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Bitte keine 10Wochen Regen- FirstLight muss warten



 
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Jupiter - SEB :: Sternschnuppen im MAI  
Andy_
Spechtel Neuling
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Anmeldungsdatum: 18.03.2010
Beiträge: 17
Wohnort: Quedlinburg

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BeitragVerfasst am: 06 Mai 2010 16:22    Bitte keine 10Wochen Regen- FirstLight muss warten Antworten mit ZitatNach oben

Hallo unterm Wolkenhimmel.

Endlich, endlich bin auch ich nun stolzer Besitzer eines 10"-Dobson. Mit Telrad+Atlas und auch dank den Zoomsets von Günther habe ich nun alle Möglichkeiten zum ausgiebigen (Okular)-Testen. Nur leider verhindern Wolken und Regen (hoffentlich keine 10 Wochen) das First Light und meine ersten Schritte. Da bleibt mir ausreichend Zeit eine vernünftige Justierung hinzubekommen und auch hier im Forum etwas herumzufragen. Wenn ich also nicht selber beobachten kann, vielleicht könnt hier mir dann von Euren Beobachtungserfahrungen etwas berichten.
Mich interessiert besonders:

- Planeten: Wie groß kann man sie bei einer Vergrößerung um 250 wirklich sehen? Vergleich Webcam-Aufnahme und tatsächlicher Anblick im Okular. Welche Details sind zu erkennen? Oft wird geschrieben, dass man die Polkappen des Mars oder die Ringe des Saturns bei gutem Seeing sehen kann. Eure Favoriten?

-Doppelsterne: Was ist das Interessante an der Betrachtung von Doppelsternen? Kann man auch hier die Vergrößerung des Teleskopes ausreizen? Eure Beispiele für lohnenswerte Doppelsternbetrachtungen?

-Sternenhaufen: Was macht ihren Reiz aus? Stimmt es, dass auch aus der Stadt heraus hier noch passable Beobachtungsergebnisse (ähnlich wie bei Planeten) zu erzielen sind? Welche Sternenhaufen „muss“ man gesehen haben?

-Nebel: Was sollte man beachten? Sind im Teleskop keinerlei Farben zu erkennen? Nebelfilter unbedingt erforderlich? Eure Lieblingsnebel?

-Galaxien: Sicher auch bei Euch die meist aufgesuchten Objekte? Eure Eindrücke? Eure Favoriten?

So… reicht erst mal, auch wenn es da ja noch viel mehr gibt.
Vielleicht ist ja bei Euch auch das Wetter besch… und Ihr habt Lust hier mal etwas rumzuschwärmen und ein paar Empfehlungen loswerden.

Vielen Dank schon mal im Voraus.
Andy

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Hico
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Beiträge: 1543
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BeitragVerfasst am: 06 Mai 2010 19:12    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Andy,

na so kann das ja nix werden mit ´nem guten Himmel, wenn hier einer nach dem anderen ´n neues Astrospielzeug in Haus bekommt. Mr. Green

Nee, Spaß beiseite. Glückwunsch zum neuen Teleskop. Ich wünsch Dir viel Freude damit.

Andy_ hat folgendes geschrieben:
- Planeten: Wie groß kann man sie bei einer Vergrößerung um 250 wirklich sehen? Vergleich Webcam-Aufnahme und tatsächlicher Anblick im Okular. Welche Details sind zu erkennen? Oft wird geschrieben, dass man die Polkappen des Mars oder die Ringe des Saturns bei gutem Seeing sehen kann. Eure Favoriten?


Also Fotos mit dem visuellen Anblick zu vergleiche ist nicht so einfach, bzw. teilweise nicht möglich. Gerade bei den Planetenfotos, die aus vielen vielen Einzelbildern eines Videos gewonnen werden, sind oft mehr Details zu sehen, als beim visuellen Anblick durch´s Teleskop. Denn bei den vielen vielen Einzelbildern, die für das finale Summenbild genutzt werden, sind i.d.R. einige dabei, die in Momenten guten Seeings entstanden sind. Visuell am Teleskop gibt es nur wenige Nächte mit perfektem Seeing, wo die Luft richtig still steht. Erst dann sind viele Details zu sehen, die man sonst nur von Fotos kennt. Aber auch bei mittelmäßigem Seeing gibt es Details zu sehen. Du mußt nur Geduld haben und den Planeten lange beobachten, um eben auch ein paar Momente guten Seeings abzupassen.

