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Offline Pipo  
#1 Geschrieben : Samstag, 18. Januar 2020 00:30:51(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,247
Wohnort: Berlin
Moin Moin,

nachdem ich vor ungefähr zwei Jahren angefangen habe mich mit Doppelsternen zu beschäftigen, taten sich bei der Beobachtung vor allem zwei Probleme auf. Nämlich die Abstände und die Positionswinkel richtig einzuschätzen. Gerade wenn man schwache Komponenten sucht, ist es mitunter sehr hilfreich wenn man weiß, wo man zu suchen hat. Einige Komponenten hatte ich nur durch Zufall bei indirekter Beobachtung sichten können.
Aber es gibt ja schließlich Hilfsmittel und bei meiner Recherche stieß ich schnell auf das Baader Microguide. Ein schönes Teil, aber der Preis … uiuiui. Liste 240 Glocken, das war dann doch zu viel für mich.

Bei einem meiner gelegentlichen Streifzüge durch die Bucht entdeckte ich aber kürzlich völlig unverhofft eines und konnte es zu einem guten Preis ergattern. Nun war ich natürlich heiß, es einzusetzen und musste warten, bis sich mal die Möglichkeit ergab. Aber am 30.12. war es dann endlich soweit und ich konnte es in den Mak stopfen. Erste Aufgabe ist die Bestimmung der Brennweite der Optik. Nominell hat der Mak 1300 mm, aber das steht auf dem Papier. Mit Prisma sollte sich etwas anderes ergeben. So machte ich mich an die Arbeit.
Das Einnorden der EQ2 geht mittlerweile schnell und präzise, Tri-C-Atlas sei Dank. Dann zeigten sich aber die Beschränkungen der EQ2. Nicht, dass sie wackeln würde. Nein, das Teil schwingt vielleicht bei einem FH nach, nicht aber bei dem kurzen Mak. Dem habe ich übrigens kürzlich eine fette Isolierung verpasst und auf einmal ist kurzentschlossenes Beobachten im „Winter“ kein Problem mehr.
Zurück zur EQ2. Zur Einmessung des Microguide muss man zuerst einen passenden Stern in die Mitte bekommen und das Okular so drehen, dass er schön gerade zwischen den Markierungen langläuft. Und das war schwierig. Der Grund: das Spiel in den Lagern der EQ2. Es mögen nur zehntel Millimeter sein, aber das Microguide deckte diese Schwäche, die mir zuvor völlig entgangen war, gnadenlos auf. Bei der Verstellung in DEC fällt das kaum ins Gewicht. Beim Drehen an der RA-Welle hingegen kann man deutlich sehen, wie sich die Welle in den Lagern aufstellt und nach dem Ende der Drehung wieder zurückkippt.

Als Ergebnis an Mirach erhielt ich eine Systembrennweite mit dem Microguide von sagenhaften 1447 mm! Ich traute dem Ergebnis nicht und wartete auf eine neue Gelegenheit zur Nachmessung. Diese ergab sich dann am letzten Donnerstag. Es war halbwegs klar und ich entschloss mich kurzfristig, das Scope schnell noch mal rauszustellen. Diesmal mussten Algol und Schedir für die Messungen herhalten. Da ich nun die Macken der EQ2 kannte, war es sehr einfach die Messungen präzise durchzuführen. Letztendlich landete ich dann nach einigen Durchgängen bei einer gemittelten Systembrennweite von 1450 mm. Also war der erste Versuch gar nicht mal so schlecht gewesen.

Der Mak liegt mit diesem Setup gut 11 Prozent über der angegeben Brennweite. Das gilt natürlich nur für dieses Okular, aber die Abweichungen bei Okularen mit höherer Brennweite dürften vernachlässigbar sein. Es geht um die Werte für das Messokular.

Das Microguide ist auf jeden Fall eine feines Stück Optik. Ich habe an dem Abend noch ein Weile damit rumgespielt. Der Lohn war ein schwerer Gang aus dem Bett am nächsten Morgen und das Wissen, dass es mir bei der zukünftigen Beobachtung von Doppelsternen eine wertvolle Hilfe sein wird.

Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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Newtons in der Dose - 12" f5 - 6" f8 - 3" f9 und 4,5" f8 Schienendob
4" Mak , 90/900 FH, FG 10x50
Erfle 42 mm, HR 25 und 8, Plössl 20 und 12,5, WA 15 und Ortho 6
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Offline mwalbiner  
#2 Geschrieben : Sonntag, 19. Januar 2020 10:41:23(UTC)
mwalbiner


Rang:: Fortgeschrittener Spechtler
Mitglied seit: 16.10.2014(UTC)
Beiträge: 237
Wohnort: 86381 Krumbach
Hallo Pipo,

sind doch interessante Messungen die Du da durchführst, habe es gleich mehrmals lesen müssen. Aber die Brennweite deines MAK wolltest Du genauer bestimmen mit Hilfe dieses Microguide und das ist dir gelungen; 11% sind nicht gerade wenig! Eine präzise Optik ist immer toll!

Beste Grüße

Manfred
Offline Hico  
#3 Geschrieben : Donnerstag, 23. Januar 2020 20:49:05(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,609
Wohnort: Korbach
Hallo Pipo,

ein interessanter Bericht, auch wenn ich erstmal noch nachschauen muss, was das ist, so ein Microguide ... Huh

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Der Mak liegt mit diesem Setup gut 11 Prozent über der angegeben Brennweite. Das gilt natürlich nur für dieses Okular, aber die Abweichungen bei Okularen mit höherer Brennweite dürften vernachlässigbar sein.


Hierzu wollt ich Dir noch was schreiben, aber vielleicht ist Dir das auch klar und ich hab das in Deinem Bericht nicht rauslesen können. ... Die Brennweite eines Maksutov oder auch eines Schmidt-Cassegrains ist entgegen einem Newton oder einem Refraktor nicht fix, sondern ganz enorm davon abhängig, mit welchem (zusätzlichen) Zubehör man beobachtet. Ich habe das vor ein paar Jahren mal an meinem damaligen 127/1500 Mak getestet und im Nachbarforum in einem Thread vorgestellt.

Ich habe dafür den Mak auf eine 3km entfernte Kirchturmspitze gerichtet und mit meiner ASI120MC den Gockelhahn abgelichtet ... Einmal mit der Kamera direkt am Mak, danach mit Verwendung eines 2“ Zenitspiegels und zuletzt zusätzlich zum Zenitspiegel noch mit meinem Baader Maxbright Binoansatz. In nachfolgender Animation sieht man sehr deutlich, wie stark die Brennweite des Systems zunimmt, um so weiter der Fokus weiter nach außen muss.

UserPostedImage

Hier ist der komplette Bericht nachzulesen.

Gruß und klaren Himmel
Heiko


www.Heiko-schaut-ins-All.de

12" Lightbridge Dobson, 8“ f/10 SC, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Offline Pipo  
#4 Geschrieben : Donnerstag, 23. Januar 2020 23:31:46(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,247
Wohnort: Berlin
Moin Moin,

dass die Brennweite eines Mak mit der Fokuslage wandert, war mir bewusst und auch der Grund, weshalb ich das Microguide erst einmal auf das Setup kalibrieren musste, um es weiter verwenden zu können. Das der Unterschied allerdings so groß ausfällt, hätte ich nicht erwartet. Du bist beim Zwischenschalten des Zenitspiegel ja auf einen noch größeren Faktor gekommen. Selbst bei Teleskopen mit „festen“ Brennweiten rät Baader, diese mit dem Microguide zu ermitteln.
Die erste Verwendung des Microguide war auf jeden Fall schon mal sehr aufregend und ich hoffe, es wird mir wie gehofft von Nutzen sein.
Wie macht sich denn eigentlich dein 8“ SC im Vergleich zu den anderen Röhren? Ich las gerade davon. Es ist wohl noch eines ohne ACF, nehme ich an. Bemerkt man viel von der Koma?

