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Offline Rieger  
#1 Geschrieben : Donnerstag, 26. Oktober 2017 14:21:14(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 12.04.2010(UTC)
Beiträge: 116
Wohnort: Herne
Hallo ihr Lieben,

da sich einige mokierten, dass hier immer weniger los sei, melde ich mich mal wieder mit einem Bericht. Dabei will ich nicht in aller Ausführlichkeit auf die beiden letzten Beobachtungswochenenden in Medebach, das erste mit einigen meiner Schüler, das letzte mit einer Seniorengruppe aus dem Münsterland, die leider während einer Stunde Bewölkung aufschlug. Es soll bei den von mir neu beobachteten „Weltwunder“ auch nicht um einige kleineren Galaxien in den Fischen gehen und oder den umfahrenen Quallennebel. Als härtere Nüsse will ich euch Anteil nehmen lassen an neu von mir beobachteten Monden im Sonnensystem und an den Sperenzien, die ich veranstaltete, um diese zu erheischen:

Den Erdmond werden wir wohl alle erstmals schon aus unseren Kinderwagen heraus erblickt haben. Mit bescheidenen astronomischen Mitteln kamen dann wohl zuerst die vier hellsten Jupitermonde hinzu, erst mit etwas Beobachtungserfahrung dürfte dann Saturns Titan gefolgt sein (unterstelle ich hier mal so für uns allgemein.

- Aber bitte korrigiert mich hier, wenn es bei euch anders gewesen ist, denn das Thema findet man seltener diskutiert, da wir hier ja im „Deepsky-Astrotreff“ sind !!! -

Mir selbst gelang erst nach 18 Jahren, in denen ich meinen 80mm-Refraktor als alleiniges Teleskop genutzt hatte nach dem Erwerb eines 150mm-Newton die Sichtung der Saturnmonde Dione, Thetys, Rhea und zuletzt Japetus während einer Saturnopposition mit den Okularen des Newton im Höchstvergrößerungsbereich ausschließlich am Refraktor während einer Schönwetterphase regelmäßig über mehrere Tage hinweg. Der Refraktor kam bei der Beobachtung oberhalb der Laibung des größten auf dem Markt befindlichen Atelier-Dachfensters (das man öffnen und zur Seite schieben kann) mit seiner unobstruierten Öffnung deutlich besser zurecht, während der Newton mit den großstädtischen Beobachtungsbedingungen innerhalb der Fensterlaibung, wie es dieser Teleskoptyp auch nach späteren Erfahrungen immer wieder tut, versagte. Damals musste man noch gute Programme im Netz suchen, die einem die Positionen der genannten Monde zuverlässig anzeigten zwecks Abgleich mit den eigenen Beobachtungen. Bei bis dahin beobachteten 10 Monden (also den Standartkerzen) blieb es für längere Zeit, zumal mein Ehrgeiz, auf dem Beobachtungsgebiet weiter zu kommen, mangels Erfolgsaussicht mit dem vorhandenen Equipment auch noch nicht erwacht war. Zwar las ich in einer der VdS-Quartalsjournaille von einem Beobachter, der mit seinem 10“-Lomo-Newton an Uranus und Neptun vom Lande aus Erfolge vermeldete (und mein mittlerweile 10“-Opticon wäre ja auch kein Billig-Eimer im Vergleich dazu gewesen), doch die Stadtbedingungen bzw. der Umstand, das 90kg schwere Gerät mit seinem 2“ dicken Spiegel nach dem Transport zu einer Exkursion mit meinen Schülern ins Sauerland eine gefühlte Ewigkeit dafür auskühlen lassen zu müssen, schreckten mich ab, obwohl wir mit dem Newton Christi-Himmelfahrt 2003 einen Pluto und gegen Morgen einen erstaunlich guten Mars beobachten konnten.

