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Offline Pipo  
#1 Geschrieben : Samstag, 10. Februar 2018 22:42:28(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,128
Wohnort: Berlin
Moin Moin,

in der letzten Woche habe ich endlich mal das „Firstlight“ meines 12“ f5 durchführen können. Allerdings bei miserablen Bedingungen. Nominell war es zwar klar, aber der Himmel war milchig, bestenfalls 4,2 mag, wie mir UMi verriet. Aber ich wollte es endlich wissen.

Kalt war es und leider mitten in der Woche. Ich schleppte am Dienstag den Dicken aus dem Keller in den Garten und dabei hatte ich gleich zwei Erfolgserlebnisse. Erstens funktionierte mein zusammengeknüppertes Tragegeschirr prima und zweitens zahlte es sich aus, dass ich seit einem Jahr regelmäßig Gymnastik und moderates Kraftraining im Wohnzimmer mache. Damit hätte ich schon ein Jahrzehnt früher anfangen sollen.

Für die Erprobung hatte ich mir das linke Ende von Cassiopeia ausgesucht. Vor allem deshalb, weil ich es im Moment gut im Blick habe zwischen all den Bäumen und weil ich die dortigen Objekte gut kenne und schon gezeichnet habe. Ein erster Blick auf M 103 offenbarte zunächst nicht viel neues. Kein Wunder bei dem Himmel. Und ich wäre vielleicht enttäuscht gewesen, wenn mir nicht aufgefallen wäre, dass ich nun die verschiedenen Farben der Sterne sehen konnte. Die Orientierung fiel mir allerdings nicht leicht. Ich hatte meinen Supersucher nicht am Start und musste mit dem 8x50 Vorlieb nehmen. Über den dicken Tubus hinweg eine Yoga-Übung und die Karten konnte ich nur schlecht erkennen. Ich brauche wohl eine neue Lesebrille.

Egal, es ging ohnehin nicht um die Objekte, sondern um die Eingewöhnung. Die RB lief prima, ohne Ruckeln und Wackeln, allen Unkenrufen gegenüber der GSO-Ausführung zum Trotz. Nun ging es um die Frage, wie sich meine Okulare machen würden. Vorweg... es gab drei Gewinner, zwei Verlierer und einen Shooting-Star am nächsten Abend.

Das 42 mm 2“ machte erwartungsgemäß keine gute Figur. Das lag aber nicht an der AP von 8 mm, dazu an anderer Stelle mehr. Nein, es gab deutliche Verzeichnungen am Rand und die Fokuslage des Okulares passte nicht gut zum 12“ f5. Klarer Fall, Streichkandidat.
Das 25 mm HR Planetary wusste aber zu gefallen. Ich mag dieses Okular wegen seines guten Einblickverhaltens ohnehin sehr und es lieferte ein sauberes Bild und muss deswegen erstmal als Aufsuchokular fungieren. Das heißt, bessere und genauere Karten und gute Vorbereitungen der Beobachtungen werden in Zukunft erforderlich sein, weil der Ausschnitt nicht sehr groß ist.
Es folgte meine 15 mm Blaukante und auch diese enttäuschte mich nicht. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten war das Bild gut, der Bildwinkel von 66° nicht bis zum Rand scharf, aber auch nicht störend verzerrt.
Nun musste das 12,5 Silberplössl ran, mein wegen seiner Schärfe und Transmission meistgenutztes Lieblingsokular. Es gab sich keine Blöße. Großartige Schärfe und Kontrast, nur leichte Verzerrungen am Rand. Der Meister hat auch auf neuem Kurs zunächst keine Konkurrenz zu fürchten.
Als letztes Okular testete ich das 8 mm Planetary und es fiel deutlich ab. Mal abgesehen von seinem gutmütigen Einblick hatte es mich schon am 6“f8 in puncto Abbildungsqualität im Vergleich zum Silberling nie wirklich überzeugen können und sein Manko trat am 12“f5 noch deutlicher zu Tage und ließ mich etwas ratlos zurück.

