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Offline tigger  
#1 Geschrieben : Freitag, 26. Oktober 2012 19:24:43(UTC)
tigger


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 06.09.2008(UTC)
Beiträge: 4,764
Wohnort: Taunus
Guten Abend liebe 4-Augen Cool


Einer meiner engeren Freunde hat jüngst den Dachboden aufgeräumt und dabei einen kleinen Schatz entdeckt !
Es handelt sich um ein sehr altes Fernglas, das ich zwar guglnder Weise fast baugleich gefunden habe,
dennoch wüsste ich gerne mehr darüber !

Kann da jemand helfen ?
Kaufangebote sind übrigens ABSOLUT ZWECKLOS !
Der Kollege veräußert das Glas auf gar keinen Fall und zu keinem Preis !

Aber hier erstmal das gute Stück:

UserPostedImage

und noch ein paar Bildchen davon.

Beschriftet ist es mit:

Moreau-Teigne
50. Faub (ourg) du Temple
Paris



Gruß und klaren Himmel

Jan

Bearbeitet vom Benutzer Samstag, 7. Januar 2017 19:21:39(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline Benny  
#2 Geschrieben : Freitag, 26. Oktober 2012 19:43:07(UTC)
Benny


Rang: Graue Eminenz
Mitglied seit: 09.12.2007(UTC)
Beiträge: 5,809
Wohnort: Taunus
Wahnsinns Jan!

Einen großen Glückwunsch an den Michel, so was hat nicht jeder und bei so etwas geschichtsträchtigen würde ich auch mehr als einmal überlegen ob man es nicht einfach genau DESHALB behalten sollte, Wert hin oder her :)

(Mir geht es da ähnlich mit meinem Globus, zwar auch angeblich viel wert aber nachdem ich keinen Käufer gefunden habe, bin ich froh ihn behalten zu haben und dabei bleibt es jetzt auch.)

Aber einen Sternentest mit dir sollte einfach um der Nostalgie Willen noch getätigt werden Wink

Viele Grüße Benny
Taunus-Astronomie- AstroBLOG
weitFELD - Bennys photoBLOG
Offline AnkeMo  
#3 Geschrieben : Freitag, 26. Oktober 2012 20:23:10(UTC)
AnkeMo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 06.09.2009(UTC)
Beiträge: 1,019
Wohnort: Gladbeck
nabend Jan,

sieht nach einem Galileischen Glas aus, also die Bauform wie sie auch heutige Operngläser noch haben. Nach diesem Forenbeitrag (wenn ich das richtig verstehe) könnte es von 1894 stammen - damals wurden für das Militär zum Preis von 110 Francs Gläser dieses Herstellers für die Infanterie, ein Stück pro Bataillion, angeschafft.

http://lagrandeguerre.cu...71-jumelles-huet-a-datee
(Beitrag von bothrops atrox, 27 Mar 2011 - 17:14), darin dann die Bekanntmachung N° 159 von 1894)

Es ist hier aber auch von Entfernungsmessung die Rede (jumelles-télémètres, système de Galilée - Fernglas mit Entfernungsmesser, Galileisches System), ein Capitain Souchier hat einen Entfernungsmesser basierend auf einem Pentaprisma entwickelt:
http://www.bulgarianarti...uchier%20rangefinder.htm

Im Text aus dem obigen Forum steht: "La jumelle-télémètre, complétée par un prisme télémètre Souchier", also Fernglas mit Entfernungsmessung, komplettiert durch einen Prismen-Entfernungsmesser nach Souchier...

Mich irritierte bei den Fotos gleich dieser Doppelsteg der am Mitteltrieb sich befindet. Vielleicht hat das was mit diesem Entfernungsmesser zu tun. Unten auf der Seite mit dem Prisma ist ein Adapter gezeigt - vielleicht konnte man genau dort solch ein Prisma auf dem Steg aufsetzen und dann nach der Zielerfassung für die Artillerie gleich die Entfernung bestimmen. Vielleicht kann sich der Finder diese Stelle ja mal anschauen bzw. etwas detailliertere Fotos machen ab da vielleicht noch irdendwelche Schrauben oder Bohrungen für den Prismenadapter sind.

Ich kann mal unser Büro in Paris antippen... vielleicht kennen die sich aus - oder kennen jemanden der sich auskennt...

Ist jedenfalls sehr interessant und spannend.

Gruß,
Anke

edit: kleinere Ergänzungen
nochmal edit: Hab mir jetzt dein Google Ergebnis noch mal angeschaut, da sieht man dass rechts und links vom Mittelsteg keine Haltevorrichtung, sondern zwei Rändelschrauben sind die wohl noch mal eine Fokusmechanik betreiben.
Hier zu sehen.
Dort erscheinen dann Skalen, man hat hier also über die Fokussierung eine Entfernungsbestimmung vorgenommen, also anderes Prinzip als das von Herrn Souchier und eher ein stereoskopischer Distanzmesser. Dann trifft die oben genannte Datierung natürlich nicht ganz zu - die Auktionsseite nennt ja auch ein früheres Datum, nämlich 1870. Da gab es den Prismen-Entfernungsmesser noch nicht.

Bearbeitet vom Benutzer Freitag, 26. Oktober 2012 21:01:03(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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"We see nothing truly, 'til we understand it"
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Offline tigger  
#4 Geschrieben : Freitag, 26. Oktober 2012 21:07:11(UTC)
tigger


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 06.09.2008(UTC)
Beiträge: 4,764
Wohnort: Taunus
Hi Anke :)

Danke für die Meldung...
Unten am Glas sind keine weiteren Bohrungen,
ich hatte das Teilchen in den Händen und auch vor Augen. (Ist mein 2 T€uro Stück aufm Foto)
Es ist so wie es abgebildet ist eigentlich komplett denke ich.