Mit dem Bau meiner Sternwarte 2007 und dem Umstand, dass der 10“er 2010 durch einen stets vorgekühlten 16“er dort ersetzt wurde, stieg die Aussicht, die größere Reichweite auch bei der Suche nach Planetenmonden ab dem Moment erfolgreich einzusetzen, sobald der entsprechende Ehrgeiz wieder erwachte.

Obwohl die Ringkantenlage vom Spätsommer 2009 verpasst war, gelangen mir am 2.4.2011 Erfolge nahe am Saturn: Unter den schwächsten beobachteten Pünktchen nahe Saturn erwiesen sich nach dem Abgleich mit „Stellarium“ zwei als neu beobachtete Monde. Für mich unerwartet war zusätzlich neben Enceladus auch Mimas zu erblicken. Mir selbst hatte daraufhin 20 Monde des Sonnensystems als Ziel gesetzt.

Lange vergeblich sollte es den Uranus-Monden an den Kragen gehen, doch ab dem Jahr 2011 auf Skizzen verzeichnete Pünktchen erwiesen sich lange lediglich als Hintergrundsternchen. Ich hatte auch keine rechte Erfahrung, in welchem Abstand zum Planeten Uranusmonde zu erwarten waren. Ferner vermochten die Tücken eines neu installierten Stellarium-Programmes einen zu irritieren: Als schließlich am 27.9.2014 zwei Lichtpünktchen nahe Uranus von mir verzeichnet wurden, stimmten diese erst mit den Positionswinkeln von Titania und Oberon überein, als die Häkchen an den Einstellungen „parallaktisch“ und „Lichtlaufzeiten berücksichtigen“ gesetzt waren.

Nur knapp einen Monat später am 18.10.2014 gelang an Neptun auch die Sichtung des Triton.

Sehr sympathisch war der Umstand, dass ich meine Schüler am 6.5.2015 an Saturn selber alle schwachen Pünktchen skizzieren ließ und deren Skizze anschließend wieder abgeglichen wurde: Stellarium zeigte insgesamt sechs Möndchen um Saturn herum an, welche von den Schülern auch skizziert worden waren. Ein Schüler insistierte aber darauf, dass das Programm aber sieben Namen zeigte (einen also ohne ein Möndchen einzublenden), und dieser siebente sich genau auf der Position befand, an dem sie noch ein weiteres Pünktchen skizziert hatten. Als ich den Ausschnitt vergrößerte, blendete in dem Ausschnitt Stellarium auch noch ein siebentes Möndchen „Hyperion“ ein. Die Jungen hatten den vor mir selbst bemerkt und ich schritt dann erst ans Teleskop, um die Sichtung des Hyperion zu bestätigen. Insgesamt waren an dem Abend außer Mimas sieben Saturnmonde zu sichten.

Bis hierhin hatte ich mich immer noch darauf beschränkt, stets unvorbereitet die Monde führende Planeten an zu starren und alle sichtbaren Lichtpünktchen in Umgebung zu skizzieren in der Hoffnung, dass sich einige später nach Abgleich mit „Stellarium“ als Möndchen erweisen würden. Damit gelangte ich zur Sichtung von 16 Monden. Einzig nach Jupitermond Amalthea hatte ich mir schon gelegentlich, wenn Stellarium den größten Abstand zu Jupiter anzeigte, vergeblich die Augen ausgeglotzt. Daher setzte schon vor geraumer Zeit die Suche nach anderen Beobachtungsmethoden ein, d. h. nach technischen Hilfestellungen.

Ein Gedanke war, inspiriert von einem altmodischen Sonnenprotuberanzenansatz, zentral im Gesichtsfeld den gleißend hellen Planeten (oder die helle Komponente eines Doppelsterns, um noch eine weitere Anwendung anzudeuten) abzublenden, um dicht daneben deutlich lichtschwächere Komponenten zu beobachten.
Den vorhandenen Protuben-Ansatz ohne zu große Kegelblenden zu nutzen, erwies sich als nur an unobstruierten Optiken, sprich an meinen Refraktoren als nutzbar, da am Newton hinter der kleinen zentralen Blende im Sekundärfokus eine weitere große im Primärfokus defokussiert auftaucht, nämlich der Sekundärspiegel des Newton. Entscheidend ist aber, dass ich meine lichtstärkste Optik mit dem Hilfsinstrument einsetzen können wollte.

