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Mit dem Wind durch den Löwen :: Aktive Spiegelbelüftung
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Einstein
Fortgeschrittener-Spechtler


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Alter: 42
Anmeldungsdatum: 12.11.2009
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Verfasst am:
07 Dez 2009 2:37 • Einsteins Einsteigertagebuch - Teil I |
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Hallo liebe Spechtelkollogen,
seit ich von dem wohl wichtigsten Kriterium beim visuellen Beobachten gehört/gelesen habe - freisichtige Grenzgröße - versuche ich (natürlich), mir ein Bild von meinen hiesigen Sichtbedingungen zu machen. Soll ich raus in den Acker fahren, weil´s bei mir nicht so berühmt ist, oder kann ich mich glücklich schätzen, unter einem "guten Landhimmel" zu wohnen? Und wenn raus, wohin? 10Km, 20, oder 30? Nach Norden, Süden, Osten, Westen? Welche Auswirkung hat denn nun die Lichtkuppel der nächsten Stadt, der nächsten Ortschaft, auf meinen Beobachtungsstandort?
In der einschlägigen Literatur liest man wie selbstverständlich: "Einfach den schwächsten noch zu erkennenden Stern am Himmel ermitteln, nachsehen, welche Helligkeit er besitzt, und schon kennt man die aktuellen Sichtbedingungen..."
Nun, so einfach scheint mir das dann doch nicht zu sein: Welcher Stern ist denn nun der Dunkelste? Natürlich meistens einer, der am dichtesten über dem Horizont steht! Das kann aber als Bezugsgröße nicht wirklich richtig sein. Warum sehe ich die Andromedagalaxie (3,5m) mit bloßem Auge gerade noch im indirekten Sehen, während in einem anderen Sternbild ein 4,6m-Stern fröhlich hell vor meinen Augen funkelt... Muss ich die Grenzgröße womöglich für jedes Sternbild separat festlegen, in dem ich mich gerade befinde - abhängig vom Beobachtungswinkel (denn ich schaue ja niergendwo, außer im Zenit, durch so "wenig" Atmosphäre)?
Damit noch nicht genug...
Wenn ich die Milchstraße 2 Mal im Monat gut und deutlich erkennen kann, heißt das dann, dass ich prinzipiell unter einem "guten Himmel" wohne? Woran erkennt man einen 6m-Himmel (wenn man einen sieht) und was ist überhaupt ein "guter Himmel"? Inwiefern beinflusst das Wetter, die Luftfeuchtigkeit, der Bodenwind, der Höhenwind (Jetstream), der Beobachtungswinkel das, was ich sehen kann???
Fragen über Fragen, die garantiert noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben...
Ich würde mich freuen, von den Erfahrungen sowohl der Drei-, Vier- und Fünfsterner (zum Lernen), als auch von denen der Ein-und Zweisterner (zum Vergleich mit den eigenen Beobachtungen) zu hören - und darüber hinaus zu weiteren Fragen über dieses Thema anzuregen...
Viele Grüße vom Albert
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Astroinfos
stellv. Forenleitung