Am nächsten Tag hatte ich mir für den Bereich Karten in Maulwurf-Ausführung aus dem Tri-C extrahiert und wollte mehr auf die Objekte gehen. Der Himmel gab wieder nur gut 4 mag her, aber das war mir egal. Kurz erwog ich ob der eisigen Temperatur die Beobachtung abzublasen, aber als meine vier Mädels dann GNTM einschalteten war klar, dass mein Platz im Garten war.
Ich will jetzt nicht auf die einzelnen Beobachtungen eingehen. Nur soviel, die Karten taten ihren Zweck und ein Objekt verdient besondere Erwähnung. Nämlich Tr1/Cr15. Ich hatte diesen OS bisher nur als verwaschenen Fleck sehen können und nun lag er zur Ernte vor mir. Doch mit dem 12,5er Silberling war seine Struktur nur zu erahnen. Also war es Zeit für den letzten Pfeil im Köcher, das 6mm Baader Classic Ortho. Ich holte es aus dem Keller und war sehr gespannt was es bringen würde. Es war DER BRINGER! Ich konnte den OS im Detail erkennen. Der 12“ liefert die 1,6fache AP im Vergleich zum 6“, sammelt dazu mehr Licht und das zusammen macht den Unterschied. Hinzu kam noch, dass ich auch bei der anliegenden 250fachen Vergrößerung sauber nachführen konnte. Am 6“ und am Mak war das Baader bisher am Limit, am 12“ liegt es mit einer AP von 1,2 ganz locker im grünen Bereich. Seinerzeit hatte ich lange überlegt. ob ein 6 mm Planetary nicht die bessere Wahl gewesen wäre, aber nun bin ich überzeugt, dass ich mit dem Classic Ortho die richtige Entscheidung getroffen habe.

So, dass war es dann für`s erste. Der vereiste Tubus kam wieder in den Keller und wird wohl fester Bestandteil meines Fitnessprogrammes werden. Ich hätte mir bessere Bedingungen für den ersten Blick gewünscht aber auch so war es eine neue Dimension. Ich freue mich schon auf die Galaxienzeit. Vielleicht ist da endlich mal was drin für mich.

Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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Newtons in der Dose - 12" f5 - 6" f8 - 3" f9 und 4,5" f8 Schienendob
4" Mak , FG 10x50
Erfle 42 mm, HR 25 und 8, Plössl 20 und 12,5, WA 15 und Ortho 6
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Offline mwalbiner  
#2 Geschrieben : Sonntag, 11. Februar 2018 11:33:04(UTC)
mwalbiner


Rang: Spechtler
Mitglied seit: 16.10.2014(UTC)
Beiträge: 92
Wohnort: 86381 Krumbach
Hallo Pipo,

vielen Dank für Deinen ersten Erfahrungsbericht mit deinem 12''! Natürlich
ist bei dem Wetter (Milch in der Atmosphäre) nicht viel zu erwarten, auch bei
uns kann ich diese Beobachtung bestätigen. Aber trotzdem konntest Du ein
paar Dinge erledigen. Toll das "Tragegeschirr" mit dem Du das Teleskop vom
Keller hochschleppst, es wird schon einige kg haben. Ich habe es hier leichter,
das ETX 70 und meine Neuerwerbung Lightbridge Minidobson (83) kann
ich noch locker mit der Hand tragenBigGrin und stehen im Wohnzimmer gleich
neben dem Balkon.

Ab und zu gibt es bei uns am Rande des Allgäus unerwartet Föhn und dann
heißt es raus mit den Teilen. Ich freue mich schon auf Deinen Bericht
bei gutem Wetter.

Beste Grüße

Manfred
Offline seemichel  
#3 Geschrieben : Sonntag, 11. Februar 2018 14:12:11(UTC)
seemichel


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 09.02.2009(UTC)
Beiträge: 1,459
Wohnort: 26446Horsten-Friedeburg


Moin Moin Pipo !
meinen allerherzlichsten zum First Ligth ThumpUp

schön das Du uns gleich noch eine "first einschätzung" deiner Okularsammlung geschildert hast.
Mich hat erstaunt was du dir so für Gedanken machst ,über AP und dem ganzen kram,
ich stecke meine Okus ein und lasse mich überraschen was es bringt,
Randunschärfen interessieren mich eigentlich nicht so weil ich mittig reinschaue....RollEyes
zitat..: "ich holte es aus dem Keller..",
über so etwas mache ich mir schon eher gedanken; die Augenadaption ans Dunkle!!
(Vorort in Bärstadt, also Siedlung mit Lichtdrum rum, erleuteter Hinterhofgarten ?,
in den Keller heisst auch Licht an machen , also Adaption ebenfalls im A.. sorry Keller )?
also ich mit meinen 60jahr warte schon immer mal 15/20minütchen bis ich wieder rein gucke.

und jau!, an dem Teilchen hat man schon etwas zu tragen.
Öhmmm, habe ich da irgendwo ein Photo Deiner tragevorrrichtung übersehen ??
(wegen Zitat..: "Toll das "Tragegeschirr" mit dem Du das Teleskop .....!"
wenn nicht, wäre es nett wenn Du Muse finden würdest und ein Lichtbild Deiner tragehilfe einstellen würdest !
mich interessiert "Bastelkram" sehr... weil Kaufen kann ja jeder!

So, nun noch mal eben den Klugscheissermodus : An!
zitat.: "Der vereiste Tubus kam wieder in den Keller"
meiner Erfahrung nach, am besten den Tubus in die Horizontale bringen ...
macht am wenigsten (Kondens)wasserflecken auf dem HS.
(klugschei....modus : AUS!