Dann blieb nur die die Möglichkeit, entweder einen kleinen Farbklecks auf einen transparenten Träger (kleine Scheibe) im Brennpunkt des Okulars anzubringen, wie beim Fadenkreuzokular: Problem war, dass ein winziges Tröpfchen Schwarz transparent bleibt und durch seinen Querschnitt Linsenwirkung zeigt. Mein Augenoptiker bot an, ein kleines planes Scheibchen aus in der Optik eingesetztem Kunststoff minimal anzubohren. Das Löchlein wollte ich mit schwarzer Farbe füllen und Farbüberstand abwischen, so dass ein scharfer und lichtdichter Fleck im zenrtum eines Okularblickfeldes entstünde. Ein Weg, den ich u. U. noch beschreiten werde.

Einstweilen experimentierte ich damit, eine Nadelspitze der Insulinspritzen meiner verstorbenen Frau in den Fokuspunkt eines alten Huygensokulars mit 9mm zu friemeln, so dass ohne eine Trägerscheibe ein winziger Dorn vom Rand des Gesichtsfeldes zum Zentrum ragt. Das Okular wäre drehbar und man könnte den Planeten hinter dem konischen Dorn so eben verschwinden zu lassen. Das war zu Testzwecken billig realisiert. Im Einsatz vor ein paar Monaten am untergehenden, schwabbeligen Saturn, zeigte sich zunächst nur Titan, sobald Saturn hinter dem Dorn abgeblendet war, wurde in der Tat ein weiteres Möndchen sichtbar. Ernüchternd war aber an diesem Erfolg nur, dass beim Einsatz eines elitären und teuren Planetenokulars im Anschluss ohne die Abblendvorrichtung sogleich 4 scharf definierte Saturnmonde sichtbar wurden. Im nachhinein war mir dann klar, wieso ich 18 Jahre lang an Saturn mit den billigen 24,5mm-Einsteckokus nie mehr als Titan erspäht hatte. Hochwertigste Okulare zahlen sich hier also überaus aus. Ich bin aber noch nicht willens, an einem meiner allerteuersten Okus solche Verbasteleien vorzunehmen.