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Wohnort: Brake / Unterweser

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Verfasst am:
07 Dez 2009 9:01 • (Kein Titel) |
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Hi Einstein,
die Frage ist durchaus berechtigt...woran erkennt man guten Himmel?
Die visuelle Grenzgröße spielt dabei nur eine Rolle. In weiteren Nebenrollen sprechen wir von Transparenz (Durchsicht des Himmels vermiest durch zum Beispiel Nebel) und Seeing (Luftflimmern verursacht durch die verschiedenen Luftschichten).
Die visuelle Grenzgröße hast Du schon richtig erfasst. Der schwächste noch frei sichtbare Stern am Himmel. Das grenzt man am besten mit einem Stern im Zenit ein oder auch am Sternbild Ursa Minor. Dort kann man recht schnell auswendig lernen wie hell die Sterne sind.
Hier in Brake (Citynahe, 17000 Einwohner) erreiche ich nach der Nachtabschaltung unter gutem Himmel 6.3mag. Die Milchstrasse ist bei uns eigentlich immer sichtbar, wenn die Transparenz und Mondphase stimmt.
Zur Transparenz des Himmels: klar trockene Luft ist am besten. Im Winter sind bei uns eigentlich die trockensten Nächte. Aber auch im frühen Herbst oder späten Frühling gibt es Nächte mit toller Transparenz.
Und das Seeing....interessiert eigentlich eher den Planetenbeobachter und den Fotografen.
Wenn Du also
- keine Streulicht produzierenden Straßenlaternen
- keine nervigen Werbeschilder und dergleichen
- keinen Fluß oder See
in Deiner Nähe hast und nicht über Dächer hinweggucken musst (Heizungen und Schornsteine verursachen natürlich auch schlechtes Seeing), dann sollte bei Dir zu Hause einiges machbar sein - auch die Milchstrase sollte sich mehr oder weniger detailliert zeigen.
Aber glaube mir: rausfahren lohnt sich immer. Die besten Plätze sind leicht erhöht oder natürlich auf einem Berg. Der beste Standort liefert rundumsicht bis zu Horizont, ist windgeschützt durch einen nahen Wald und bietet Dir vor allem Ruhe.
Und wenn es auch 30km oder mehr weg ist...
_________________ Viele Grüße und CS
Stephan Brüning
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tigger
Foren-Spechtler


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Beiträge: 2218
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Verfasst am:
07 Dez 2009 10:13 • (Kein Titel) |
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Hi, Albert....
Die Sache mit Andromeda liegt an der Flächenhelligkeit - Jörn hat das mal schön erklärt.
Nicht vom Zahlendschungel irritieren lassen....er KOMMT wirklich auf den Punkt
Zur eigentlichen Grenzgrössenbestimmung hat die Fachgruppe Deepsky der VdS mal Karten zur Bestimmung zusammengestellt.
Man sollte sich möglichst was Zenitnahes rausfischen.
Die, die´s ganz Ernst meinen schaffen sich ein Sky Quality Meter an,
aber auch da herrscht keine völlige Einigkeit bezüglich der Werte...
Nach einigen 10 mal Beobachten hat man´s ohnehin einigermassen ausgewürfelt und weiss mit einem Blick Bescheid.
Also nur die Ruhe - man kann sich den Himmel auch selbst schlechtmessen, oder schlechtreden.
Entscheidend ist erstmal, daß es SPAß macht !!
Gruß und CS
Tigger
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Benny
stellv. Forenleitung


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Verfasst am:
07 Dez 2009 13:38 • (Kein Titel) |
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Hallöchen,
viel ist dem nicht mehr hinzuzufügen
Lerne am besten mit Karte (siehe Jans Link) die Sterne um Polaris auswendig, dazu wenn du es ernst meinst eine Karte eines zenitnahen Sternbilds mitnehmen, ich nehme eigentlich immer nur Polaris, und schlage dann hin und wieder noch mal 0,2mag drauf wenns um den Zenit geht, das kann aber nach hinten losgehen wenn der Dunst sich sehr hoch zieht (bis um Polaris eben) dann kann es zenitnah schon erheblich besser sein.
6m erkennen... nun ja wie gesagt schon über die GG um Polaris, aber irgendwann hat man es im Blut und merkt schnell ob man die "magische Grenze" übersprungen hat, hier hilft nur Übung und oft rausgehen, vielfach sieht man es auch erst den Objekten beim Blick durchs Okular an.
Wenn M33 Spiralarm(e) zeigt, M31 zwei Staubbänder ect. dann kann man in jedem Fall auch von 6m+ ausgehen, allerdings gehört hier schon etwas Übung dazu Am Anfang liegt man am sichersten mit der fst (faintest star) Methode.
Das SQM finde ich persönlich sehr fein, ist halt schon wieder eine Anschaffung, habe selber auch keins, aber wenn man immer mal wieder misst, dann ist das schon eine einigermassen objektive Geschichte. Allerdings kann das Gerät nicht die Transparenz messen, sondern nur die Dunkelheit des Himmels, mann kann also auch gute Werte erreichen wenn man einfach soweit in der Walachei wohnt, dass eventuell vorhandene Cirren oder gar Wolken erst gar nicht aufgehellt werden.
Viele Grüße Benny
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Einstein
Fortgeschrittener-Spechtler


