Willkommen Gast! Um alle Funktionen zu aktivieren müssen Sie sich Anmelden oder Registrieren.

Mitteilung

Icon
Error

Optionen
Gehe zum aktuellsten Beitrag Gehe zum letzten Ungelesenen
Offline Hoschie  
#1 Geschrieben : Sonntag, 14. Januar 2018 16:02:15(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
Moin,

ich habe auf Arbeit ein richtig geiles Spektrometer stehen, ein Varian Cary 500 (unter Anderem). Es wird zur Messung von Transmissionsspektren genutzt. An dem musste ich vor Kurzem mal bei, weil der Strahlengang verstellt war, und da habe ich morgends noch schnell in meine Filterkiste gegriffen. Das habe ich eigentlich schon lange vor. EInfach, um mal zu sehen und zu dokumentieren, wie die tatsächlichen Werte der Filter denn so aussehen.

Das Gerät verfügt als Lichtquelle über eine Deuterium- und eine Halogenlampe, und ermittelt das Verhältnis zwischen einem Referenzstrahl und einem gleichzeitig durch die Optik geführten Strahl. EIn sehr genaues Instrument, die Eckdaten habe ich gerade nicht auf dem Zettel, aber es ist ein "geiles Teil". Der Griff in die Filterkiste hatte den SII-Filter zutage gebracht. Der 8 nm Narrowband CCD-Filter von Baader. Der soll eine Transmission von über 90% haben, für die SII Doppellinie bei 671,7 nm und 673,1 nm ausgelegt sein mit einer Halbwertsbreite von 8 nm.


Bild Nummer


Links ist das gesamte gemessene Spektrum in halblogarithmischer Darstellung, rechts der eigentliche Teil mit dem Transmissionsband.

Eigentlich passt das Ergebnis ganz gut zu den Angaben. DIe Halbwertsbreite beträgt etwas über 9 nm, dabei ist der Einfluss der Messgeräts noch nicht herausgerechnet. Die maximale Transmission beträgt 91% - auch das passt - bei einer Wellenlänge von etwas über 675 nm. Das Spektrometer war frisch - u.A. an der H-Alpha/D-Alpha Linie - kalibriert, deswegen vertraue ich dem Ergebnis.
Das ist ein wenig zu rot, bei 8 nm FWHM schon fast kritisch, und könnte durch Kippen des Filters korrigiert werden (weil sich dann die Transmission ins Blaue verschiebt). Effektiv habe ich bei der SII Doppellinie damit so nur ungefähr 70% Transmission. Mellow
Meine SII-Aufnahmen konnten bisher auch noch nie so richtig überzeugen, was aber sicherlich nicht nur am Filter liegt.

Die anderen Filter messe ich mal wenn ich dran denke.
Auf dass es sieses Jahr mal wieder etwas mehr Clear Skies gebe,
Hoschie

Bearbeitet vom Benutzer Sonntag, 14. Januar 2018 16:06:39(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Sponsor
Offline woddy  
#2 Geschrieben : Montag, 15. Januar 2018 11:07:10(UTC)
woddy


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 07.02.2009(UTC)
Beiträge: 2,616
Wohnort: Iserlohn
Hallo Horst
Intetessante Sache so ein Spectrometer zu nutzen bzw. noch spannender es zu justieren.
Hab letztes Jahr einige Zeit versucht ein Echelle zu justieren, bin aber bisher gescheitert.
Hab dann was einfacheres gebaut.
Specktrometrie ist schon Spannend.
Werde mich da auch mal wieder mit befassen wenn der Himmel mehr hergibt.
Dein Filter test ist informativ, bin auch mal auf weitete Ergebnisse gespannt.
MfG
Andreas
Offline astrobart  
#3 Geschrieben : Mittwoch, 17. Januar 2018 23:20:07(UTC)
astrobart


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 08.01.2009(UTC)
Beiträge: 994
Wohnort: Riesa
Hallo Horst!

Das ist klasse! Während meiner Diploamarbeitszeit im Physikstudium hatte ich damals auch Zugang zu einem anderen Spektralphotometer gehabt, das Modell Cary 50 von der Firma Varian. Der Vorteil ist ja, dass hier eine gepulste Xenon-Blitzlampe verwendet wird. Damit kann der Bereich zwischen UV- und Infrarot (190nm bis 1100nm) abgedeckt werden. Damit kann schon die optische Dichte im Bereich zwischen 0 und 2,5 gemessen werden, was einen Transmissionsgrad von 100% bis etwa 0,3% entspricht. Bei dem Modell Cary 500 kommt man wohl mit der Transmissionsmessung noch weiter runter. Da würde mich mal die Messung mit einer zweifach-übereinander gelegten Rettungsfolie interssierten und zum Vergleich die richtige Sonnenfilterfolie von Baader. Drool Denn mit dem Modell Cary 50 kam ich schnell an die Nachweisgrenze.