Viele Grüße
Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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Offline Hico  
#5 Geschrieben : Freitag, 24. Januar 2020 21:15:26(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 12.03.2009(UTC)
Beiträge: 3,609
Wohnort: Korbach
Hallo Pipo,

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Das der Unterschied allerdings so groß ausfällt, hätte ich nicht erwartet. Du bist beim Zwischenschalten des Zenitspiegel ja auf einen noch größeren Faktor gekommen.


Die Frage ist eben, worauf bezieht sich die Herstellerangabe der Brennweite ... Beobachtung ohne Zenitspiegel? Oder mit? Oder Fotografisch ohne Zenitspiegel ... Ich weiß es nicht, war mir bisher aber auch nicht wichtig. Ich wollte aber schon gern mal ausprobiert haben, wie stark der Unterschied ist, vor allem zwischen Beobachtung mit und ohne Binosansatz (aber immer mit Zenitspiegel).

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Selbst bei Teleskopen mit „festen“ Brennweiten rät Baader, diese mit dem Microguide zu ermitteln.


Klar, wenn es ums möglichst genaue Messen geht, dann sollte man teleskopseitige Abweichungen natürlich möglichst ausschliessen.

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Die erste Verwendung des Microguide war auf jeden Fall schon mal sehr aufregend und ich hoffe, es wird mir wie gehofft von Nutzen sein.


Ich wünsche Dir jedenfalls viel Freude damit ... Für mich wäre das nix, Doppelsterne zu beobachten und die Abstände zu messen. Sleep

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Wie macht sich denn eigentlich dein 8“ SC im Vergleich zu den anderen Röhren? Ich las gerade davon. Es ist wohl noch eines ohne ACF, nehme ich an.


Jep, is ohne ACF und macht mir viel Freude. Ich wollte halt früher schon gern mal ein SC besitzen und das Meade LX50 ist mir sehr günstig über den Weg gelaufen und ich liebe das Teil. Einfache elektrische Nachführung, nix GoTo. Gabelmonti mit Polhöhenwiege ... macht im Sonnensystem schon Spass. Habe aber auch zuletzt am 31.10. damit Neptun plus Mond Triton damit beobachtet. Danach war ich dann aber noch zweimal damit draußen, um ein wenig mit einem geliehenen ADC rumzuexperimentieren - sehr erfolgreich übrigens, sowohl fotografisch wie auch visuell. So´n Ding kommt mir auch noch ins Haus, spätestens bis zur nächsten Mars-Opposition. Cool

Viele Aufnahmen habe ich damit noch nicht gemacht. Die bisher besten dürften die folgenden sein:

Ein Jupi am 09.06.2019
UserPostedImage

Ein verstaubter Mars am 12.08.2018
UserPostedImage

Eine ISS vom 25.05.2019
UserPostedImage

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Bemerkt man viel von der Koma?


Ja, merkt man natürlich schon etwas, aber auch nicht dramatisch. Ich denke visuell spielt das keine so große Rolle, da man gerade mit Nachführung ja eh eher im Zentrum des Gesichtsfelds beobachtet. Fotografisch ist das sicher eher interessant, wohl aber auch hier hauptsächlich dann, wenn es um große (Deepsky) Objekte geht. Mond mit DLSR ist bestimmt mit einem ACF über das komplette Gesichtsfeld gesehen besser.

Ich wollte wie gesagt schon lang gern ein 8" SC für die Beobachtung von Sonne (natürlich nur mit geeignetem Objektivsonnenfilter!), Mond und Planeten haben. Ich hatte ja vorher den 5" Maksutov und war damit auch sehr happy. Der kleine Mak hat mir auch echt sehr viel Freude gemacht. Aber schon an Saturn, sicher dann auch an Uranus und Neptun habe ich mir nicht nur visuell sondern auch fotografisch etwas mehr Öffnung gewünscht. Somit reifte der Plan langsam heran den Mak durch ein 8" SC zu ersetzen und im Herbst 2018 konnte ich dann einen guten Schnapper machen. Ich denke jedenfalls, das die Optik meines Geräts ganz gut ist. Nachteil ist natürlich, dass es a) mehr Schlepperei ist als zuvor mit dem Mak + LXD-75 und b) dass das System nochmal länger zum aklimatisieren benötigt, wenngleich der Vor-vorbesitzer eine aktive Lüftung eingebaut hat, die aber m.M. nach nicht gut gelöst ist (hinter dem HS ein saugender und ein blasender Lüfter). Da muss ich irgendwann nochma dran ... wenn ich Lust und Zeit hab. Smile