Am letzten Wochenende am frühen Morgen des 21.10. nun meine letzten Erfolge bei der Mondsuche. Nunmehr vorbereitet durch einen Vorabblick ins Stellarium die Position des Ariel zum Uranus geklärt und diesem mit der Methode zu Leibe gerückt, mit hoher Vergrößerung Uranus knapp außerhalb des Gesichtsfeldes zu positionieren und ggf. durch indirektes Sehen den Rand des Gesichtsfeldes beobachten. Natürlich sind für diese Methode Weitwinkelokulare gänzlich ungeeignet, denn es grenzt dann an extreme Augenakrobatik, etwa mit einem „N“- oder gar „E“-Okular angestrengt den Blickfeldrand anzustrarren. Aber die ausgezeichneten Planetenokulare haben ja alle ein mässigeres Gesichtsfeld zugunsten einer ausgezeichneten Schärfe auf der Achse. (Darum strebe ich ja auch an, mir eine zentrale Abschattung auf der optischen Achse zu schaffen.)
Als Uranus nun in den Fischen eingestellt war, erfreute mich zunächst zwar, dass bei dem herrschenden Wetter und mit dem guten Planetenokular Oberon und Titania auf Anhieb direkt zu sehen waren (bei den damaligen Enceladus- und Mimas-Sichtungen bzw. den ersten Oberon- und Titania-Sichtungen standen mir diese Okulare noch nicht zur Verfügung.) dennoch schraubte ich ziemlich an der Fokusierung hin und her, da mir das Bild doch nicht wirklich ganz scharf erschien und Uranus etwas länglich erschien. Eine Dejustage wäre bei dem beabsichtigten Vorhaben fatal gewesen. Die länglichen Verformungen infra- wie extrafokal drehten sich allerdings mit meinem Kopf mit, so dass die Ursache die eigene Hornhautverkrümmung war (man beobachtet halt meist wieder besseres Wissen gerne ohne Brille.) Mit meiner Gleitsichtbrille erschienen die Beugungsringe im Newton nun wieder kreisrund. Allein justieren müssen wäre an dem Abend langwierig gewesen. Erforderlichenfalls wenn Heiko dabei ist, justieren wir den Netwon zu zweit. Dann schaut er in die Röhre und ich stelle die Justierschrauben nach seiner Beschreibung ein. Aber der Newton steht stationär und sollte die Justage gewöhnlich auch über längere Zeit erhalten. Mit Brille ging´s nun besser, wenngleich meine Ein-Stärken-Brille mit um ¼ Dioptrie stärkeren Gläsern für das Nachtsehen sicher noch überlegen gewesen wäre.
Als ich nun Uranus hinter dem Gesichtsfeld so weit verschwinden ließ, dass auch keine Beugungserscheinungen mehr ins Gesichtsfeld blitzten, war zunächst auch mit Mühe kein Ariel zu erblicken. Andererseits stellte sich in Richtung zum Titania ein indirekt erblinzeltes Pünktchen mit der Methode als Mond Umbriel heraus, der deutlich lichtschwächer als der avisierte Ariel ist. Nach diesem unerwarteten Erfolg war erste eine Teepause nötig, um die Augen zu entspannen. Erst nach einem anstrengenden zweiten Versuch war der erheblich näher an Uranus befindliche Ariel zu erblinzeln. (Zwei Tage später um Mitternacht wäre Ariel bei geeignetem Beobachtungswetter leichter zu beobachten gewesen.) Zuletzt buddelte ich doch noch meine Astro-Ein-Stärken-Brille aus dem Wagen, von der ich angenommen hatte, sie nicht dabei zu haben. Mit ihr ließ sich die Beobachtung dann etwas leichter noch wiederholen.

Immerhin kam ich meinem Ziel der 20 Monde im Sonnensystem in der Nacht vom letzten Freitag auf Samstag bis auf 2 Monde weiter heran.

Wie ihr seht, lohnen sich für solchen Vorhaben gute Okus deutlich, exakte Justagen und das Ausschalten geringster Sehfehler. Ich muss jedoch auch einrämen, dass sich ein Großteil meiner Hinweise nur an nachgeführten Teleskopen umsetzen lassen.

Wäre schön, wenn zu dem Thema noch einige Erfahrungen von euch hier ventiliert würden, denn das Thema kommt selten vor.

Euch viel Beobachtungserfolg, evtl. auch in der hier angesprochenen Disziplin und

CS.

Hubertus
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Offline Hico  
#2 Geschrieben : Donnerstag, 26. Oktober 2017 20:02:13(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
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Hallo Hubertus, Du Wahlhochsauerlandspechtler, BigGrin

auch ein schönes Projekt - Monde im Sonnensystem sammeln. Gar nicht so schlecht der Gedanke ... und die gesetzte Marke von 20 Stück ist auch eine gute Langzeitherausforderung. Aber wenn Dir nur noch zwei fehlen, dann nimm die beiden Marsmöndchen. Die sind nicht soweit weg. BigGrin

Die Idee mit dem zentralen Abschatten des hellen Planeten find ich ja auch cool ... wenn´s denn funktioniert. Da hattest mir ja schon hiervon berichtet.