Hier hatte ich damals einige Messungen zur Warnung durchgeführt! Siehe unter: Rettungsfolie als Sonnenfolie?, CD als Ersatzsonnenfilter?

Weiter so und vielen Dank für deine Messungen. :)

Viele Grüße

Christian
Schaut zu den Sternen! Schaut zum Himmel!
Erblickt das ganze funkelnde Volk am Firmament,
diese Orte und Zitadellen aus Licht!
Gerard Manley Hopkins (1844-1889)
Offline Hoschie  
#4 Geschrieben : Mittwoch, 31. Januar 2018 20:11:43(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
Hallo zusammen,

scheint ja tatsächlich den Einen oder Anderen zu geben, den sowas interessiert Cool

Ich hab ja immer viel zu tun auf Arbeit, aber ich hab's geschafft, zwischendurch die anderen beiden Linienfilter auch noch zu messen.
Auch hier liegt das Transmissionsmaximum beide Male etwas weiter im Roten. Sieht sehr nach Absicht aus! Schade, dass die eine OIII-Linie so weit draußen liegt!

Bild Nummer


Bild Nummer


Eigentlich muss man es ja so sehen: Man schaut ja nicht gerade durch den Filter hindurch, sondern es gibt je nach Öffnungsverhältnis einen gewissen WInkelbereich, wobei die größeren WInkel mehr Fläche aufweisen. Um die Verschiebung der Transmissionskurve unter schrägem Durchtritt zu berechnen, bräuchte man allerdings den effektiven Brechungsindex der dielektrischen Schichten - das könnte ich messen, aber nicht zerstörungsfrei. Deshalb werde ich versuchen, am OIII- oder HII-Filter ein paar Messungen unter Winkel durchzuführen. Das geeignete Gerät verfügt nur über eine D2-Lampe, die vielleicht nicht mehr genügend Licht abgibt so weit im Roten. Die D-alpha und H-alpha-Linien sind aber da und haben auch eine gewisse Breite, deswegen denke ich es müsste gehen. Wenn es schon kleinen klaren Himmel gibt...

Wegen der Folien muss ich mal gucken, vielleicht kann ich irgendwo sowas auftreiben!

CS Hoschie
Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Offline Hoschie  
#5 Geschrieben : Freitag, 2. Februar 2018 21:04:50(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
So, ich habe mal mit dem HII-Filter die winkelabhängige Transmission gemessen. Von senkrecht in 1° Abständen bis 30°... herausgekommen ist diese Kurvenschar. Offenbar ist ein EInfallswinkel von ca. 9° für H-alpha optimal:
Bild Nummer


Aus diesen Messkurven habe ich das effektive Transmissionsspektrum für eine Optik mit einem Öffnungsverhältnis F aufsummiert, indem ich die Öffnungsfläche in Scheiben mit 1° Breite zerlegt und die zugehörigen Spektren mit der jeweiligen Scheibenfläche gewichtet habe. Müsste recht nahe an die Realität herankommen, weil die Scheibchenbreite recht klein ist. Heraus kommt folgendes (habe nicht alle Graphen eingezeichnet):
Bild Nummer


Die Transmission als dieser Kurvenschar bei 656,3 nm als Funktion der F-Zahl sieht dann so aus.
Mit f/2.8 hat man maximale Transmission, bei größerer Öffnung kommt dann immer weniger durch und die Transmission geht in den Keller:
Bild Nummer



Mich hat das jetzt doch überrascht, dass der Filter für solch schnelle Öffnungen passt. Es ist der 7 nm Bandbreite-Filter von BAADER, hatte ich noch nicht erwähnt...

CS, Hoschie

Bearbeitet vom Benutzer Freitag, 2. Februar 2018 22:10:03(UTC)  | Grund: Fehler korrigiert

Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Offline Hoschie  
#6 Geschrieben : Freitag, 2. Februar 2018 22:08:12(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
Den OIII-Filter (BAADER 8.5 nm) habe ich ebenfalls gemessen. Hier habe ich berücksichtigt, dass das Verhältnis I(500,7)/I(495,9) ~= 3 angegeben wird. Dann bekomme ich sowas hier:
Bild Nummer

Durch die Doppellinie geht die Transmission mit schnellerer Öfnung nicht ganz so schnell in den Keller, obwohl bei Meinem das Optimum beu ungefähr f/3.5 liegt. So, und damit wäre ich astromäßig schon wieder am Ende für dieses Wochenende!


Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Offline Hoschie  
#7 Geschrieben : Mittwoch, 14. Februar 2018 09:53:42(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
Ich habe jetzt auch den SII-Filter unter Winkel gemessen.

Bild Nummer


Bei der Berechnung der Transmission als Funktion der Öffnung habe ich verwendet, dass das Verhältnis I(671.7):I(673.1) meistens ungefähr 1,3:1 beträgt (siehe hier). Auch hier wieder f/2,8 optimal, also schneller als ich dachte (TS verkauft ja extra BAADER-Schmalbandfilter für schnelle Öffnungen...)

Bearbeitet vom Benutzer Mittwoch, 14. Februar 2018 10:05:54(UTC)  | Grund: Titel im Bild falsch korrigiert und dann wieder korrigiert :p

Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Offline Hoschie  
#8 Geschrieben : Mittwoch, 14. Februar 2018 10:51:20(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
... und den BAADER UHC-S Filter habe ich ebenfalls gemessen. EInfallswinkel in 2°-Schritten von 0 bis 30° (das entspräche also einer f/1 Öffnung). Habe nur bis 800 nm gemessen, weil ich dachte, die Filter machen im nahen IR zu. Scheint aber nicht so zu sein, der Alzheimer schreitet voran... immerhin gehts an manchen Stellen auch vorwärts.
Der Filter arbeitet auch mit schnellen Optiken bis hin zum Weitwinkel gut, die Transmission bei SII ist ziemlich bescheiden, aber das dürfte man hinter dem H-alpha ohnehin kaum sehen!

Bild Nummer
Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Offline raziel28  
#9 Geschrieben : Mittwoch, 28. Februar 2018 07:03:25(UTC)
raziel28


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 24.08.2009(UTC)
Beiträge: 609
Wohnort: Carlsberg
Hallo Horst,

spannende Geschichte, wobei ich den Umstand mit den Winkeln noch nicht ganz verstanden habe. Geht es dabei um Kippung?

BTW, kennst Du die Arbeiten von André Knöfel?
http://www.astroamateur.de/filter/
Carpe Noctem
Toni

Eine Sache sollte immer so gebaut sein, dass der gewünschte Zustand auch der einfachste ist.
Offline Hoschie  
#10 Geschrieben : Sonntag, 4. März 2018 18:33:54(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
Hallo Toni,

die Seite von Andre Knöfel kannte ich noch nicht, auf jeden Fall einen Blick wert!

Was den Umstand mit den Winkeln angeht - in einem Spektrometer, oder auch Ellipsometer, durchtritt der Lichtstrahl die zu messende Optik nahezu vollständig kollimiert, also als paralleles Strahlbündel. Normalerweise unter senkrechtem Einfallswinkel. Das gemessene Transmissionsspektrum gilt also genaugenommen nur für paralleles Licht mit senkrechtem Einfall.
Was ich im ersten Schritt gemacht habe, ist, die Transmissionsspektren auch unter schrägem EInfall zu messen - mit immernoch kollimiertem Lichtbündel. Also eine Kippung. Wie man sieht, verschiebt sich das Transmissionsspektrum unterschiedlich schnell ins Blaue (liegt an den verwendeten Materialien im Filter), je weiter man den FIlter kippt.

In einem Teleskop tritt das Licht jedoch nicht parallel durch den Filter. Hier sind die Durchtrittswinkel durch die Öffnung des Teleskop bestimmt (ggf. zuzüglich Verlängerung/Verkürzung durch Korrektoren oder Barlows/Reducer).
DIe typischen Öffnungsverhältnisse erzeugen unterschiedliche Winkel, die alle gleichzeitig auftreten. Dabei gehe ich davon aus, dass sich der Filter vor dem Sensor befindet, und nicht vor dem Teleskop. Selbst bei Verwendung eines Okulars befände sich der FIlter normalerweise vor dem Okular, und das Licht ist nicht kollimiert.
Der Anteil des Lichts, der nahezu senkrecht durch den Filter tritt, macht dabei den kleinsten Beitrag (ist bei einem Newton oder Cassegrain sogar Null wegen der Obstruktion, das habe ich unten aber nicht berücksichtigt), während der Anteil, der mit maximalem Winkel durchtritt, den größten Anteil stellt.