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Verfasst am:
07 Dez 2009 14:55 • (Kein Titel) |
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Hallo Allesamt,
na, das sind doch schon eine Menge Informationen - vielen Dank dafür.
| Zitat: | | ...aber irgendwann hat man es im Blut | genau darum gehts mir - deshalb würde ich mir auch kein Messgerät zulegen...
Eine Frage, die mir irgendwie nicht aus dem Kopf geht ist: "Wenn mein Standort normalerweise nur mittlemäßige Sichtbedingungen bietet, wie kann es dann sein, dass es (zwar selten aber immerhin) hier Nächte gibt, in denen mich der prachtvolle Sternenhimmel fast erschlägt? Ist ein mittelmäßiger Standort eben "nur" öfter schlechter, als ein guter?
| Zitat: | | Hier in Brake (Citynahe, 17000 Einwohner) erreiche ich nach der Nachtabschaltung unter gutem Himmel 6.3mag. | Das sprengt jetzt mein Vorstellungsvermögen. Subjektiv klingt das nach besserem Himmel, als bei mir. Aber vom nächsten 10.000 Einwohner-Städtchen bin ich gute 5-6 Km entfernt. Und ich wohne am Rand eines 70-Seelen-Dörfchens (180° freie Sicht über die Terasse ohne Nachbarn!). Und trotzdem sind die Wolken (seitdem ich darauf achte) noch nie richtig schwarz gewesen.
Was mir noch aufgefallen ist (mann, ist das spannend ) :
Wenn ich mir einbilde, dass ein 5m-Stern der hellste ist , den ich noch erkennen kann, und dann geht der Mond auf - oder ich mache Licht an um abzubauen, und sehe den 5m-er immernoch... woran liegt denn das?
Und noch ein Mysterium, das ich selbst nicht aufgelöst bekomme:
Nachdem ich raus gehe (alles um mich dunkel, nur noch der fahle Kirchturm und ein paar Lichter in 5-6 Km Entfernung) dauert es ca. 3-4 Minuten, bis sich der "Himmel öffnet". Danach passiert nichts mehr, es kommt kein weiterer Stern hinzu. Ist evtl. eine Turbo-Adaption biologisch möglich?
Dank euch jetzt schon für die Antworten!
(Und wie "empfinden" es eigentlich die anderen Anfänger... Aufforderung zum Schreiben, unter Androhung von Gewalt )
Viele Grüße vom Albert
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AnkeMo
Spechtel-Profi


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Verfasst am:
07 Dez 2009 15:20 • (Kein Titel) |
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Hallo Albert,
die Stärke der Lichtverschmutzung hängt eng zusammen mit der vorhandenen Transparenz. Nur wenn Feuchtigkeit oder Staub in der Atmosphäre ist, wird auch Licht von weiter entfernten Lichtquellen wieder in deine Richtung gestreut und der Himmel damit aufgehellt.
In Nächten mit sehr guter Transparenz (oft nach einer Schlechtwetterfront, die nachrückende Kaltluft ist sehr trocken, und starker Regen reinigt die Atmosphäre von jedem Staub und Aerosolen) wirkt sich eine vorhandene Lichtverschmutzung weitaus weniger aus.
Ich war mal nachts um halb vier auf der Terasse draußen nach zwei Tagen Mistwetter, da hat mich ein 7mag+ Himmel fast erschlagen. Solche sogenannten "Rückseiten" Wetterlagen können mindestens eine halbe Magnitude gegenüber dem "Durchschnittshimmel" ausmachen.
Sowas hat man aber nur 2-3 mal im Jahr... Aufmerksames Beobachten der Satellitenfilme lohnt sich da sehr. Oft reißt es allerdings nur kurz auf, so wie vor einer Weile, als ich den Flammennebel mit dem 7x50 vom Balkon geknackt habe, und das in einem Freiburger Vorort. Nach einer halben Stunde wars wieder dicht. Aber die kurze Zeit hat's in sich gehabt.
Gruß, Anke
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Hico
Spechtel-Rentner