Gruß und klaren transparenten Himmel in Bärlin Wink
Heiko

Bearbeitet vom Benutzer Freitag, 24. Januar 2020 21:17:46(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline Pipo  
#6 Geschrieben : Sonntag, 26. Januar 2020 00:05:08(UTC)
Pipo


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Beiträge: 1,247
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Moin Heiko,

die ISS ist ja der Knüller. Habe ich so noch nie gesehen. Wie hast du das gemacht? Was die Auskühlung angeht, probiere es mal mit einer ordentlichen Isolation. Ich habe das nach einer Lektüre im CN-Forum gemacht und das Ergebnis ist, dass ich damit keine Probleme mehr habe. Leider finde ich den Link nicht mehr.

Mit den Lüftern bei den geschlossenen Systemen frage ich mich immer ob sie, sofern blasend, nicht unnötig Staub in das Scope transportieren.

Und mach mich mal schlau, was ist ein ADC?

Viele Grüße
Pipo
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Offline Hico  
#7 Geschrieben : Donnerstag, 30. Januar 2020 18:27:08(UTC)
Hico


Rang: Spechtelrentner
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Hi Pipo,

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
...die ISS ist ja der Knüller. Habe ich so noch nie gesehen. Wie hast du das gemacht?


Einfach das Scope in die Einfahrt gestellt, EOS750D mit Fernauslöser angeschlossen (Belichtungszeit 1/1.600s, ISO1.600), die ISS mit Rigel Quickfinder angepeilt und versucht sie dabei durch händisches Nachführen im Bild zu behalten und immer wieder Dauerfeuer mit der EOS. Smile Dann habe ich händisch die 34 aus ca. 1.000 Fotos rausgesucht, wo die ISS drauf und halbwegs scharf war (da machte sich auch das Koma bemerkbar) und habe die Bilder in Gimp übereinandergelegt, ausgerichtet und als Gif-Animation abgespeichert. Der Zeitraum vom ersten bis zum letzten Foto war knapp 4 Minuten des zenitnahen Überflugs - da ich an einem Osthang wohne, konnte ich die ISS erst ab ca. 35° Grad Höhe knipsen. Die Animation ist in der vollen Auflösung, d.h. die Einzelbilder sind zum Rand hin stark beschnitten.

Hier noch ein Einzelbild aus der Serie:
UserPostedImage

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Was die Auskühlung angeht, probiere es mal mit einer ordentlichen Isolation. Ich habe das nach einer Lektüre im CN-Forum gemacht und das Ergebnis ist, dass ich damit keine Probleme mehr habe. Leider finde ich den Link nicht mehr.


Da hab ich auch schonmal drüber nachgedacht, war aber zu dem Schluß gekommen, dass das eigentlich kontraproduktiv sein müsste, da der Temperaturausgleich damit ja noch langsamer von statten gehen müsste, oder? Huh

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Mit den Lüftern bei den geschlossenen Systemen frage ich mich immer ob sie, sofern blasend, nicht unnötig Staub in das Scope transportieren.


Ich find auch die Variante einer saugend einer blasend nicht wirklich sinnig hinter dem Hauptspiegel. Ich hatte im www ein SC gesehen, wo der Besitzer kleine Löcher in den Tubus nahe der Schmidtplatte gebohrt und hinter dem HS ein oder zwei saugende Lüfter montiert hat. Das scheint aus meiner Sicht heraus eine gute Lösung zu sein. Cool

Zitat von: Pipo Gehe zum zitierten Beitrag
Und mach mich mal schlau, was ist ein ADC?