Zitat von: Rieger Gehe zum zitierten Beitrag
Allein justieren müssen wäre an dem Abend langwierig gewesen. Erforderlichenfalls wenn Heiko dabei ist, justieren wir den Netwon zu zweit. Dann schaut er in die Röhre und ich stelle die Justierschrauben nach seiner Beschreibung ein.


Kannst mich ja als Stern - ähhh Teleskopwart in Deiner Sternwarte einstellen. Dann buddel ich Dir auch Dein Stromkabel mal in die Erde und garantiere Dir für Deine kostbare Teleskopzeit einen immer fein justierten Lichteimer. Laugh

Bis bald (so hoffe ich) mal wieder in Medebach ... schade dass Du letzte Woche nicht spontan zur Hoheward konntest ... War echt schön da oben ...

Ganz liebe Grüße und klaren Himmel, auch über´m Pott ...Wink
Heiko
www.Heiko-schaut-ins-All.de

12" Lightbridge Dobson, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 5" f/11,8 Maksutov, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Offline Rieger  
#3 Geschrieben : Donnerstag, 26. Oktober 2017 21:27:39(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 12.04.2010(UTC)
Beiträge: 116
Wohnort: Herne
Hallo Heiko,

Zitat:
Dann buddel ich Dir auch Dein Stromkabel mal in die Erde und garantiere Dir für Deine kostbare Teleskopzeit einen immer fein justierten Lichteimer. Laugh


Das Angebot, mir ein Kabel zur Sternwarte zu legen, kann ich unmöglich annehmen. Am Samstag noch habe ich etwas um die Hütte gemäht und da der Boden von etwas Regen feucht war im Norden, wo die Hütte nicht mehr ganz an den Anschlag heran fuhr oder der linke Türflügel über den Boden streifte, den Aushub von vor 10 Jahren, der dort noch aufgehäuft ist, mit dem Spaten weggeschaufelt: Ich danke!!! - Die Arbeit, dort über 120m ein Erdkabel zu verlegen, hätte man vor etwa 75 Jahren an einer Burg im Raum Paderborn so gewissen "Arbeitskräften" überlassen, für deren Einsatz man sich später vor einem Gericht in Nürnberg verantworten musste. Das mutet man doch nicht Freunden zu.

Zitat:
Aber wenn Dir nur noch zwei fehlen, dann nimm die beiden Marsmöndchen. Die sind nicht soweit weg.


Nahe sind die im nächsten Sommer wieder, allerdings sind die Scheißerchen verdammt klein. An Uranus ist der Helligkeitsunterschied nur 7 Magnituden - an Mars beträgt der Unterschied 14 Magnituden !!!
Ich setze eher darauf, Himalia weit abseits des Jupiter im Frühjahr zu knacken und mit irgend einer zentralen Abschattung am selben Tag, wenn Jupiter und alle galileischen auf einer Seite verdeckt werden können, mir nach Amalthea die Augen verdrehen (obwohl das gut 17 Magnituden Unterschied bedeutet). Sollte das klappen, würden die Marsmonde ja ein Kinderspiel sein. Asaph Hall hatte damals einen der großen unobstruierten Refraktoren des 19. Jhdts. zur Verfügung.
Da Miranda immer sehr nahe an Uranus klebt und Charon noch extremer an Pluto klebt, scheiden die wohl aus.
Ich setze da eher noch auf Elara als 20. Kandidatin, die fern von Jupiter noch eben in Reichweite eines 16" steht mit ihren etwa Mag 16.

Cs.

Hubertus

Bearbeitet vom Benutzer Donnerstag, 26. Oktober 2017 23:26:03(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

Offline pescadorTT  
#4 Geschrieben : Donnerstag, 26. Oktober 2017 21:36:43(UTC)
pescadorTT


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 06.02.2012(UTC)
Beiträge: 492
Wohnort: Köln Nippes
Hallo Hubertus,

saubere Leistung mit den 18 Monden! Die 16" sind da schon wegweisend ThumpUp
Dein Bericht gefällt mir sehr - Dank Dir dafür.