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Verfasst am:
08 Dez 2009 0:38 • (Kein Titel) |
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Hallo Albert,
| Einstein hat folgendes geschrieben: | | Nachdem ich raus gehe (alles um mich dunkel, nur noch der fahle Kirchturm und ein paar Lichter in 5-6 Km Entfernung) dauert es ca. 3-4 Minuten, bis sich der "Himmel öffnet". Danach passiert nichts mehr, es kommt kein weiterer Stern hinzu. Ist evtl. eine Turbo-Adaption biologisch möglich? |
Wohl kaum. Was mir aber auch selbst immer wieder auffällt ist, daß sich das meiste wie Du schon sagst in den ersten 3-4 Minuten tut. Aber täusch Dich da nicht. Die weiteren Minuten tut sich auch noch mehr. Am besten wirst Du das feststellen, wenn Du unter knackedunklem Himmel bist. Kein Fremdlicht weit und breit und Du wirst merken, daß noch mehr geht, als nur die ersten 3-4 Minuten.
Gruß
Heiko
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AnkeMo
Spechtel-Profi


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Verfasst am:
08 Dez 2009 12:55 • (Kein Titel) |
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Einstein
Fortgeschrittener-Spechtler


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Verfasst am:
09 Dez 2009 1:22 • (Kein Titel) |
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So, gerade war ich mal mit Frauchens Kamera draußen (00:15 Uhr) und habe mir einmal die Lichtverhältnisse mit dem "großen Auge" angesehen. Schockierend... und ich dachte immer in meiner jugendlichen Naivität, Nachts wäre es dunkel
Morgen poste ich mal die Fotos - ist wirklich "eye-opening"...
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Einstein
Fortgeschrittener-Spechtler


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Verfasst am:
09 Dez 2009 17:52 • (Kein Titel) |
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So jetzt - wie gesagt, ca. 00:30 Uhr (!) und Himmel bewölkt. Sehr ländliche Gegend und nur kleine Käffer weit und breit (ok, mal abgesehen von Köln 40km nordwestlich)...
das ist der Blick von meiner Terrasse nach Osten. Sieht mit dem bloßen Auge nur nach einem zarten Schimmer aus, der von den Wolken reflektiert wird, aber mit 30s Belichtungszeit (und das ist lediglich ein 6000 Einwohner-Städtchen)
Und jetzt wird´s noch schlimmer - der Blick Richtung Köln nach Norwesten (links City, rechts Flughafen Köln-Bonn). In diese Richtung beobachte ich zwar nie, aber ich kann mir jetzt vorstellen, dass diese Stadt den Himmel auch noch in knapp 40km Entfernung - also über mir - gehörig aufhellt:
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montey
Spechtel-Profi