Beispiel:
Bei einem 40cm-Spiegel beträgt die Fläche im äußersten Zentimeter des Spiegelrandes (größter Einfallswinkel) ungefähr pi * ( 20²-19² ) cm² ~= 122 cm²,
während die Fläche im innersten Zentimeter (kleinster Einfallswinkel) pi*1² cm² ~= 3 cm² beträgt.


Das wird beim Filterdesign berücksichtigt; unter senkrechtem und kollimiertem Einfall (Spektrometer) liegt das Transmissionsmaximum des Filters normalerweise nicht exakt auf der durchzulassenden Emissionslinie, sondern etwas weiter im Roten (bei größeren Einfallswinkeln wandert das Transmissionsmaximum ja dann ins Blaue).

Um das gleichzeitige Auftreten vieler unterschiedlicher Durchtrittswinkel zu berücksichtigen habe ich also die gemessenen Transmissionsspektren gemittelt, wobei die unterschiedlichen Einfallswinkel entsprechend obigem Beispiel stärker oder weniger stark gewichtet wurden. Oder, genauer gesagt, ich habe die Transmission der durchzulassenden Emissionslinie - z.B. H-alpha - für verschiedene Winkel hergenommen, und entsprechend gewichtet. Je nachdem, bei welchem Winkel ich mit dem Mitteln aufhöre, bekomme ich ein anderes Ergebnis. Das Ergebnis aus dieser gewichteten Mittelung nenne ich "effektive Transmission", und die gilt immer nur für eine ganz bestimmte Emissionslinie.

Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen erklären, oder stifte ich damit noch mehr Verwirrung? Blink Confused
CS Hoschie

Bearbeitet vom Benutzer Sonntag, 4. März 2018 18:45:04(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Offline Hoschie  
#11 Geschrieben : Samstag, 2. Juni 2018 10:35:06(UTC)
Hoschie


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 01.05.2015(UTC)
Beiträge: 154
Wohnort: Wetzlar
Hallo zusammen,

ich spiele gerade mit dem Gedanken, mir ein oder zwei alte, analoge M42-Objektive zuzulegen. Mit meinen CANON-Linsen ist Astrofotografie zwar auch möglich, aber für die Verwendung meiner OSC- und monochromen Astrokameras gibt es einige Nachteile:

  • ich muss eine CANON-Kamera mitführen, um die Blende einstellen zu können
  • ich habe Angst, dass mir dabei die Blende festbackt (hab irgendwo sowas gelesen...)
  • Schmalbandfilter müsste ich in meinen T2-EOS Adapter einschrauben, dazu muss ich das Objektiv abnehmen. Das ist ein ziemliches Gefummele, insbesondere im Dunkeln, und es besteht die Gefahr dass der Filter Tatzer bekommt oder herunterfällt
  • durch den Filter verändert sich das Auflagemaß, im Vergleich zu filterlos


Ich habe ein wenig recherchiert, und zwei Objektive ausgemacht, die eine gute Schärfeleistung haben sollen und in der Bucht recht günstig zu haben sind. Natürlich kann man immer "Gurken" erwischen, und die Gefahr von Pilzbefall oder vorhandenen Schäden ist auch vorhanden. Aber alleine die Möglichkeit, die Blende manuell einstellen zu können, genügt mir als Motivation. Folgende Linsen habe ich mir herausgesucht:

  • CZJ Sonnar 135mm 1:3.5
  • CZJ Pancolar 50mm 1:1.8

Da muss man teilweise aufpassen (beim Pancolar), weil zeitweise exotische thoriumhaltige Gläser verbaut wurden. Thorium ist ein Alphastrahler, also eigentlich nicht gefährlich solange man die Linse nicht irgendwie aufisst oder einatmet. Diese Gläser sind allerdings mittlerweile gelb. Beide obigen Linsen verfügen ein M49 Filtergewinde (49x0.75), über einen Adapter ließe sich also ein 2"-Filter vor dem Objektiv anbringen.
Eigentlich hätte ich gerne auch noch was richtig kurzes, 24mm oder kürzer, da wird es jedoch schwieriger (und auch etwas teurer). Falls es dazu Erfahrungen gibt...?