Ach, Manfred; (zitat.: bei dem Wetter (Milch in der Atmosphäre)
Da Wir ja nun alle in der "Milchstrasse" leben kein WunderBlushing LOL

Nun denn: man weiter viel Spass und Freude mit dem Teilchen;
und Uns allen viele klare Himmel

Seemichel UserPostedImage
__________________________________________________________________________________________________________________________________
„Ich begreife nicht, wie jemand nachts nach draussen gehen, zum Himmel hochblicken und Nicht den Wunsch haben kann, Astronom zu werden!“
Donald „Don“ Schneider







Offline Pipo  
#4 Geschrieben : Montag, 12. Februar 2018 22:06:34(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,128
Wohnort: Berlin
Moin Moin ,

ja, trotz der miesen Bedingungen war es ein Erlebnis.

Und Michel.... Klugscheißermodus ist nie verkehrt. Man sollte sich immer hinterfragen, kann nie schaden. In dem Fall ist es aber einfach.

Horizontale Lagerung zum Ausdampfen ist auch mein Favorit, im Moment leider nicht möglich, weil ich zu wenig Platz im Keller habe. Wird aber. Der erneute Gang in den Keller um das Ortho zu holen war kurzentschlossen. Und da ich ohnehin nur probieren und nicht ernsthaft beobachten wollte, habe ich mir diese Tour gegönnt. Jetzt weiß ich ja, dass das Ortho gut einzusetzen ist und werde es gleich mit raus nehmen.

Das „Geschirr“ ist eine ganz simple Sache, aber sehr hilfreich. Im Prinzip sieht das von der Seite her so aus:

Bild Nummer


Ich habe einen langen Spanngurt gekürzt und unter den Höhenrädern einmal um den Tubus gelegt. Den Rest des Gurtes habe ich geteilt, je durch ein Kupferrohr gezogen und beidseitig unter dem Quergurt verknotet. Die Rohre sind wichtig, dann drücken die Schlaufen nicht die Pfoten (Begriff Berliner Landbären, Übersetzung für Seebären: Flossen) zusammen. Die Schlaufen lege ich außen um die Höhenräder herum, so dass die Laufflächen frei bleiben. Die Länge der Schlaufen ist so gewählt, dass ich so bei ausgestreckten Armen ca. 20 cm Bodenfreiheit habe. Ich kann so noch knapp über den Tubus linsen. Der Tubus wird dann von der dem OAZ abgewandten Seite nur mit den Beinen hoch genommen. Im Keller und auf der Treppe trage ich das Rohr im Schneckengang mit langen Armen vor dem Bauch, das schont den Rücken. Wenn ich draußen bin und freie Bahn habe, nehme ich das Teil seitlich an die Hüfte und kann größere Schritte machen.
Dann trete ich von der Vorderseite an die RB und hebe den Tubus von oben in die Aussparungen für die Höhenräder hinein. Das ist das einzige Mal, dass ich die Arme anziehen muss um den Tubus höher zu bringen. Dabei beuge ich mich zusätzlich noch nach hinten um weiteren Höhenweg zu gewinnen und das Kreuz zu entlasten. Alles andere geht nur aus den Beinen.
In der RB neige ich anschließend den Tubus nach unten, ziehe die Schlaufen auf der Oberseite des Rohres zusammen und schlage sie 2-3 mal umeinander. Dann können sie bei der Beobachtung am Tubus verbleiben und sind zum Abbau gleich wieder zur Hand.
Einfache Sache, kostet nur ein paar Euronen für den Gurt und etwas Feuerzeugbenzin um die Schnittkanten zu verschweißen.

Sowas kann ich dir nur empfehlen, das ist eine echte Erleichterung.

Viele Grüße

Pipo
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Offline pescadorTT  
#5 Geschrieben : Dienstag, 13. Februar 2018 21:48:03(UTC)
pescadorTT


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 06.02.2012(UTC)
Beiträge: 511
Wohnort: Nippes
Abend Pipo!

Das hört sich doch mal alles sehr fein an Smile
Du kannst ja auch von Glück reden, dass Du pro Zoll nicht eine Woche Regen hattest, bevor Du Dein First Light absolvieren konntest Woot
Herzlichen Glückwunsch! Kann Dich auch gut verstehen, dass es im Grunde erst einmal ganz piep egal ist, bezüglich der nicht allzu besten Bedingungen - das kribbelt dann einfach so in den Fingern, endlich rausgehen zu können, da nimmt man alles mit und ist super zufrieden ThumpUp

Wünsche Dir weiterhin glückliche Stunden und für die Tage dann noch bessere Bedingungen zur zweiten Spechtelnacht.

Machs gut und beste Grüße,
Sven

12,5" / f5 Martini Truss awaiting.... | GPU | Losmandy G-11 | Gemini 2 | MGEN | ED 70/420 | Vixen 102 M | Tal 1 | EOS 750D BCF MOD | ZWO ASI 120 MC


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