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Verfasst am:
09 Dez 2009 19:14 • (Kein Titel) |
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Hi Albert!
Jaja, die Lichtverschmutzung... Leider interessiert sich niemand wirklich dafür. Ich bin mal gespannt, wie es in 10 Jahren aussieht...
| Zitat: | | Und trotzdem sind die Wolken (seitdem ich darauf achte) noch nie richtig schwarz gewesen. |
Ich wohne auf dem Land und gleichzeitig haben wir hier auch noch ein paar Berge in der Nähe. Die Grenzgröße kann hier gut und gerne mal 7mag erreichen oder sogar übersteigen. Richtig schwarze Wolken habe ich auch noch nicht gesehen.
Auf unserem Beobachtungsplatz, der über 600m hoch liegt und im Umkreis von 5km kein einizges Dorf ist, kann der Himmel schon sehr sehr dunkel werden:
30sec, ISO 1600 bei 18mm, f/3.5
Wirklich pechschwarz ist es da aber auch nicht. In den Alpen kann man dies beobachten. Da machen sich Wolken nur durch die fehlenden Sterne bemerkbar
Die Transparenz sowie die Lichtverschmutzung spielen hier eine entscheidene Rolle.
beide Bilder: 30sec, ISO 1600 bei 18mm, f/3.5
Beide Bilder sind hier bei mir vor dem Haus entstanden.
Beim Oberen war es sehr dunstig. Ausserdem waren die Flutlichter des Sportplatzes vom Nachbarort an. Das Untere zeigt die gleiche Richtung. Die Bedinungen waren ausserordentlich gut (7mag+).
Hier noch ein Bild bei durchschnittlichen Bedingungen (~6.6mag)
30sec, ISO 1600 bei 18mm, f/3.5
Deutlich erkennt man, dass die Milchstraße anders gefärbt ist, als die Wolken. Eigentlich ist das ja noch unser Vorteil, dass momentan meistens Natriumdampflampen zum Einsatz kommen. Nun sollen die Lampen auf LED Technik umgerüstet werden. Unsere Nebelfilter würden dann nutzlos werden...
Grundsätzlich kommt es natürlich immer drauf an, was Du als guten Himmel siehst.
Die Entfernung von 40km bis Köln ist erstmal sehr gering. Ich denke, dass der Himmel bei dir meistens nicht die 6mag Marke knacken wird.
Die nächste großen Städte sind von mir aus gesehen Koblenz und Mainz. Beide liegen rund 50km entfernt und beide erzeugen einen deutlich sichtbaren Lichtkegel am Horizont. Mainz hat 180.000 Einwohner und Koblenz rund 100.000. Dabei hat Köln fast 1. Mio Einwohner. Dazu kommt ja noch Bonn etc etc.
Trotz allerdem wird dein Himmel wohl besser sein, als der, der meisten Sterngucker. Denn wo Städte sind, sind auch Menschen
Vielleicht schaffst Du es ja, mal 30km oder mehr raus aufs Land zu fahren. Die Eifel dürfe nicht allzuweit von dir entfernt sein, oder?
Oder Du unternimmst direkt mal eine Tour hier in den Hunsrück Bist hier jederzeit willkommen
Viele Grüße
Nils
_________________ 10" Dobson, 6" Reisedobson, 70/900 und 70/700 Refraktor, EOS 350D
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Einstein
Fortgeschrittener-Spechtler


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Verfasst am:
10 Dez 2009 0:00 • (Kein Titel) |
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Hi Nils,
danke für Dein anschauliches Feedback. Was soll ich sagen... Neid!!! (Dir sei´s natürlich gegönnt, bist ja wahrscheinlich auch noch nicht so mobil...)
Die Eifel liegt eigentlich direkt vor meiner Haustür, aber die ist grooooooooß. Und der gesamte nördliche Teil dürfte den Lichterfluten von Köln, Bonn und Aachen zum Opfer fallen. Zum südlichen Teil wäre es dann aber schon ein schöner Streifen zu Fahren - da wär ich dann auch schon fast im Hunsrück...
Vielleicht verleg ich ja meinen Wohnsitz in die Alpen... Oder in die südliche Mongolei
@ die "Taunus-Kollegen":
Ihr seid doch verdammt nah an Frankfurt u. Wiesbaden dran. Stört das denn überhaupt nicht?
_________________ Gruß und CS
Albert
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Benny
stellv. Forenleitung