Zu Deinen angesprochenen "Details": Die Ringe des Saturns zu sehen ist kein Kunststück. Das gelingt Dir auch mit einem billigen Discounter-Scope. Aber in den Ringen z.B. die Cassiniteilung auszumachen, dafür brauchts zum einen Öffnung (die hast Du ja mit 10" ausreichend), ´ne gute Optik (hast Du bestimmt auch), gutes Seeing und Beobachtungserfahrung. Letztere kommt mit der Zeit und kann durch Zeichnen des durchs Okular gesehene sehr gut trainiert werden. Muß aber nicht sein, geht auch ohne zeichnen. Ich bin auch meist zu faul zum zeichnen. Wink
Die Polkappen des Mars sind auch kein Problem, o.g. Bedingungen vorausgesetzt. Außerdem wirst Du da auch einige Details der sonstigen Oberfläche wahrnehmen, wobei das momentan wieder zusehends schlechter wird, da wir uns seit der Marsopposition Ende Januar wieder weit von Mars entfernt haben.
Gerade beginnt die Jupitersaison. Da wirst Du viel Freude haben, denn zum einen ist er näher an der Erde als Saturn, zum anderen noch dazu größer als dieser, sodass es da noch einfacher wird Details der Oberfläche mit den verschiedenen Wolkenbändern und Wirbeln wie dem "Großen roten Fleck" zu sehen. Hinzu kommen tolle Schattenspiele der Jupitermonde auf Jupiters Oberfläche oder auch wenn einer der Monde im Schatten des Gasriesen verschwindet. Planen kannst Du solche Beobachtungen sehr gut auf www.calsky.de - einmal angemeldet mit Eintragung Deines Standorts und Du kannst Dir viele Himmelsereignisse im voraus berechnen lassen. Und das noch dazu kostenlos. Kann ich nur empfehlen.

Andy_ hat folgendes geschrieben:
-Doppelsterne: Was ist das Interessante an der Betrachtung von Doppelsternen? Kann man auch hier die Vergrößerung des Teleskopes ausreizen? Eure Beispiele für lohnenswerte Doppelsternbetrachtungen?


Zum Thema Doppelsterne bin ich nicht der richtige Ansprechpartner. Die find ich nämlich - gäääääähnnnnn - langweilig. Man kann an ihnen aber gut die Leistungsfähigkeit seiner Optik testen - gutes Seeing vorausgestetzt - ganz nach dem Motto, welchen DS kann ich noch trennen, welchen nocht mehr. Daraus kannst Du Rückschlüsse auf die Auflösungsfähigkeit Deines Scopes schließen. Nett anzuschauen sind übrigends Albireo im Schwan und das Vierfachsystem epsilon Lyra (Lyra=Leier) in der Nachbarschaft der hellen Wega.

Andy_ hat folgendes geschrieben:
-Sternenhaufen: Was macht ihren Reiz aus? Stimmt es, dass auch aus der Stadt heraus hier noch passable Beobachtungsergebnisse (ähnlich wie bei Planeten) zu erzielen sind? Welche Sternenhaufen „muss“ man gesehen haben?


Gerade die Kugelsternhaufen, aber auch die offenen sind es, die im Teleskop viiiiiiiieeeeeellllll geiler rüber kommen, als auf Astrofotos. Welche man gesehen haben muß? Mmmhhhh, na alle, die in Reichweite Deines Scopes sind. Wink

Die Klassiker:

Kugelsternhaufen: M13, M5, M3, ein extremes Objekt dieser Gattung wäre der "Intergalactic Wanderer" mit ca. 300.000 Lj. Entfernung, aber auch G1, eine "Kugel", zugehörig zur Andromedagalaxie
Offene Sternhaufen: M45 (Plejaden), h&chi (mein Favorit), M44 (Praesepe)

Andy_ hat folgendes geschrieben:
-Nebel: Was sollte man beachten? Sind im Teleskop keinerlei Farben zu erkennen? Nebelfilter unbedingt erforderlich? Eure Lieblingsnebel?


Für Nebel brauchts guten Himmel. Planetarische Nebel gehen bei nicht ganz so gutem Himmel eher, als galaktische. Nebelfilter sind bei einigen Nebeln schon von Vorteil. Ein OIII-Filter entscheidet da schonmal zwischen "überhaupt sehen" und "nix zu sehen". Auch die UHC-Filter helfen an vielen Nebeln, um sie besser sehen zu können. Bei deinem 10"er würd ich als erstes in einen 2" OIII-Filter investieren. In 2" deshalb, weil es einige sehr große Nebel gibt, für die man schon das Übersichtsokular braucht. Den Nordamerikanebel z.B. kannst Du mit Deinem 10"er nur abfahren, da der viel zu groß ist, um ihn mit 1200mm Brennweite am Stück sehen zu können. Dafür brauchts schon einen Richfielder mit max. 750mm Brennweite.