Durchgucken kann man auch noch brauchbar: Die Tuben fahren extrem weit aus
bis man in den Fokus kommt. Dann allerdings ist das Bild soweit OK - ich denke nicht
dass das im Kaufzustand viel toller abbildete als jetzt. Interessant fand ich auch
besonders die Okularseitig einschwenkbaren Linsen, die mir aber irgendwie keinen
riesen Effekt hatten ausser dass das Bild irgendwie "schlechter" wurde....

Man kriegt das Bild nicht deckungsgleich, daher muß es arg dejustiert sein.
Die Delle am rechten Tubus lässt auf einen Sturz schließen, man bekommt auch nicht beide Seiten gleichzeitig scharf.

Trotzdem ein toller Fund und ich war hin und weg sowas mal in die Finger zu kriegen und damit spielen zu dürfen.
Zum Glück weiß ich "wo dem Besitzer seine Haus wohnt" Laugh und kann es gelegentlich wieder besuchen.

Der glückliche Finder liest übrigens mit und wenn Ihr Fragen habt, dann fragt ruhig.
Ich versuche so schnell es geht zu antworten...

Edit: Ahja..dann editiere ich auch mal...
Zitat:
Hab mir jetzt dein Google Ergebnis noch mal angeschaut, da sieht man dass rechts und links vom Mittelsteg keine Haltevorrichtung, sondern zwei Rändelschrauben sind die wohl noch mal eine Fokusmechanik betreiben.
Hier zu sehen.
Dort erscheinen dann Skalen, man hat hier also über die Fokussierung eine Entfernungsbestimmung vorgenommen, also anderes Prinzip als das von Herrn Souchier und eher ein stereoskopischer Distanzmesser. Dann trifft die oben genannte Datierung natürlich nicht ganz zu - die Auktionsseite nennt ja auch ein früheres Datum, nämlich 1870. Da gab es den Prismen-Entfernungsmesser noch nicht.


Danke ! Was gelernt !
Aber Skalen zeigen sich auf den Tuben des vorliegenden Glases nicht.
Lediglich einen * und ne "1" (die auch ein Kratzer sein kann...)
Es sieht auch nicht aus als sei da mal was gewesen.
Ich halte es für die "Soldatenversion",
das messingbeschlagene auf den Franzosenseiten für die Offiziersversion.
Das ist aber reine Orakelei.





Gruß und klaren Himmel

Jan

Bearbeitet vom Benutzer Samstag, 7. Januar 2017 19:20:54(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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Offline Mootz GMS  
#5 Geschrieben : Freitag, 26. Oktober 2012 21:23:05(UTC)
Mootz GMS


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 19.02.2010(UTC)
Beiträge: 1,963
Wohnort: Dautphetal
Hallo Jan,

Fragen habe ich keine, aber gratulieren möchte ich zu dem Fund.Cool
Und richtig, so was verkauft man nicht oder nur in allerhöchster Not!

Gruß
Günther
Überprüft, was immer auch geschrieben steht,
wenn selbst durchs Teleskop Ihr seht.
Das mehrt die eigene Erfahrung
und bringt so manche Offenbarung.
Des Astronomen wahre Freude
ist schließlich die Photonenbeute.
Offline AnkeMo  
#6 Geschrieben : Freitag, 26. Oktober 2012 21:58:34(UTC)
AnkeMo


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 06.09.2009(UTC)
Beiträge: 1,019
Wohnort: Gladbeck

Hi Jan,

wenn die Tuben ausfahren, sind dort auch Skalen drauf zu sehen?

Vermute mal vorsichtig, dass die einschwenkbaren Linsen die du beschreibst was mit der Entferungsmessung zu tun haben. Muss mir da aber die Quellen die ich ergoogelt hatte noch mal genau anschauen. Ich war vorhin zu sehr bei dem Herrn Souchier hängengeblieben. Es gab vorher schon Entfernungsmesser die auf anderen optischen Prinzipien basieren aber die hab ich mir nicht so genau angeschaut.

Sowas handliches und in ein Fernglas integriertes wird hier aber auch nicht erwähnt:
http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Distanzmesser

Der Telemeter von Pierre, Gambert und Jamain kommt der Sache nahe, dort sitzt die Optik aber auf einer recht komplexen, nivellierbaren Plattform:

http://dingler.culture.h...e/article/pj266/ar266063

Gruß,
Anke
Bresser GmbH
amo(at)Bresser.de


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John Constable
Offline tigger  
#7 Geschrieben : Freitag, 26. Oktober 2012 22:03:28(UTC)
tigger


Rang: Spechtelrentner
Mitglied seit: 06.09.2008(UTC)
Beiträge: 4,764
Wohnort: Taunus
HuHu Anke :)


Unermüdlich und voll des Wissens ! Danke Dir !
Nein...
Zitat von: " Gehe zum zitierten Beitrag
Aber Skalen zeigen sich auf den Tuben des vorliegenden Glases nicht.
Lediglich einen * und ne "1" (die auch ein Kratzer sein kann...)
Es sieht auch nicht aus als sei da mal was gewesen.
Ich halte es für die "Soldatenversion",
das messingbeschlagene auf den Franzosenseiten für die Offiziersversion.
Das ist aber reine Orakelei.


Da ist nix zu sehen.
Vielleicht eine zivile Version ?
Zum messen konnte ich nichts entdecken...
Schau doch nochmal meine Bilder an, vielleicht hab ich was übersehen ?

Gruß und klaren Himmel

Jan

Bearbeitet vom Benutzer Samstag, 7. Januar 2017 19:21:23(UTC)  | Grund: Nicht angegeben

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