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Beiträge: 2901
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Verfasst am:
10 Dez 2009 9:09 • (Kein Titel) |
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Hallo Jürgen,
oh doch das stört schon
Der Taunus ist ja nun recht breit und zieht sich von nördlich von Frankfurt bis weit in den Westen, mein Stammplatz ist im westlichen Taunus, schon im Rheingau-Taunus-Gebirge das sind dann schon fast 40km bis Frankfurt und so 20 bis Wiesbaden (glaube etwas weniger). Zwei Faktoren sind wichtig: Die Himmelsrichtung und die Transparenz des Himmels. In schlechten Nächten mit viel Dunst ist der Himmel im Osten sehr hoch aufgehellt, aber auch in guten Nächten ist die Lichtglocke nach Westen sichtbar, Süden (zumeist der wichtigste Teil) dunkel, ebenso Westen und Norden, wobei in dunstigen Nächten in Nordwesten schon die Aufhellung von Koblenz sichtbar ist, im Zenit lassen sich in guten Nächten bis zu 6m6 realisieren, meistens reden wir von um bis etwas über 6mag und in schlechten Nächten (wo man sich schon fast ärgert rausgefahren zu sein, sind für mich auch 25km Fahrt) auch mal 5m8 um den Dreh.
Weiter nach Osten muss man auch nach Wetterlage und Himmelsrichtung unterscheiden, da haben wir ja auch ein sehr leckeres Plätzchen, in Frankfurtnähe. Hier ist der Süden fast immer unbrauchbar, Norden und Osten aber ebenfalls sehr dunkel. In einigen seltenen Nächten mit Inversionswetterlage wenn Frankfurt und Rheinmain allgemein unter Nebel versinkt kann es auch da richtig gut werden.
Der Hunsrück ist das gesegnet, ausser den lokalen Aufhellungen der kleineren Orte die in dunstigen Nächten etwas Qualität kosten, ist es da einfach sackdunkel und wie Nils schon vielfach bewiesen hat und ich auch selbst schon erleben durfte sind da die unglaublichen 7mag möglich, bis vor nem Jahr dachte ich, das gibts nur in den Alpen
Viele Grüße Benny
_________________ Taunus-Astronomie
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Winfried
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Anmeldungsdatum: 08.04.2009
Beiträge: 859

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Verfasst am:
10 Dez 2009 13:19 • (Kein Titel) |
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ATDS-Teameintrag: Posting wegen Androhung von Rechtsmitteln seitens des Urhebers entfernt!
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Astroinfos
stellv. Forenleitung


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Anmeldungsdatum: 03.12.2007
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Wohnort: Brake / Unterweser

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Verfasst am:
10 Dez 2009 13:50 • (Kein Titel) |
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Hallo!
Ein gegenteiliges Beispiel oder zumindest einen Ausreißer möchte ich gerne aber auch noch präsentieren. Brake hat etwa 17000 Einwohner. Die Stadt hat eine enorm große Hafenanlage, welche sich auf eine Länge von ca. 1,5 km erstreckt (Weserhafen, bekannt durch Europas höchsten Getreidesilo, ausserdem Umschlagplatz für Holz, Papier, Windkraftanlagen, Schwefel und und und) Für so eine kleine Stadt schon eine mächtige Anlage. Um 22:30 Uhr werden bei uns alle Strassenlaternen bis auf einige Gefahrenstellen ausgeschalten. Wenn keine Spät- oder Nachtschicht ist, gehen auch etwa 50% der Flutlichtanlagen am Hafen aus, leider nur 50%.
Hier gibt es durchaus Nächte mit guter Transparenz, in denen ich aus dem nördlichem Stadtbereich (Stadtteil Boitwarden) durchaus die 6mag knacke, teils auch 6,3mag. Grund dafür ist sicherlich auch die Wetterlage hier. Die frische Luft von der Nordsee her bewirkt fast immer einen guten Luftschichtenaustausch. Selten ist das Seeing gänzlich im Dutt, also unter halt von 4/10
Zudem liegt Brake noch in einem Städteviereck (Oldenburg, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Bremen).
Worauf will ich jetzt eigentlich hinaus? Man sollte schon die Gegend nach guten Plätzen erkunden - keine Frage (meine wurden leider alle verbaut ;( ), aber man soll ruhig auch mal schauen, was daheim machbar ist. Wenn man den Nachbarn bescheid gibt, was man vor hat, lassen die sicher auch mal das Licht aus
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