G oder B-Filter bei dem gewähltem Motiv bereits nach 10 Sekunden Belichtungszeit den dynamischen Bereich fast komplett ausnutze. Ebenfalls schön bei der Kamera ist, dass man vernünftig mit 1s-Belichtungen scharfstellen kann und die Bildrate nicht wie bei einer CCD im 1/Minute-Bereich liegt.
Also habe ich meine Aufnahmeserien mit 10 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen. Dafür gibt es über hundert Frames pro Kanal (teilweise sogar über 300, wobei ich bei den Ersten die Kühlung bei -5° stehen hatte, Plan war eigentlich eine Temperatur von -20° ), sonst komme ich mit der zur Verfügung stehenden Zeit selten auf 20 Frames. Damit habe ich den geringen dynamischen Bereich wieder ausgeglichen. Weiterer Vorteil bei den kurzen Belichtungszeiten: Kein Amp Glow! Hier ist das Resultat aus ca. 4 Stunden Aufnahmedauer, die Aufnahmen mit falscher CMOS-Temperatur habe ich mit verwurschtet:

Bild Nummer


Die Bildbearbeitung erfolgte in PI, habe nur mit 10s-Darkframes kalibriert und eine Gewichtung der Subframes für jeden Kanal vorgenommen, weitere Bildbearbeitung wie immer. Luminanz habe ich aus knapp 400 Blau-Frames erzeugt. Bin soweit erstmal ganz zufrieden mit der Aufnahme. Leider erreicht es nicht die Tiefe, die es haben könnte, die schwachen Details und Sterne saufen trotz der >100 Einzelbelichtungen/Kanal im Hintergrund ab. Es fehlt definitiv eine zweite Aufnahmereihe mit längerer Belichtungszeit, die ich hoffentlich bald mal nachholen kann. Aber trotzdem erstmal vielversprechend, denke ich!

CS Hoschie

Bearbeitet vom Benutzer Dienstag, 20. März 2018 21:55:48(UTC)  | Grund: ° und ) ergibt einen Smiley

Viele Grüße,
Horst

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Offline pescadorTT  
#2 Geschrieben : Freitag, 23. März 2018 07:58:18(UTC)
pescadorTT


Rang: Spechtelprofi
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Beiträge: 562
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Moin Horst,

die Anschaffung scheint sich gelohnt zu haben! Tolle erste Bilder von M81 & M82. Hast Du die mit eurem Sternwarten Teleskop oder mit Deinem 6" generiert? Bin auf nächste Bilder und Berichte sehr gespannt....

Beste Grüße,
Sven
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Offline Hoschie  
#3 Geschrieben : Freitag, 23. März 2018 16:13:29(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 127
Wohnort: Wetzlar
Hallo Sven,

das war eines unserer Sternwarten-Teleskope, ein 910 mm f/7 TS APO, und dazu ein 0.79x Reducer. Mein Newton hat 600mm Brennweite und macht nicht soo scharfe Aufnahmen, für Galaxien is das eher nix.


Trotz der kurzen Belichtungszeiten gibt es noch eine Anekdote zu der Aufnahme. Da ich ja erstmal mit falschem Temperaturwert angefangen hatte (und auch noch Zeit mit 4s Frames verschwendet hatte), und es eine Weile dauerte bis ich es merkte, und da ich dann mit -20° wieder von vorne anfing, ist es doch später geworden als beabsichtigt.
Und deswegen wurde irgendwann der Meridianflip unausweichlich.
Ich hätte gleich von Anfang an das Teleskop flippen sollen, aber hinterher ist man immer schlauer. Beziehungsweise - eigentlich WAR ich schonmal schlauer, aber ein halbes Jahr ohne klaren Himmel, danach fängt man nicht dort an wo mal aufgehört hat. Es ist nämlich so, dass die 2"-Klemmung an diesem Teleskop gerne wackelt. Ich habe bei fast allen meinen 2" Korrektoren Probleme mit diesem OAZ, wenn ich nicht vorher Tesa um den 2" Stutzen wickle. Es sitzt einfach nicht richtig, und durch die Schwerkraft hängt dann die Kamera schief am Teleskop, was zu Bildfehlern führt. Bei diesem Korrektor ist es nicht so schlimm wie mit den Korrektoren für mein BORG, die ich davorr nutzte. Aber wenn man zwischen R, G und B einen Meridianflip macht, dann steht das B-Bild quasi auf dem Kopf, verglichen mit R und G. Das gilt dann auch für die Bildfehler, und wenn man dann das RGB-Bild erzeugt, kann dabei soetwas herauskommen:

Bild Nummer


Ich habe noch keinen zufriedenstellenden Workflow hinbekommen, um mit sochen Artefakten fachgerecht umzugehen. Luminanzmaske reicht nicht, mit Entfaltung oder Morphologischer Transformation hab ich's bisher nicht hinbekommen. Etwas besser ging Maskieren und dann die Farbsättigung reduzieren. Schlussendlich habe ich aber eine Sternmaske hergenommen und CloneStamp bemüht. Kann man in dem Bild auch sehen.