Bleibt noch die Frage, ob die Objektive mit meinen Schmalbandfiltern überhaupt funktionieren, und deswegen schreibe ich diesen Beitrag unter dieses Thema.
  • Mit meiner QHY183 (Sensor 13.3x8.0 mm² ) hätte die 50mm-Linse einen Winkelbereich auf der Diagonalen von 17°37', also knapp ±9°. Der HII-Filter (viertes Bildchen im Thread) hat sein Transmissionsmaximum bei ca. 9° Einfallswinkel. Das sollte wunderbar passen! Beim OIII-Filter (siebtes Bildchen links) liegt das Transmissionsmaximum bei noch größeren Winkeln. Es ist erstaunlich, aber das ist das Ergebnis aus obigen Messungen. Und der Sensor ist eben auch recht klein.
  • Mit meiner ATIK 383L+ (KAF 8300, 17.6x13.52 mm² ) hat die 50mm-Linse bereits ein Gesichtsfeld von 25.2° auf der Diagonalen, also Einfallswinkel bis ±12.6°. Auch das sollte wunderbar gehen, die Transmission für HII beträgt in den Ecken noch über 70%.
  • Mit einem APS-C Sensor (25.1x16.7 mm² ) beträgt das Gesichtsfeld mit der 50mm-Linse bereits 33.3°, also Einfallswinkel auf der Diagonalen bis ±16.7°, da beträgt die Transmission nur noch 30%. Da müsste also eine sehr deutliche Vignettierung auftreten. Bei der 135mm-Linse komme ich auf ±6.2°, das ist noch völlig unkritisch.
  • Mit einem Vollvormatsensor komme ich bei der 135mm-Linse noch auf ±9.1°, das sollte wunderbar funktionieren. Aber meine Vollformat ist nicht astromodifiziert, daher würde das nur mit dem OIII-Filter SInn ergeben.


Ich hoffe, obengenanntes in Bälde mit Bildmaterial untermauern zu können, und bin schon ganz hibbelig! Clear Skies,
Hoschie

Bearbeitet vom Benutzer Samstag, 2. Juni 2018 10:56:59(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Viele Grüße,
Horst

HEQ5 Synscan
TS 6" f/4 Newton
BORG 71FL
ALccd 5L-II, ATIK 383L+

Orion Optics 1500mm f/5 Dobson
Offline Hico  
#12 Geschrieben : Donnerstag, 7. Juni 2018 08:49:36(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,590
Wohnort: Korbach
Hallo Horst,

ein sehr interessanter Beitrag, der mir natürlich die Erinnerungen an meine Versuche mit dem Astromedia Handspektrometer zurück bringt ... Also sprich eher eine "Pi x Daumen Spektroskopie", die aber schon reichte um ein paar visuelle Erkenntnisse vom Beobachten mit dem Teleskop zu bestätigen - ich hatte seinerzeit Probleme mit einerm Baader O-III Filter - erst der dritte funktionierte gut.

Zitat von: Hoschie Gehe zum zitierten Beitrag
Eigentlich passt das Ergebnis ganz gut zu den Angaben. DIe Halbwertsbreite beträgt etwas über 9 nm, dabei ist der Einfluss der Messgeräts noch nicht herausgerechnet. Die maximale Transmission beträgt 91% - auch das passt - bei einer Wellenlänge von etwas über 675 nm. Das Spektrometer war frisch - u.A. an der H-Alpha/D-Alpha Linie - kalibriert, deswegen vertraue ich dem Ergebnis.
Das ist ein wenig zu rot, bei 8 nm FWHM schon fast kritisch, und könnte durch Kippen des Filters korrigiert werden (weil sich dann die Transmission ins Blaue verschiebt). Effektiv habe ich bei der SII Doppellinie damit so nur ungefähr 70% Transmission. Mellow


Genau das meinte ich oben ... Bei Baader gab (gibt?) es Probleme mit der Qualität der Filter und das bestätigte auch der einfache Test mit dem Handspektrometer.

Für Nostalgiker, der Thread von damals ... Astrofilter Spektren im Vergleich Drool

2013 hatte ich dann noch so ´ne doofe Filter-Erfahrung. Da ging es um den H-beta von Explore Scientific, der da gerade auf den Markt kam und in der Werbung versprach, ein brauchbarer und günstiger H-beta zu sein ... leider Fehlanzeige. Nachfolgend der link zum entsprechenden Thread, in dem auch mein Handspektrometer mit Testaufbau zu sehen ist ... Explore Scientific H-Beta Filtertest

Gruß und gute Filter
Heiko

Bearbeitet vom Benutzer Donnerstag, 7. Juni 2018 08:54:32(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

www.Heiko-schaut-ins-All.de

12" Lightbridge Dobson, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 5" f/11,8 Maksutov, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Benutzer, die gerade dieses Thema lesen
OceanSpiders 2.0
Das Forum wechseln  
Du kannst keine neue Themen in diesem Forum eröffnen.
Du kannst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge nicht löschen.
Du darfst deine Beiträge nicht editieren.
Du kannst keine Umfragen in diesem Forum erstellen.
Du kannst nicht an Umfragen teilnehmen.