ADC = Atmospheric Dispersions Corrector ... So ein Teil kann die atmospherische Dispersion komplett eliminieren, sodass man Planeten auch bei geringerer Höhe am Horizont ohne Blau- und Rotsaum am Objekt durch die atmosphärisch bedingte unterschiedliche Lichtbrechung beobachten kann. Das hat nicht nur ästhetische Auswirkungen sondern das Objekt zeigt tatsächlich die Details dann etwas besser, da die Farbverschiebungen durch zwei zueinander auszurichtenden Prismen kompensiert werden.

Ich habe momentan leihweise diesen ADC von ZWO hier und konnte an drei Nächten ein wenig damit visuell (auch mit Binoansatz) und fotografisch experimentieren. Jupi und Saturn waren meine Opfer und die standen zu dem Zeitpunkt gerade noch 10 Grad über dem Horizont. Der Unterschied mit neutral eingestelltem ADC (also ohne Korrektur) und korrekt eingestelltem ADC ist echt erstaunlich. Von daher werde ich mir bis spätestens zur nächsten Mars-Opposition auch ein solches Teil anschaffen, wenngleich die Einstellung etwas knifflig ist und je nach Höhe zum Horizont auch immer wieder korrigiert werden muss. ThumpUp

Gruß und klaren Himmel
Heiko

Bearbeitet vom Benutzer Donnerstag, 30. Januar 2020 18:34:27(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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12" Lightbridge Dobson, 8“ f/10 SC, 6" f/5 Newton auf LXD-75, 4,5" f/7,3 TAL-1 Newton, 4,5" f/7,9 Newton auf mot. azimutaler Montierung, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 70/700 SkyZebra FH auf Astro-3, 60/900 FH auf EQ-1, Coronado PST auf EQ-2, diverse FG von 7x35 bis 20x80 Triplet, EOS1000Da, EOS750D, ASI120MC
Offline Pipo  
#8 Geschrieben : Freitag, 31. Januar 2020 23:34:14(UTC)
Pipo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 28.04.2010(UTC)
Beiträge: 1,247
Wohnort: Berlin
Moin Heiko,

das mit der Isolierung scheint auf den ersten Blick tatsächlich in die falsche Richtung zu gehen, auf den zweiten aber nicht. Die Idee dahinter ist, dass man den Wärmefluss zwischen innen und außen so weit herunter drückt, dass keine „Heat Plumes“ mehr entstehen können. Dafür muss die Isolierung natürlich dick genug sein. Einige haben das bis zum Ende getrieben und auch die Anbindungen der Halteschiene und des Sucherhalters gegen den Tubus isoliert. Andere verwenden abnehmbare Isolierungen, stellen den Tubus erst zum Abkühlen raus und bringen die Isolierung dann zur Beobachtung an.
Besonders problematisch sind die Temperaturänderungen während der Beobachtung, wenn, vor allem im Frühjahr und Herbst, die Temperatur im Verlauf der Sitzung deutlich fällt. Das kann man damit fast komplett eliminieren.
Wie dem auch sei, ich habe meinen Mak neulich bei rund null Grad direkt aus dem Keller in den Garten gestellt und hatte keine Probleme mehr.
Vor allem bei CN und der Stargazerslounge findet man reichlich Diskussionen dazu. SCs und Maks scheinen dort wesentlich mehr Gewicht zu haben als hier zu Lande. Den Thread, der mich letztendlich von der Methode überzeugt hat, konnte ich leider nicht auf die Schnelle finden. Gib mal „telescope insulation“ in die Suchmaschine deines Vertrauens ein, dann wirst du mehr finden, als du an einem Abend lesen kannst.

Danke für die Info zum ADC, scheint ja ein sehr nützliches Teil für Planetenbeobachter zu sein. Sollte ich da mal einsteigen, ist das eine Überlegung wert.

Viele Grüße

Pipo
Man darf ruhig dumm sein. Man muss sich nur zu helfen wissen.
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