edit: Das Thema Farbe an Nebeln hatte ich noch vergessen: Es gibt nur sehr wenige Nebel, an denen Du Farbe sehen kannst, wenn überhaupt. Kann nämlich nicht jeder und ist außer von der Teleskopöffnung, der Himmelstransparenz und der Optik an sich auch von der körperlichen Verfassung abhängig. Z.B. konnte ich mit meinem 16"er ein einziges Mal den berühmten Ringnebel M57 in einem Türkis sehen, hab ihn aber schon mehrfach mit dem 16"er beobachtet. Oft wird der große Orionnebel als der Nebel genannt, an dem man am ehesten Farbe erkennen kann. Kann ich nicht bestätigen. Ich bin wahrscheinlich auch nicht so der Farbseher. Viel wichtiger als die Farbe sind aber die Details in den Nebeln.

Andy_ hat folgendes geschrieben:
-Galaxien: Sicher auch bei Euch die meist aufgesuchten Objekte? Eure Eindrücke? Eure Favoriten?


Da wirds jetzt noch schwieriger. Eindrücke: Mmmmmh ... die Detailswahrnehmung ist noch schwerer als an Nebeln, wie ich finde. Nur in wenigen Gx´n kann man Spiralarme wahrnehmen. Prominente Beispiele dafür wären der "Whirlpool" (M51), das "Feuerrad" (M101) oder die "Dreiecksgalaxie" (M33). M31, der berühme Andromeda"nebel" ist eigentlich auch eher was für ´nen Richfielder, da die auch extremst groß ist - ist ja auch unser nächster galaktischer Nachbar mit "nur" 2,4 Mill. Lj. Entfernung. Wink
Spaß machen aber auch extrem lichtschwache Galaxien, die an der Wahrnehmungsgrenze des eigenen Teleskops liegen, sogenannte "faint fuzzies". Zwar wirste da max. ´n Fleckchen sehen können, aber gerade zusammen mit der Vorstellung, wieviel Millionen von Jahren das Licht jetzt unterwegs war, um auf Deine Netzhaut zu prasseln verleiht einem beim Beobachten immer wieder eine Gänsehaut. Gerade bei diesen Objekten macht das Aufsuchen noch mehr Spaß, als das Beobachten, weil´s eben nix oder nicht viel zu beobachten gibt.

So, erstmal genug von mir. Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen halbwegs befriedigend beantworten. Bleibt mir nur noch Dir ein baldiges, schönes, erfolgreiches "First-Light" zu wünschen.

Gruß und CS
Heiko

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www.Heiko-schaut-ins-All.de

16" f/4,5 Dobson, 8" f/6 Dobson, 6" f/5 Newton auf LXD75, 120/600 Refraktor auf Pipemount, 4" f/4 Kugeldobson, 3" f/9,2 Dobson, 16x80 FG, 10x50 FG, 7x50 FG, 7x35 FG, EOS 1000D

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BeitragVerfasst am: 14 Mai 2010 18:59    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Andy,

miese Bedingungen fürs First-Light und ein Ende nicht abzusehen.
Du kannst aber schon ein wenig testen. Auch bei Tageslicht eigenen sich weit entfernte Objekte zum Test für Schärfe und Einblickverhalten, Fokuslage und Augenabstand, Brille auf, Brille ab.
Langbrennweitige Okulare zeigen Dir dabei den Fangspiegelschatten, Ultraweitwinkelokulare neigen zu lateraler Farbe am Gesichtsfeldrand, das ist nachts unerheblich.
Übe den Umgang mit Teleskop und Okularen am Tage oder auch nachts an entfernten Lichtquellen (ohne Verletzung der Privatsphäre Anderer!), dann kommst Du nachts, wenn es denn Mal geht, schneller durch.

Gruß
Günther

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Überprüft, was immer auch geschrieben steht,
wenn selbst durchs Teleskop Ihr seht.
Das mehrt die eigene Erfahrung
und bringt so manche Offenbarung.
Des Astronomen wahre Freude
ist schließlich die Photonenbeute.

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BeitragVerfasst am: 14 Mai 2010 22:58    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hico hat folgendes geschrieben:
Planen kannst Du solche Beobachtungen sehr gut auf www.calsky.de


Hallo Heiko,

die Seite scheint (gerade) down zu sein. Ist http://www.calsky.com/ mit dem .com die selbe Seite?


Gruß Roman

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BeitragVerfasst am: 15 Mai 2010 7:19    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo Roman,

jau, is die gleiche Seite. Bei mir geht die .de-Adresse.

Gruß
Heiko

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