Wünsche allzeit klaren Himmel und eine gute Nacht,
Sven

Smile
12,5" / f5 Martini Truss awaiting.... | Losmandy G-11 | Gemini 2 | MGEN | ED 70/420 | Vixen 102 M | Tal 1 | EOS 750D BCF MOD | ZWO ASI 120 MC


Offline Hico  
#5 Geschrieben : Donnerstag, 26. Oktober 2017 21:57:17(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,576
Wohnort: Korbach
Hi Hubertus,

Zitat von: Rieger Gehe zum zitierten Beitrag
Hallo Heiko,

Das Angebot, mir ein Kabel zur Sternwarte zu legen, kann ich unmöglich annehmen. ... Das mutet man doch nicht Freunden zu.


Mooooment ... ich sprach von Anstellung als Stern/Teleskopwart ... mit gebührender Entlohnung natürlich ... als Vollzeitjob, mit dem ich meine 5-köpfige Familie am kacken halten kann ... Blink ... Laugh ... DANN würd ich Dir das Kabel einbuddeln! Glaubse wohl ... Cool

Winke winke
Heiko Smile
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Offline Pipo  
#6 Geschrieben : Freitag, 27. Oktober 2017 04:40:41(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,117
Wohnort: Berlin
Moin Hubertus,

nachdem ich deinen Bericht beim Essen überflogen hatte, habe ich ihn mir nun noch einmal richtig vorgenommen und finde deine Ausführungen großartig. Ein ambitioniertes Projekt und ich bin erstaunt, was man mit 16“ anstellen kann.

Besonders lehrreich fand ich die Stelle mit den Schülern, die einen Lichtpunkt gesehen hatten, der dir zunächst nicht aufgefallen war. Das zeigt doch, wie sehr man Kinder für Dinge interessieren kann, die abseits der modernen Beschäftigungsmöglichkeiten liegen, wenn man sich nur Mühe gibt. Ich kenne dich ja leider nicht persönlich, aber die Formulierung „und ich schritt dann erst ans Teleskop, um die Sichtung des Hyperion zu bestätigen“ finde ich herrlich anschaulich und man meint, dabei gewesen zu sein.

Sehr interessant sind auch deine Ausführungen zu den im Laufe der Zeit benutzen Okulare. Hier hat die Qualität ihren Preis aber eben auch ihre Berechtigung. Welches Teil meintest du denn mit „elitärem und teurem Planetenokular“ ? Das wüsste ich gerne. Auch die Abdeckung des Zentrums zur Eliminierung des hellen Planeten mit der von dir skizzierten Lösung hätte ich gerne mal im Bild und Details zur Ausführung vor dem Auge.

Mit meinem 6“ werde ich unter hiesigen Bedingungen nicht in diese Tiefen vordringen können und leider sind wegen der Bäume hier meine Sichtbarkeiten auch sehr begrenzt. Aber nachdem ich kürzlich Neptun vorführen konnte sind zwei meiner vier Kinder schon heiß auf Uranus, der hoffentlich bei der nächsten Schönwetterphase ins Visier genommen werden kann. Monde werden nicht zu sehen sein, aber ich freue mich auch schon wieder auf die kleine blaue Murmel und die Reise durch die Tiefen des Raumes.


Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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6" f8 auf BigBox, 4,5" Schienendob, 3" Dob
102/1300 Mr. Maksutov
60/150-Refraktor "Der Kleine Muck",FG 10x50
42 mm 2", 25 mm HR Planetary, 20 mm Silber Plössl, 15 mm WA,
12,5 mm Silber Plössl, 8 mm HR Planetary, TAL-Barlow 2x
Offline fj3ya  
#7 Geschrieben : Freitag, 27. Oktober 2017 13:52:23(UTC)
fj3ya


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 23.12.2013(UTC)
Beiträge: 207
Wohnort: Himmelmert
Hallo Hubertus

Mensch....wenn man das so liest dann fängt man mit an am Okular zu stehen durch deine Worte.
Danke für die Tolle Beobachtungstour.
Ich muss wirklich jetzt mal schauen das wenn es passt zu dir zu kommen auf deine kleine Sternwarte.
Ich hätte da auch noch das passende gerät für um die letzten beiden Monde zu knacken. Ein 18“ f4.3sollte es evtl dann möglich machen.