Bearbeitet vom Benutzer Freitag, 23. März 2018 16:28:36(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Viele Grüße,
Horst

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Offline pescadorTT  
#4 Geschrieben : Freitag, 23. März 2018 17:52:34(UTC)
pescadorTT


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Hey Horst,

gut, dass Du die Möglichkeit besitzt, das Sternwartengerät zu nutzen ThumpUp Beobachtest Du denn überhaupt noch mit Deinem eigenen Equipment?

Zitat:
....eigentlich WAR ich schonmal schlauer, aber ein halbes Jahr ohne klaren Himmel, danach fängt man nicht dort an wo mal aufgehört hat.


Kann ich unterschreiben. Dadurch, dass mein Equipment im Bergischen steht und ich im Durchschnitt es zur Zeit nur ca.1x im Monat schaffe zu beobachten, hab ich auch immer wieder mit "Täglich grüßt das Murmeltier" Situationen zu tun BigGrin Nervt halt ein wenig, aber man lernt ja nie aus....

Ziehe aber bald ins Bergische, in ein Häuschen mit eigenem Garten und freue mich mehr als Bolle darauf, dann nun endlich regelmäßig spechteln zu können.

Beste Grüße,
Sven

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Offline Hoschie  
#5 Geschrieben : Freitag, 23. März 2018 18:30:52(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
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Beiträge: 127
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Hallo Sven,

ich beobachte ja eher selten, sondern fotografiere eher. Ich gehe dabei so vor, dass ich zuerst schaue was denn im Moment gut beobachtbar ist. Osten ist von unserer Sternwarte aus nicht so gut, wegen Lichtkegel Gießen. Je nach Größe des ausgewählten Objekts wähle ich dann die zu verwendende Optik, dabei habe ich mein BORG 400mm, den Newton 600mm (dieses Ding hier, das angepriesene Öffnungsverhältnis kommt durch den enthaltenen 0.73x ASA Reducer), und den APO 910mm zur Auswahl. Der Newton liegt ungünstig in der Mitte. Das Leitrohr vom großen APO geht auch noch, hat 500mm. Dazuhabe ich z.T. noch unterschiedliche Korrektoren.

Das 910er ist fest auf einer Montierung verbaut, aber da gibt es auch andere Kollegen die da ran wollen. Den BORG Apo und den Newton kann ich huckepack auf den Sternwarten-Newton setzen, oder ich baue mein Geraffel selbst auf. Der Sternwarten-Newton ist leider nicht guidingfähig und man riskiert deshalb eierförmige Sterne.
Das schöne am Newton ist eben die schnelle Öffnung; aber das Letzte was ich damit aufgenommen hatte, waren der Orion-Nebel und der Rosetten-Nebel. Ich hatte bei dem Gerät aber immer den Eindruck, der Tubus verzieht sich durch das Gewicht der Kamera. Und mit den APOs bekomme ich die Sterne beim Fokussieren definitiv kleiner.

Ich habe zuhause auch noch einen 12" f/5 Dobson, den ich auch schonmal mit größerem Fangspiegel ausstatten wollte. Der Hauptspiegel ist von Orion Optics, und ich schätze mal das Gerät ist wesentlich schärfer als der Kleine. Wahrscheinlich müsste ich zum Fotografieren aber auch den Hauptspiegel versetzen, und meine EQ5 trägt den Oschi nicht mehr...

CS Hoschie
Viele Grüße,
Horst

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Offline pescadorTT  
#6 Geschrieben : Freitag, 23. März 2018 22:25:05(UTC)
pescadorTT


Rang: Spechtelprofi
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Abend Horst,

eine ordentliche Auswahl steht Dir da zur Verfügung. Das nenne ich mal mehr als fein.
Deine arme EQ5.... Lass das echt mal besser Wink

Besten Gruß,
Sven
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Offline Hoschie  
#7 Geschrieben : Samstag, 21. April 2018 13:31:52(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 127
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Hallo zusammen,

wir hatten hier kurz nach dem letzten Neumond ein paar Nächte mit sensationellem Seeing und mittelprächtiger Transparenz. Solch eine Nacht nutzte ich, um mich an unserer Sternwarte nochmals diesem Motiv zuzuwenden. Eigenartigerweise hängt sich in letzter Zeit auch meine QHY 5L II-m Guidingkamera nicht mehr ständig auf, was mir längere Belichtungszeiten mit guten Ergebnissen ermöglicht. Ob es was mit den Temperaturen zu tun hat?

Diesmal wählte ich dieselben Kameraeinstellungen wie beim ersten Anlauf, aber Belichtungszeiten von 240 Sekunden. Auch führte ich den Meridianflip bereits vorab manuell durch (gibt es bei der EQ8 vielleicht irgendwo eine Funktion dafür?). Zum Stacken verwendete ich zwischen 14 und 21 EInzelframes pro Kanal (R, G, B), sowie die alten Aufnahmen im HDR-Modus. Die Bildbearbeitung erfolgte konservativ nach meinem aktuellen State-of-the-Art (PI).

Mit dem Ergebnis bin ich überaus zufrieden, und kann das Motiv in meiner to-do Liste nun getrost abhaken. Ballon

Carpe noctem,
Hoschie
Bild Nummer


edit: Hier habe ich noch zwei Ausschnitte in Originalauflösung:
Bild Nummer

Bild Nummer

Bearbeitet vom Benutzer Samstag, 21. April 2018 13:40:51(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Viele Grüße,
Horst

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