Evtl. oder hoffentlich bis Bald


Basti
16" Explore Scientific Ultra Light Dobs
24mm 82° 2" Maxvision
ES 82° N2 1.25" 14mm 8mm 6.7mm 4.7mm
ES 2" OIII
Coronado PST 40/400 + Lunt Solar System Zoom 7.2-21,5mm
Offline Andreas  
#8 Geschrieben : Freitag, 27. Oktober 2017 15:45:48(UTC)
Andreas


Rang: Spechtelprofi
Mitglied seit: 16.04.2009(UTC)
Beiträge: 921
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Hallo Hubertus,
da hast du aber ein sehr anspruchsvolles Projekt am Start gehabt. Toll, dass du das mit Schülern oder anderen gästen durchziehst. Dass das auch dir Freude gemaht hat, kann man gut herauslesen.
Uranus nebst Monden hatten wir in der Gruppe auch schon in Angriff genommen. Leicht zu sehen waren in der Regel auch nur deren 2 wie bei dir. Bei einer Session, bei der ich leider nicht dabei war, wurde wohl auch noch ein drittes Pünktchen gesichtet. Ich fand es auch als Deepskyverrückten durchaus interessant, einmal sowas zu sehen.
Sehr beeindruckend, wie gut du dich vorbereitet hast und welche Mittel du zur besseren Sichtung eingesetzt hast ThumpUp . Hab vielen dank für den interessanten und sehr ausführlichen Bericht!
Gruß und klaren Himmel
Andreas
Ich sehe was ich sehe - wenn ich es sehe
Offline Rieger  
#9 Geschrieben : Freitag, 27. Oktober 2017 19:38:59(UTC)
Rieger


Rang: Fortgeschrittener Spechtler
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Beiträge: 116
Wohnort: Herne
Hey, da ist ja doch noch ziemliches Leben im Forum,

zuerst mal zu Pipo: Ich glaubte, dass du an den frühen ATDS-Treffen in Rhena mal dabei gewesen wärest, irre ich mich da. Dort tauchte ich dann nur tagsüber mit meinen Sonnenfernrohren auf und war Abends wieder im unweiten Medebach.
Zu der Okularfrage: Da wollte ich eigentlich keine Werbung machen. Es gibt da im teueren Segment (oder gab) Okus aus dem Hause Pentax, die aber leider nicht mehr hergestellt werden und nur noch im Gebrauchtmarkt zu finden sind (ich weiß nicht mehr genau deren Bezeichnung, aber zu den noch hergestellten Typen zählen die heute nicht mehr). Daneben können noch die LE-Okulare von Takahashi genannt werden, die auch noch hergestellt werden und eine dritte Marke im hochpreisigen Segment ist mir gerade nicht mehr präsent. Einem Test, von dem ich mal im Netz las, der auf Schärfe auf der Achse, Transparenz usw. achtete, da waren die Pentax in der Schärfe zufolge die besten, der Dritte Hersteller in der Transparenz, die Tak´s in beiden etwa an zweiter Stelle. Gerne hätte ich die Pentax genommen, die´s aber nicht mehr gibt. So bin ich an die Tak´s gekommen, die ich in 7,5 und 5mm jetzt paarweise auch fürs Bino habe. Der Loeni hingegen schwört auf Genuine Orthos von Baader, die gar nicht sooo teuer sind (Mag ja sein, dass die wie die besten jemals getesteten Matrazen eben auch nicht soooo teuer sein müssen.) Die Tak´s sind jedenfalls am Planeten besser als die Weitwinkel-Naglers, die ja auch einem anderen Zweck dienen sollen.
Ach jaa, die Creme der Planeten-Gucker schwört noch auf eine weitere Oku-Bauart: Die monozentrischen Okulare, von denen vor ein paar Wochen im großen blauen Nachbarforum eines von TMB mit f:4mm angeboten wurde (liebäugelte auch schon damit). Diese bestehen aus nur 3 verkitteten Linsen, haben damit also nicht mehr Luft-Glas bzw. Glas-Glas-Flächen, wie ein Huygens und haben auch nur ein Gesichtsfeld von max. 30° (was am Planeten nicht stört, es sei denn, man sucht ein weiter entferntes Möndchen des Planeten). Ein solches Monozentrisches mit 4mm kommt sogar noch im 24,5 Einsteckdurchmesser daher zum Preis der ganz teueren Okus, sind aber definitiv nix für Dobsons.
Was die Basteleien anbetrifft, so bleibt eigentlich nur das hochvergütete (in der Augenoptik nennt man das hoch "entspiegelt"Wink Kunststoffscheibchen, in dass man sich von Optiker eine winzige Vertiefung bohren lässt von vielleicht 0,1mm, die man mit einem Tröpfchen schwarzer Farbe unter der Lupe füllt. Das muss, wie beim Fadenkreuzokulars, dann in die Brennebene des Okulars gefriemelt werden. Ein zehntel Millimeter ist aber auch schon ein echter Flatschen in z. B. einem 5mm-Okular. Die Kombi eines länger brennweitigeres Oku mit Barlow-Linse verschluckt dafür wieder mehr Licht. Da schwanke ich selber noch.


Jetzt zu Basti: Die frühere Einladung ist nicht zurück genommen. Du weißt, dass ich bei passendem Beobachtungswetter in Medebach bin. Der tragische Verlust meiner Frau im Sommer macht mich zeitlich sogar wieder etwas unabhängiger. Die Termine werden im Veranstaltungskalender der Medebacher auch ausgeführt mit meiner Telefonnummer im Logo der Sternwarte. Guckst du hier:

http://www.medebach.de/a...nder/veranstaltungen.php

Ich werde Anfang November die nächsten Termine für 2018 publizieren lassen.
Ja, 18 gut justierte Zoll könnten an Himalia oder Elara Sinn machen, weil diese weit von Jupi entfernt herum brummsummseln. Nahe an Jupi oder anderen Planeten scheiden am Dobson die Methoden des Planeten-Ausblendens allerdings aus. Heiko wird dir bestätigen, als wir mal den Quasar APM08279+5255-UMA (Angaben zur Entfernung schwanken zwischen 10,7 - 13 Milliarden Lj.) in zwei Nächten nacheinander erblinzelten, dass das nachgeführte Beobachten da entscheiden kann zwischen Sehen oder Nicht-Sehen, da man am Dobson gerade in dem Moment weiterschubst, wenn ein ruhiger Moment das Objekt der Begierde gerade aufblitzen lässt. Außerdem kann man sich beim nachgeführten indirekten Sehen darauf verlassen, dass man stets auf die richtige Stelle im Gesichtsfeld achtet. Diese Vorteile gleichen den Vorzug einer geringfügig größeren Öffnung durchaus aus. Es wäre sicher für eine einzige gemeinsame Beobachtungsnacht zu umständlich, deinen (vermutlich Gitter-)Dobson durch meinen Volltubus-Newton zu ersetzen und ihn auf die vorhandene Montierung zu schnallen.
Aber wie bereits geschrieben: Bist jederzeit gern gesehen!


Für Sven (der zumindest schon mal vor der Hütte stand) und Andreas gilt die Einladung selbstredend auch. Und Heiko ist ja quasi schon Mitbetreiber geworden.


CS.

Hubertus

Bearbeitet vom Benutzer Samstag, 28. Oktober 2017 00:08:36(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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